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Kolumne „Themenwechsel“: Was ist eigentlich der Ostermontag?
Die Coronakrise ist allgegenwärtig, derzeit bleibt kein Bereich unseres Alltags davon unberührt. Jeden Tag gibt es neue Schlagzeilen, und das überall. Das ist gut so, denn Information ist wichtig. In unserer Kolumne wollen wir jedoch auch einen Blick auf die Themen werfen, die trotz Corona gerade aktuell sind, oder solche, die unsere Leser bewegen. Ein Gastbeitrag von Rabea Weller.
(Symbolbild: Gerd Altmann auf Pixabay)Ein sonniges Osterwochenende liegt hinter uns. Wir alle wissen: An Ostersonntag soll Jesus von den Toten auferstanden sein. Soweit klar. Aber was ist mit dem Ostermontag? Warum ist auch das ein gesetzlicher Feiertag – und warum gibt es ihn überhaupt? Fragen über Fragen, denn im Gegensatz zum Ostersonntag gerät hier die Geschichte oft in Vergessenheit. Wer einmal genauer darüber nachdenkt, der wird merken: So genau weiß man gar nicht, was das eigentlich soll. Doch auch hier hilft uns die biblische Erzählung weiter.

Ostermontag war demnach der Tag, an dem Jesus zum ersten Mal Menschen begegnete. Kurz gefasst waren diese Menschen zwei Jünger auf dem Weg nach Emmaus, einem Dorf, das in der Nähe von Jerusalem gelegen haben soll. Sie zweifelten vor ihrer Begegnung daran, dass es wirklich möglich sei, dass es eine Auferstehung gab und erst nachdem Jesus ein ganzes Stück Weg mit ihnen gegangen war, sollen sie ihn erkannt haben. Somit ist der Ostermontag der Tag der Bestätigung der Auferstehung Jesu – auf jeden Fall ein wichtiges Ereignis.

Auch an Ostermontag gibt es Bräuche
Viele Traditionen rund um das Osterfest spielen sich am Ostersonntag oder davor ab. Doch kennt man die Geschichte des Ostermontags, wird klar: Auch hier sind Sitten entstanden. So gibt es beispielsweise in vielen Orten den sogenannten Emmausgang, ein Spaziergang, der mit Gebeten in Verbindung steht. In Bayern gibt es Pferdewallfahrten inklusive Schwerttanz – der Ursprung dessen ist eine andere Geschichte. Auch Eierlaufen wird Ostermontags gerne praktiziert – das ist doch mal etwas, das man im Garten gut ausprobieren kann. Es macht noch genauso viel Spaß wie früher!

Auch Spaziergänge in Verbindung mit Gebeten sind eine gute Möglichkeit, den letzten Tag der Karwoche zu verbringen. In unserer Region gibt es vielerorts Gedenkstätten, Wegkreuze und Denkmäler, an denen es sich einzuhalten lohnt. In Birken-Honigsessen beispielsweise hat die KFD zudem zu Ostern überall im Ort bunt bemalte Steine versteckt. In Wallmenroth führt eine Steinkette bunter Gemälde zum Bergkreuz – ein wirklich toller Anblick. Hier kann natürlich noch selbst Gemaltes hinzugefügt werden.

Ostern Revue passieren lassen
Besonders wichtig ist es jedoch, am Ostermontag noch einmal zurückzublicken. Ein Fest der Auferstehung und des Neuanfangs liegt hinter uns. Dazu kam strahlender Sonnenschein – das ist etwas, das uns positiv in die Zukunft blicken lassen sollten. Der April gilt mit dem Frühlingsbeginn auch als Monat des positiven Umbruchs und des Lebens – überall grünt und blüht es, es wird warm und die Tage werden länger. Nicht nur dieses Jahr ist dieser Zeitpunkt also ideal, Kraft zu schöpfen, auszuruhen und mit viel guten Gedanken durchzustarten, egal, ob Ostern eine religiöse Bedeutung für uns hat oder nicht.

In diesem Sinne: Neben dem Eierlaufen kann es auch gut tun, einfach mal die Natur zu beobachten oder eben doch nochmal die Gedanken schweifen zu lassen. Wir lesen uns am Donnerstag!

Nachricht vom 12.04.2020 www.nr-kurier.de