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Kultur
Das Hachenburger Kultur-Zeit-Team plant wieder Veranstaltungen
Die Verantwortlichen der Hachenburger Kulturveranstaltungen sind sich einig, dass es für die Künstler und die Besucher wichtig ist, dass wieder Veranstaltungen stattfinden. Das neue Programm, das am 29. Juli vorgestellt wurde, ist dünner als gewohnt und es werden weniger Plätze angeboten, weil selbstverständlich alle Vorgaben eingehalten werden.
Von links: Stadtbürgermeister Stefan Leukel, Verbandsbürgermeister Peter Klöckner, Team der Kulturzeit: Daniel Pirker, Nele Martin, Angela Kapeller und Beate Macht. Foto: Helmi Tischler-VenterHachenburg. Kulturreferentin Beate Macht waren Betroffenheit und Mitgefühl für die buchstäblich notleidenden Künstler deutlich anzumerken. Selbst die Künstler, die gut im Geschäft waren, müssen die Reserven für die Altersversorgung angreifen, um Miete und Essen zu begleichen. Zum ersten Mal mussten die Kulturzeit-Organisatoren viele Absagen vornehmen und ein ganz neues Konzept erarbeiten, das unter den Hachenburger Gegebenheiten funktioniert.

Macht betonte, dass der Veranstaltungskalender so dünn ausfällt, weil andere Veranstalter ausgefallen sind, da diese sich bei zwei Drittel weniger Besucher die Ausgaben für Technik, Künstlerkasse und anderes nicht mehr leisten können. Dankbar und froh äußerte sich die Kulturreferentin, dass trotz weniger Reichweite alle Sponsoren dabeibleiben. Auch die politischen Gremien bleiben bei ihrer Unterstützung, „denn Kultur ist systemrelevant!“

Die Kulturzeit biete nicht nur Unterhaltung, doch auch die sei wichtig für das Leben. Ausdrücklich wies Macht darauf hin, dass alles, was nun gedruckt ist, doch nicht auf Stein gemeißelt sei. Es werde ständig nachjustiert, damit viele Menschen zu Kulturgenuss kommen. Man überlege, Veranstaltungen doppelt anzubieten und sei auch nicht vor einem plötzlichen Lock down gefeit. „Eins steht fest: Die Künstler wollen und müssen auftreten und wir wollen die Veranstaltungen machen, weil es wichtig ist.“

Im Vorwort des Veranstaltungskalenders, dessen Titelbild aus Solidarität mit der Eventbranche rot angeleuchtet ist, ist erläutert, dass die Angebote „Alleinkommer“, Abos und Pakete momentan nicht möglich sind, aber was bestehen bleibt, ist die „Hachenburger KulturLoge“, die Menschen mit geringem Einkommen die Teilnahme an Kultur ermöglicht.

Da das Hachenburger Publikum sich zu Beginn der Pandemie sehr großzügig zeigte und viele bereits gezahlte Eintrittsgelder für die Künstler spendete, hofft die Kulturchefin, dass sich Kulturzeit-Freunde – je nach Vermögen - solidarisch zeigen und höheren Eintritt zahlen als gefordert. Ziel ist die Beibehaltung moderater Eintrittspreise.

Die Picknick-Veranstaltungen werden mit attraktiven Künstlern fortgeführt. Picknick-Poetry nutzt die Infrastruktur im idyllischen Burggarten, der einen besseren Blick auf die Bühne bietet als der Alte Markt: Am Samstag, 1. August wird der große Slam ausgetragen mit Ella Anschein, Sascha Thamm, Morgaine Prinz, Julius Esser und jan Coenig, der zu den besten Slammern in Deutschland zählt und bereits viele Preise gewonnen hat. Nach den Vorträgen wählt das Publikum den Besten aus.

Am Donnerstag, 6. August lautet das Motto „Celebra Cuba!“ mit Rody Reyes und Conexión Cubana. Es handelt sich hierbei um eine Veranstaltung der Verbandsgemeinde, denn der „Treffpunkt der Kulturen“ ist eine Herzensangelegenheit von Verbandsbürgermeister Peter Klöckner, der erläuterte, dass Kuba seit Jahrzehnten unter Embargo-Politik leidet, dass lebensnotwendige Güter fehlen, dass Mediziner ins Ausland gehen, aber Medikamente fehlen und dass die Corona-Pandemie die Insel ganz besonders trifft, weil Tourismus, die wichtigste Einnahmequelle, total am Boden liegt. Kuba stehe stellvertretend für alle Menschen, die in der Welt zu kurz kommen, man denke nur an die vielen Flüchtlinge.

Klöckner, Leukel und Macht stehen gemeinsam für Kulturarbeit, die zu Toleranz und Miteinander beitragen soll.

Zum dritten Mal in Hachenburg werden „The Les Clöchards“ ihre außergewöhnliche Musik und Bühnen-Show darbieten. Die fünf Sound-Vagabunden sind für den 13. August engagiert.

Der ehemalige Reiseführer Stefan Danziger nimmt am 14. August die Menschen mit auf eine lustige Gedankenreise nach dem Motto „Was machen Sie eigentlich tagsüber?“ – und das im Brandenburger Dialekt.

Am 4. September begeistert Katie Freudenschuss am Klavier. Sie schrieb zum Beispiel ein bemerkenswertes Lied über Melania Trump mit neuen Sichtweisen.

Die „Starbugs Comedy“, drei attraktive athletische Männer, die mit hohem Voting als Sonnenkönige gewählt wurden, bieten am 9. Oktober „Jump!“, einen mitreißenden Mix aus Pantomimik, Comedy und Akrobatik.

Alte Bekannte in Hachenburg sind „Pigor und Eichhorn“, zwei außergewöhnlich kreative Menschen, die immer wieder neue Themen in Lieder verpacken.

Im Rahmen des Figurentheater-Festivals tritt Marc Schnittger am 21. und 22. November mit seinen Puppen auf. Mit einfühlsamem und intensivem Spiel verzaubert er kleine und große Zuschauer.

Es wird auch wieder einen Theater-Workshop geben und das Kulturzeit-Team hofft, dass Schulen und Kindergärten zu den Vorstellungen kommen. Gespielt werden „Der kleine Eisbär“, „Ali Baba“, „Die Schneekönigin“, „Robinson“, „Schneeweißchen und Rosenrot“, „Life Stories“ (für Erwachsene) und “Die entführte Prinzessin“.

Es wird auch eine „Weihnachts-Wundertüte“ angeboten werden, die sich als wunderbares Überraschungsgeschenk eignet. Wann der Vorverkauf startet, wird noch bekannt gegeben. Es empfiehlt sich, immer wieder auf die Homepage zu schauen, weil jederzeit Änderungen und Zusatzangebote möglich sind: www.hachenburger-kulturzeit.de. htv
Nachricht vom 28.07.2020 www.nr-kurier.de