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Neuwied gedenkt der Opfer von Hanau
Christlicher Friedensdienst Eirene und Amnesty International organisierten mit dem lokalen Bündnis „Neuwied ist bunt“ eine Gedenkveranstaltung für die Opfer der rassistisch-motivierten Morde in Hanau. Vor einem Jahr starben neun Menschen.
Fotos: Jürgen GrabNeuwied. Überall in Deutschland kamen Menschen zusammen, die der Opfer eines hinterhältigen Mordanschlages in Hanau gedachten und auch in Neuwied fanden sich etliche Bürger und Bürgerinnen auf dem Luisenplatz ein, um zum einen der Getöteten, aber auch deren Angehörigen zu gedenken, die so viel Leid erfahren müssen. Wie Inge Rockenfeller von Amnesty-International berichtet, hatten sich der Christliche Friedensdienst „Eirene“, Amnesty International und einige weitere Gruppierungen aus dem Bündnis „Neuwied ist bunt“ zusammengetan, um mit einer Mahnwache den Opfern dieses rassistischen Attentats am 19. Februar des vergangenen Jahres und ihrer Angehörigen zu gedenken.

„Gemeinsam wollen wir zeigen, dass wir auch nach einem Jahr dieser hinterhältigen rassistisch-motivierten Morde durch Tobias R. der Opfer gedenken und den Angehörigen unser Mitgefühl bekunden“, betonten Inge Rockenfeller und Thorsten Kleine von „Eirene“ bei einer Mahnwache auf dem Luisenplatz. Beide erinnerten daran, dass kein Mensch aufgrund seiner Hautfarbe oder Abstammung in irgendeiner Form diskriminiert werden darf. „Dieses Menschenrecht sowie das Recht auf körperliche Unversehrtheit wurde vom Rassisten Tobias R. in unbegreiflich-brutaler Weise verletzt, was sich in Hanau in Hass, Gewalt und Rassismus manifestierte.“

„In einer Demokratie sind Werte wie Gewaltfreiheit, Achtung und Toleranz die Basis für ein friedliches Zusammenleben in unserer Gesellschaft. Wenn auch Meinungsfreiheit in einer Demokratie unverzichtbar ist, so gibt es doch für rassistische Äußerungen und erst recht für Gewalttaten in jeglicher Form keinerlei Verständnis. Hier ist generell Null-Toleranz angesagt, denn Hass kann niemals akzeptiert werden“, betonte AI-Sprecherin Susanne Kudies. AI-Mitglied Manfred Kirsch verwies, ebenso wie Bundespräsident Franz-Walter Steinmeier und der Hanauer Oberbürgermeister, darauf hin, dass es bei der Aufarbeitung dieser unbegreiflichen und menschenverachtenden Tat noch viele Fragen zu klären gibt. Schließlich riefen Rockenfeller, Klein, Kudies und Kirsch alle Bürger/innen von Neuwied zum unmissverständlichen Zusammenhalt gegen Hass, Rassismus und Hetze auf, was doch in Neuwied, als einer Stadt, in der Toleranz und gegenseitige Achtung seit Jahrhunderten unabdingbar ist, eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein sollte.
Jürgen Grab
     
Nachricht vom 21.02.2021 www.nr-kurier.de