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Das größte Problem ist jetzt der Hunger
Die Corona-Pandemie bedroht das Kinderprojekt der Waldbreitbacher Franziskanerinnen in Brasilien. Der Förderverein ruft zur Spende auf.
Luciano Franciolly Miranda Concalves, Sozialbetreuer und Musiklehrer, besucht Familien bringt den Kinder des Projektes Madre Rosa Lebensmittel. Foto: privatWaldbreitbach/Bacabal/Sao Luis. Die Corona-Pandemie hat Brasilien fest im Griff. Über drei Millionen bestätigte Infektionen gibt es bislang (Stand: 11. August). Das südamerikanische Land hat sich damit zu einem Epizentrum der Pandemie entwickelt. Nur die USA weisen aktuell noch höhere Fallzahlen auf. Das Virus bedroht die Menschen vor Ort. Die Schwächsten trifft es am Schlimmsten. Das weiß auch Schwester M. Wilma Frisch. Die Zustände vor Ort bezeichnet sie als „katastrophal“. Die Waldbreitbacher Franziskanerin, die selbst 32 Jahre in Brasilien tätig war, leitet die Missionsprokur der Ordensgemeinschaft.

Vor mehr als 20 Jahren riefen die Waldbreitbacher Franziskanerinnen das Projekt Madre Rosa im Nordosten des Landes ins Leben, um Kindern aus ärmsten Verhältnissen eine Zukunft zu geben. Mittlerweile betreuen sie rund 425 Kinder und Jugendliche in Bacabal und Sao Luis. Sie stammen meist aus mittellosen Familien und oftmals aus einem schwierigen sozialen Umfeld. Die Franziskanerinnen bieten ihnen in dem Projekt Betreuung bei den Hausaufgaben, eine sinnvolle Freizeitgestaltung und Bildung - und damit eine Alternative zu Kriminalität, Drogenabhängigkeit und einem Leben auf der Straße.

Wegen der Corona-Pandemie wurden in Bacabal und Sao Luis die Schulen und auch das Projekt Madre Rosa geschlossen. Die Kinder müssen den ganzen Tag zuhause bleiben. „Das größte Problem ist jetzt der Hunger“, sagt Schwester Wilma. Denn die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie sind verheerend und betreffen in erster Linie die Armen. Viele Eltern der Kinder des Projektes arbeiten als Tagelöhner und haben jetzt keine Gelegenheit mehr, Geld zu verdienen. Im Projekt erhielten die Kinder bis zur Schließung täglich eine warme Mahlzeit. Die fällt laut Schwester Wilma jetzt auch weg. Viele Familien würden derzeit „von der Hand in den Mund leben.“ Die Not sei groß, die Familien hungern, weil ihnen das Geld für Nahrungsmittel fehlt.

Deshalb hat sich die Arbeit des Projektes stark verändert. „Die Schwestern und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter versorgen jetzt die Kinder und ihre Familien mit Lebensmitteln“, sagt sie. Um diese Nahrungsmittel kaufen zu können, sind sie auf Spenden angewiesen, denn von der Regierung sei kaum Unterstützung zu erwarten.

Der Verein „Freunde und Förderer der Waldbreitbacher Franziskanerinnen“ e.V. will die Ordensgemeinschaft bei der Versorgung der Kinder und Jugendlichen des Projektes Madre Rosa und ihrer Familien unterstützen und bittet deshalb um Spenden. „Im Moment geht es vorrangig darum, den Hunger zu bekämpfen“, sagt der Vereinsvorsitzende Robert Frings. „Jede Spende zählt und fließt in voller Höhe nach Brasilien in das Projekt.“

Spendenkonto:
„Freunde und Förderer der Waldbreitbacher Franziskanerinnen“ e.V.
IBAN: DE08 5745 0120 0030 0100 11
BIC: MALADE51NWD (Sparkasse Neuwied)


Über den Förderverein
Der Verein „Freunde und Förderer der Waldbreitbacher Franziskanerinnen“ e.V. wurde gegründet, um die Arbeit der Ordensgemeinschaft zu unterstützen. Der Förderverein arbeitet mit der Ordensleitung zusammen und hilft dieser bei der Realisierung von unterschiedlichen Projekten - zum Beispiel durch die Organisation von Benefiz- oder Kulturveranstaltungen. Der Verein setzt sich unter anderem für das Projekt Madre Rosa ein.


Nachricht vom 10.08.2020 www.nr-kurier.de