Werbung

Nachricht vom 18.11.2012    

An einstige Synagoge in Puderbach erinnert Gedenktafel

Die neue Gedenktafel an der Rückseite der Puderbacher Sparkasse erinnert, dass an diesem Platz bis zum 9. November 1938 eine Synagoge gestanden hat. Die Tafel soll ein Mahnmal sein, damit sich solch schreckliche Ereignisse nie wiederholen, war der Wunsch der Anwesenden.

Bernd Schmidt enthüllt die Gedenktafel, um die er Jahre gekämpft hatte. Fotos: Wolfgang Tischler

Puderbach. Man schrieb den 9. November 1938 als auch in Puderbach schreckliche Dinge passierten. Die Nazis hatten die im Jahre 1911 fertig gestellte Synagoge in Puderbach angezündet und ließen sie bis auf die Grundmauern niederbrennen. Der Puderbacher Bernd Schmidt setzte sich schon seit längerem dafür ein, dass eine Gedenktafel auf ewig an das Unrecht erinnern soll.

Am vergangen Freitag war es aus seiner Sicht endlich soweit. In einer kleinen Feierstunde wurde die Tafel enthüllt. Sie hängt an der Rückseite der örtlichen Sparkasse, dort wo früher die Synagoge stand. Das Kreditinstitut hatte sich bereiterklärt, die Tafel an ihrem Gebäude anbringen zu lassen. Bernd Schmidt präsentierte auf einer Informationstafel zwei Texte. Zum einen war es der Bericht der Neuwieder Zeitung vom 9. August 1911 über die Einweihung der Synagoge. Dort ist nachzulesen, dass das Gotteshaus am 4. und 5. August 1911 mit einem großen Fest seiner Bestimmung übergeben wurde.

Ein anderer Text ist der Bericht von Lotte Wolff, die am 25. 6. 1929 geboren ist und heute in den USA lebt. Sie hatte 1947 ihre Erinnerungen aufgeschrieben. Sie wohnte 1938 mit ihren Eltern und Großeltern in dem Haus direkt neben der Synagoge. Als neunjährige musste sie die Geschehnisse hautnah erleben. In ihrem Bericht schildert sie sehr anschaulich, wie sie von ihrer Mutter aus der Schule geholt wurde, was auf dem Heimweg passierte und den Schmerz, als ihr Vater nach Dachau transportiert wurde. Der Leser wird in die schweren Wochen des Kindes Lotte und der Familie hineinversetzt. Lotte hatte Glück, ihr Vater kam zurück. Vielen Kindern blieb dieses Glück versagt.



Bernd Schmidt erinnerte in seiner Ansprache an die Vorgänge des schlimmen 9. November 1938. Auch Verbandsbürgermeister Volker Mendel mahnte an, dass unsere und die künftige Generation dies nicht vergessen oder verdrängen dürften. Er freute sich über das Engagement von Bernd Schmidt, der dafür sorgte, dass die Erinnerung jetzt ein sichtbares Zeichen hat. Wolfgang Tischler


Lokales: Puderbach & Umgebung
Feedback: Hinweise an die Redaktion

NR-Kurier Newsletter: Immer bestens informiert

Täglich um 20 Uhr kostenlos die aktuellsten Nachrichten, Veranstaltungen und Stellenangebote der Region bequem ins Postfach.

Alle Bilder (für eine größere Ansicht klicken Sie bitte auf eines der Bilder):
   

Anmeldung zum NR-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Kreis Neuwied.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus Region


Protest im Flammenschein: Weidetierhalter im Westerwald fordern Schutz vor dem Wolf

Der Wolf fühlt sich im Westerwald rudelwohl. Sämtliche DNA-Analysen zu den Übergriffen an verschiedenen ...

Humorvolle Debatte im Generationenkino: "Extrawurst" sorgt für Gesprächsstoff

Das Neuwieder Generationenkino startet mit einem humorvollen Film ins neue Jahr. Am 24. Februar wird ...

Richtige Müllentsorgung nach Karneval im Kreis Neuwied

Karneval ist für viele ein Höhepunkt des Jahres, doch nach den Feierlichkeiten bleibt oft eine Menge ...

Zukunftsvisionen aus jungen Köpfen: Auftakt zur 61. Jugend forscht-Runde

An diesem Wochenende beginnt die 61. Runde des renommierten Wettbewerbs "Jugend forscht". Junge Wissenschaftler ...

Ein süßer Ausflug: Die Landfrauen Weyerbusch entdecken die Confiserie Coppeneur

Am Freitag, 20. Februar, erwartet die Landfrauen Weyerbusch ein besonderes Erlebnis in Bad Honnef. Bei ...

Koblenz: SOLWODI unterstützt Frauen bei sicherer Rückkehr und Reintegration

"SOLWODI Deutschland e. V." setzt seine langjährige Arbeit im Bereich Rückkehr und Reintegration vulnerabler ...

Weitere Artikel


Heddesdorferin Aylin Madenci holt drei Weltmeistertitel

Aylin Madenci, seit vielen Jahren angehörige und ausübende Sportlerin der Kung Fu Abteilung des TV Heddesdorf, ...

Kinderkräutergarten Rengsdorf erhält 1.500 Euro Spende

Die Energieversorgung Mittelrhein übergab der Geschäftsführerin Ingrid Runkel des Rengsdorfer Naturschutzvereins ...

DAK-Neuwied schaltet Telefon-Hotline zur Pflegereform

Experten informieren morgen über alle Veränderungen für Betroffene und Angehörige

Neuwied. Mehr Geld. ...

SG Ellingen zu Hause wieder erfolgreich

Die zweite Garnitur aus Linz hatte gegen die heimstarken Ellinger keine Chance. Die offensive Spielausrichtung ...

Ausbau B256: Bonefeld fordert Kreisel

Bereits heute kommen die Bonefelder mit ihren Fahrzeugen nur schwer auf die Bundesstraße. Die geplante ...

CDU-Stadtverband Dierdorf besuchte Landeshauptstadt Mainz

Dierdorf. Der CDU Stadtverband Dierdorf unternahm eine gemeinsame Fahrt in die Landeshauptstadt Mainz. ...

Werbung