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NABU Rengsdorf erhält Auszeichnung der UN-Dekade „Biologische Vielfalt“
„Der NABU Rengsdorf ist es gelungen, durch die Beweidung mit Heideschnucken die Verbuschung der Heidefläche am Beulsberg zu verhindern und somit einen wichtigen Lebensraum vieler Tiere zu erhalten“, sagte Umweltstaatssekretär Dr. Thomas Griese heute (10. Dezember) in Bonefeld und würdigt die beispielhafte Arbeit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt. Durch den Einsatz des NABU könne die Artenvielfalt im Lebensraum der Heideflächen sogar wieder erhöht werden.
Sie verhindern die Verbuschung. Archivfoto: Wolfgang TischlerBonefeld. Im Vergleich zum Bestand 1998 seien viele Heuschreckenarten wiedergefunden oder neu entdeckt worden, beispielsweise der Heidegrashüpfer. „Die Aktion zeigt auch: Der Schutz der biologischen Vielfalt fängt vor der eigenen Haustür an. Das Projekt ist in der Gemeinde fest verankert und wird von den Bonefelder Bürgerinnen und Bürgern in besonderer Weise mitgetragen“, zeigte sich der Staatssekretär beeindruckt.

Die Auszeichnung der UN-Dekade verdienen sich Projekte, die sich in besonderer Weise für die Erhaltung der biologischen Vielfalt einsetzen, die maßgeblichen Akteure zusammenbringen und die Welt der Artenvielfalt im Alltag für die Menschen sichtbar und erlebbar machen.

Biodiversität nimmt ab
In Deutschland ist besonders innerhalb der artenreichsten Tiergruppe, den Insekten, ein dramatischer Rückgang zu beobachten. So stehen bei den Großschmetterlingen inzwischen 64 Prozent, bei den Heu- und Fangschrecken 49 Prozent der Arten auf der Roten Liste. Das hat wiederum Folgen für andere Arten, da Insekten die Nahrungsgrundlage für viele Säugetiere, Vögel oder Amphibien sind. Ähnlich dramatisch stellt sich der Rückgang von Wildbienen dar. Nach der Roten Liste sind aktuell über 40 Prozent der knapp 560 in Deutschland lebenden Arten bestandsgefährdet.

„Darüber hinaus sind allein in Rheinland-Pfalz rund 50 Prozent der Brutvogelarten in Gefahr. Ihr Bestand ist in den letzten 25 Jahren um die Hälfte zurückgegangen. Diese Entwicklung ist auf vielfältige Ursachen zurückzuführen: so trägt beispielsweise die Zerschneidung der Landschaft durch Verkehrswege und Siedlungen, aber auch eine intensive Landwirtschaft zum Artenschwund bei. Darüber hinaus sind zahlreiche Wildkräuter, die vielen Insekten als Nahrung dienen, aufgrund von Pestizideinsätzen in Landwirtschaft und (Stein-) Gärten selten geworden“, mahnte Griese. (PM)

Hintergrund

Im Wettbewerb "Biologische Vielfalt" wird jede Woche ein Projekt ausgezeichnet, das sich besonders für den Erhalt, eine nachhaltige Nutzung oder die Vermittlung der biologischen Vielfalt einsetzt. Bewerben können sich Einzelpersonen oder Initiativen, institutionelle Projektträger wie Verbände, Stiftungen und Unternehmen sowie staatliche und nichtstaatliche Organisationen. Über die Auszeichnung von Projekten entscheidet eine unabhängige Fachjury, an der Vertreterinnen und Vertreter aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen beteiligt sind. 2019/2020 lautet der Schwerpunkt des Wettbewerbs „Insekten schützen – Gemeinsam für die Vielfalt der Natur“. Ab sofort wird das Projekt „Erhalt Bonefelder Heide durch Beweidung mit Heidschnucken“ auf der Website der UN-Dekade in Deutschland vorgestellt.
Nachricht vom 09.12.2019 www.nr-kurier.de