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Politik
Bunte Stadt Linz ist auf dem Weg zur Smart City
"Mission Smart: Linz am Rhein macht Zukunft" hat sich die Stadt Linz auf die Fahne geschrieben. Nachdem die Stadt eine Smart City-Strategie entwickelte, stellte sie nun einen Förderantrag, um Modellprojekt Smart City zu werden. Bekommt die Kommune den Zuschlag, werden von den geschätzten 1,7 Millionen Euro Gesamtkosten 65 Prozent gefördert.
Von links: Hans Georg Faust, Karin Wessel und Helmut Muthers an der neuen digitalen Infostele, die Teil von Smart City ist. Foto: sol Linz. "Wenn wir die Förderung nicht erhalten, werden wir das Projekt in jedem Fall weiterverfolgen. Wir hoffen, in den Genuss des Zuschusses zu kommen, denn die gibt der Smart City-Umsetzung einen deutlichen Schub", sagt City-Managerin Karin Wessel.

2016 fasste der Stadtrat den Beschluss, Smart City zu werden. Der Begriff steht für ein gesamtheitliches Stadtentwicklungskonzept, das darauf abzielt, effizienter, technologisch fortschrittlicher, grüner und sozial inklusiver zu werden. Die "kluge Stadt" soll den Einwohnern, Gästen, Arbeitnehmern, Gewerbe und Handel zugutekommen.

Fördermittelgeber ist das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat in Zusammenarbeit mit der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau). Insgesamt wollen sie 750 Millionen Euro an 50 Modellprojekte ausschütten. In den Modellprojekten sollen strategische und integrierte Smart City-Ansätze erprobt werden, um Erfahrungen zugunsten der gesamten Bandbreite der kommunalen Landschaft zu sammeln.

Folgende Maßnahmen sind geplant: Eine Linz App für Informationen und die Vernetzung von Bürgern, digitales Bonuspunkte-System für den Einzelhandel, digitaler historischer Stadtrundgang, Vernetzung von Verkehrsträgern, intelligentes Parkleitsystem und die Erfassung von Besucherströmen für Planbarkeit und Sicherheit bei Veranstaltungen. Da der Förderzeitraum maximal fünf Jahre beträgt, sollen die Maßnahmen bis 2025 umgesetzt werden.

"Unsere Vision von Linz ist, als Bunte Stadt am Rhein in wirtschaftlicher, kultureller, gesellschaftlicher und ökologischer Hinsicht durch zukunftsorientierte Innovationen für seine Menschen lebenswert und für Touristen attraktiv zu sein", erklärt Helmut Muthers, der als Beigeordneter für Digitales und Zukunft zuständig ist. Bei Entwicklung der Smart City Strategie seien verschiedene Gremien und Interessensvertreter mit ins Boot geholt worden. Auch Stadtbürgermeister Hans Georg Faust hofft, den Förderzuschlag zu erhalten, um "Linz langfristig als handlungs- und wettbewerbsfähige Kommune zu erhalten und die Attraktivität der Stadt zu steigern". Im August wird mit der Entscheidung über die Förderung gerechnet.

Bisher gebe es kaum Praxisbeispiele für kleine Kommunen, sagt Wessel: "Wir wollen smarte und integrierte Smart City-Ansätze für Kleinstädte erproben, auch als Beispiel für andere, kleinere Kommunen im ländlichen Raum, und unsere Erfahrungen gerne an sie weitergeben".
sol
Nachricht vom 04.06.2020 www.nr-kurier.de