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Wirtschaft
Noch keine Entwarnung, aber: Arbeitslosenzahl steigt langsamer
Auch im Juni bestimmt die Corona-Pandemie noch immer den regionalen Arbeitsmarkt in den Kreisen Neuwied und Altenkirchen. Obwohl der Alltag für viele wieder in gewohnten Bahnen verläuft, sind die Folgen der vergangenen Wochen weiterhin präsent. Dies zeigen die Zahlen des Statistikservice der Agentur für Arbeit, die zum Monatsende veröffentlicht werden.
Die Agentur für Arbeit in NeuwiedNeuwied. Demnach steigt die Zahl der Arbeitslosen zwar im Juni deutlich geringer an als noch im Mai und April – mit 10.038 Menschen ohne Job verzeichnete die Arbeitsagentur Neuwied im vergangenen Monat einen Anstieg um 150 Personen - im Vergleich zum Vorjahr sind es jedoch 2.515 Personen mehr. Das ist ein Plus von 33,4 Prozent Arbeitslosen im Vergleich zum Juni 2019. Die Quote bleibt mit 5,8 Prozent auf dem Vormonatsniveau (Vorjahr: +1,4 Prozentpunkte).

„Es sind noch immer besorgniserregende Zahlen, die uns derzeit erreichen“, sagt Karl-Ernst Starfeld, Leiter der Agentur für Arbeit Neuwied. „Denn wir haben auf der anderen Seite immer noch 43.823 Menschen in 3.032 Betrieben, für die Kurzarbeit angemeldet worden ist. Zusätzlich dazu haben viele Menschen ihren Job verloren, da er auch mit dem Instrument der Kurzarbeit nicht zu sichern war.“ Im Juni wurden außerdem nur knapp halb so viele Stellen gemeldet wie im Vorjahr (309), auch der Stellenbestand ist um 38 Prozent auf 1.913 Stellen gesunken.

Arbeitsmarkt erholt sich langsam
Es ist davon auszugehen, dass die Erholung des Arbeitsmarktes eine lange Zeitspanne in Anspruch nehmen wird. Allerdings gibt es erste positive Anzeichen: So gibt es im Juni deutlich weniger Zugänge in Arbeitslosigkeit als im Mai, wohingegen die Beschäftigungsaufnahmen gestiegen sind. Beim Anstieg der Arbeitslosigkeit seit März ist unsere Region im rheinland-pfälzischen Vergleich stark betroffen, von der Kurzarbeit etwas weniger als die Regionen, in denen beispielsweise der Tourismus eine größere Rolle spielt“, so Karl-Ernst Starfeld. Die Bundesmitte läge bei einem Anstieg von 1,3 Prozentpunkten in der Arbeitslosenquote – der im Agenturbezirk der Arbeitsagentur Neuwied mit 1,4 Punkten 0,1 Punkte darüber.

Und so sieht es im Einzelnen in den beiden Landkreisen aus, die die Agentur für Arbeit Neuwied betreut:

Im Landkreis Neuwied liegt die Arbeitslosenquote mit 5,8 Prozent auf dem Vormonatsniveau und 1,3 Punkte über dem Wert des Vorjahres. 5.782 Personen sind ohne Job, 20 mehr als im Vormonat und 1.310 mehr als im Vorjahr. 2.633 Menschen fallen in den Bereich des SGB III und sind damit in der Regel weniger als ein Jahr arbeitslos, 3.149 Personen werden vom Jobcenter betreut und leben von der Grundsicherung (Hartz IV). 1.834 Betriebe haben seit März Kurzarbeit angemeldet, davon betroffen sind 25.193 Personen.

Im Kreis Altenkirchen sind im Juni 4.256 Menschen ohne Job –130 mehr als im Mai und 1.205 mehr als im Vorjahr. Hiervon haben 2.275 Menschen Anspruch auf Arbeitslosengeld I, während 1.981 Menschen mit ihren Familien von der steuerfinanzierten Grundsicherung (Hartz IV) leben. Die Arbeitslosenquote steigt um 0,2 Punkte auf 5,9 Prozent und übersteigt die Quote des Vorjahres damit um 1,7 Prozentpunkte. In den 1.198 Betrieben, die seit März Kurzarbeit angemeldet haben, sind 18.493 Personen betroffen. (PM)
 
Nachricht vom 30.06.2020 www.nr-kurier.de