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Nachricht vom 16.03.2015    

In Leutesdorf wird Bahnlärm exakt gemessen

„Wir haben mit einem neuen technischen System zur Ermittlung und zum Nachweis von Lärmquellen im Schienenverkehr zu tun, dem künftig eine entscheidende Rolle bei unserem Kampf gegen Bahnlärm zukommen wird.“ Mit diesen Worten fasste der heimische CDU-Bundestagsabgeordnete Erwin Rüddel seine Eindrücke von einem Ortstermin in Leutesdorf zusammen

Erich Schneider (Vorsitzender der BI gegen Bahnlärm in Leutesdorf), Siegfried Pieper (CEO INNOtec Systems), Bundestagsabgeordneter Erwin Rüddel und Ewald Hoppen (BI gegen Bahnlärm in Linz am Rhein) informierten sich an der Kontrollstation über die Aufzeichnungen der Bahnlärmmessungen. Fotos: Reinhard Vanderfuhr

Leutesdorf. In Leutesdorf besichtigte Rüddel eine Anlage zum radgenauen Messen von Lärm, die er als eine „geradezu revolutionäre neue Technik“ bezeichnete. „Sie bedeutet einen Quantensprung für unser Bemühen, dem Bahnlärm gezielt zu Leibe zu rücken“, fügte er hinzu.

„Diese Pilot-Anlage der Firma „INNOtec Systems GmbH“ schafft mit Blick auf die Zukunft ganz neue Möglichkeiten der gezielten Lärmreduzierung. Die dort installierte Zugmonitoring- und Lärm-Mess-Station ermittelt achsgenau den Zustand sämtlicher vorbeifahrender Waggons, ihre Geräuschentwicklung und die jeweilige Schienenbelastung. Es geht also nicht um Durchschnittswerte, sondern um achsgenaue Messungen. Dadurch kann sowohl der Grad der Umrüstung auf leisere Sohlen exakt ermittelt als auch festgestellt werden, welche Räder an welchem Waggon reparaturbedürftig sind“, erläuterte der Abgeordnete.

Weiter sagte Rüddel: „Damit haben wir ein Instrument in der Hand, um die Umrüstung auf leisere Waggons zu kontrollieren und zu beschleunigen. Lärmabhängige Netzpreise können auf diese Weise waggongenau berechnet werden. Und selbst wenn alle Waggons umgerüstet sind, wird diese Technik weiterhin gute Dienste leisten, da sie die Wartung beschleunigen und Kosten sparen wird.“

Jetzt kommt es nach Ansicht Rüddels entscheidend darauf an, der neuen Technik möglichst bald und umfassend zum Durchbruch zu verhelfen. Davon verspricht sich eine verlässliche Datenermittlung zur Überprüfung der Umrüstung und gegebenenfalls für ordnungsrechtliche Maßnahmen (wie Geschwindigkeitsbeschränkungen und Nachtfahrverbote) gegen die Wagenhalter, für die verursachergerechte Ermittlung lärmabhängiger Trassenentgelte und für die Identifizierung beschädigter und Lärm verursachender Waggons (auch nach Abschluss der Umrüstung) sowie für deren beschleunigte und kostengünstige Reparatur.

Indem dieses Mess-System dazu führe, Lärm verursachende Schäden am Zugmaterial zu ermitteln sowie schnell und kostengünstig zu reparieren, trage es automatisch und auf Dauer zu einer zusätzlichen Lärmreduzierung bei, betonte der Bundestagsabgeordnete.

„Mit dieser Technik können wir unser Bemühen um eine substantielle Reduzierung des Bahnlärms daher auf eine ganz neue Grundlage stellen und verstärkt auf die beschleunigte Umrüstung auf leisere LL-Sohlen hinwirken“, kündigte Erwin Rüddel an, der zu den Gründern der überparteilichen „Parlamentsgruppe Bahnlärm“ gehört, der sich bereits über 100 Kolleginnen und Kollegen aus dem Bundestag angeschlossen haben.

„Modernste Technik kann Bahnlärm exakt kontrollieren. Daraus kann und muss im Interesse der vom Bahnlärm betroffenen Menschen, wie im Mittelrheintal und entlang der Sieg, ein umfassendes Lärm- und Netzbewirtschaftungsmanagement entwickelt werden“, bekräftigte der Abgeordnete mit Blick auf die in Leutesdorf installierte Pilot-Anlage.

Weitere Bilder (für eine größere Ansicht klicken Sie bitte auf eines der Bilder):
 


Kommentare zu: In Leutesdorf wird Bahnlärm exakt gemessen

2 Kommentare

Das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) kennt nach unseren Informationen diese sensationelle Innovation, interessiert sich aber nicht dafür. Obwohl auch für die Bahn große Informationsvorteile mit wirtschaftlichen Ergebnissen bestünden.

Stattdessen wurde vom EBA im Dezember eine solche Entwicklung neu ausgeschrieben. Motto. Geld ist ja auch zum Rauswerfen da, manche Daten des Systems sind unangenehm, Erkenntnisse um weitere Jahre verzögern. Unglaublich, aber man ist es schon vom Bahnsektor gewohnt.
BIN gegen Bahnlärm VG Linz e.V. Vorstand

#2 von BIN gegen Bahnlärm VG Linz e.V.
Bürger-Initiativen-Netzwerk
, am 19.03.2015 um 17:31 Uhr
Endlich gibt es keine Entschuldigung mehr, man könne einzelne laute Wagen mit Flachstellen oder mit Graugussbremsen nicht identifizieren, wie es uns die Bahnen bisher weißgemacht haben. Jetzt kommt es darauf an, dass der Bundestag die ordnungsrechtlichen Maßnahmen wie im Koalitionsvertrag versprochen zeitnah beschließt , damit alle Wagenhalter wissen, was auf sie zukommt, wenn sie nicht rechtzeitig umrüsten!
#1 von Gerd Kirchhoff, am 18.03.2015 um 06:45 Uhr

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