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Nachricht vom 09.01.2015 - 18:53 Uhr    

Haus in Linz ist weg – Familie hat alles verloren

Nach Abriss des Hauses, das durch den Hangrutsch am Kaiserberg in Linz stark gelitten hat, geht die Bewegung des Hanges weiter. Mit umfangreichen Akutmaßnahmen will die zuständige Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord diesen Trend so schnell wie möglich stoppen. Bürger haben mit dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) eine Spendeninitiative gegründet, um der betroffenen Familie zu helfen.

Das Haus Nummer 13 gibt es nicht mehr. Jetzt laufen die Sicherungsmaßnahmen am Hang. Foto: Simone Schwamborn

Linz. Nach Abriss des Hauses Nummer 13 in der Straße „Am Gericht“ haben die Experten eine leichte Zunahme der Rutschbewegung festgestellt. Fehlender Widerstand des ehemaligen Wohnhauses und anhaltender Niederschlag führten zu einer Bodenbewegung von rund 50 Zentimeter am Tag. Nicht nur wegen der Schäden an ihrem eigenen Haus, auch wegen dringend notwendiger Sicherheitsvorkehrungen zum Schutze der Nachbarhäuser hatte die betroffene Familie dem Abriss am Donnerstagnachmittag zugestimmt.

Man arbeite jetzt ununterbrochen an der weiteren Sicherung des Hanges, bis Montag sollen die akuten Maßnahmen zur Stabilisierung abgeschlossen sein, sagte Wolfgang Beck von der SGD Nord am Freitagvormittag (9. Januar). Danach werde ein Hangsicherungskonzept erarbeitet, das die Stelle unterhalb des Kaiserberges langfristig sichern soll. Noch am Freitag hat ein Unternehmen für Erd- und Abrissarbeiten damit begonnen, die unterhalb des ehemaligen Hauses liegende Wand, die zu einem Parkplatz gehört, mit dem Aufschütten von Schotter zu stabilisieren.

Außerdem wird am Wochenende ein längs verlaufender, fünf Meter tiefer Betonriegel in den Untergrund des Hanges eingebracht, darauf wird nach Auskunft der SGD Nord ein fünf Meter hoher Schotterwall zur weiteren Stabilisierung errichtet. Mit weiteren, geplanten Verfüllungen soll der Hang so ausreichend Widerstand erhalten. Eine Prognose zur Sicherheit des benachbarten Hauses (Nummer 15) wollte Beck nicht abgeben. „Die kann ich nicht geben. Durch die geplanten Maßnahmen wollen wir der Last des Hanges entgegenwirken. Die Vermesser werden den Hang weiter kontrollieren. Am Dienstag werden wir wissen, ob wir Entwarnung geben können“, sagte Beck.

Der Verlust des Hauses Nummer 13 und des Grundstückes sei für die betroffene Familie existenziell bedrohlich, sagte Linzer Stadtbürgermeister Dr. Hans-Georg Faust vor Ort. „Sie haben dem Abriss zugunsten der Sicherungsmaßnahmen zugestimmt, damit möglicher Schaden für die weiteren Häuser abgewendet werden kann. Sie haben echten Bürgersinn bewiesen.“ Deshalb setzt sich Faust für die Spendenaktion ein, die die Initiative „Hangrutsch Kaiserberg“ ins Leben gerufen hat. In Zusammenarbeit mit dem Linzer DRK hat diese ein Spendenkonto eingerichtet.

Die Bewohner des abgerissenen Hauses hätten ihr gesamtes Hab und Gut verloren. „Sie stehen buchstäblich vor dem Nichts“, sagen die Gründer der Initiative. Selbst die Möbel hätten die Hausbesitzer nicht mehr retten können, lediglich das Nötigste und ein paar persönliche Dinge hätten sie mitnehmen können. Besonders tragisch sei, dass die Familie nicht gegen den ruinösen Elementarschaden versichert ist.

DRK und Initiative bitten um Spenden auf das Konto der Sparkasse Neuwied, BLZ 574 501 20, Konto 302 999 94, Iban DE16 5745 0120 0030 2999 94, Empfänger: DRK Linz e.V., Kennwort: Initiative „Hangrutsch Kaiserberg“. Simone Schwamborn

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Kommentare zu: Haus in Linz ist weg – Familie hat alles verloren

2 Kommentare

Haben ein paar Möbel würde aber gerne die sachen mit den Betroffenen persönlich machen. (Zb kinderbett)
#2 von Pia genschow, am 11.01.2015 um 07:29 Uhr
Hallo , was ist denn mit der Spendenaktion von dem jungen Mann aus Neustadt- Wied ???
Er war der erste der eine Spendenaktion gestartet hat .Man hat Ihn blockiert und die Seite gelöscht .Er soll die Spenden zurück geben an die Spender , was ja auch richtig ist , aber ER wird noch nicht einmal genannt.Ihm teilte man mit von care.de/spenden-helfen , worüber diese Aktion startete ,sie würden keine privaten Aktionen mehr machen . Jemand anderes bekam die Antwort sie hätten zu viel mit Spenden im Ausland zu tun .Das macht mich etwas NACHDENKLICH !!!!

#1 von annette plag , am 10.01.2015 um 10:51 Uhr

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