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Kultur
„MomENTE“ der Kunstgeschichte: Duckomenta in Neuwied
Ein kulturelles Schmankerl wird im nächsten halben Jahr in Neuwied zu Gast sein: Die neue Ausstellung in der Neuwieder Stadt-Galerie widmet sich ab dem 15. August mit der „Duckomenta“ einem Paralleluniversum, in dem eine mysteriöse Entensippe lebt, die „interDucks“. Kunst mit einem Augenzwinkern, amüsanter kann Kunstgeschichte nicht vermittelt werden, daher absolut familiengeeignet.
Anke Doepner zeigt ein Werk, das erstmals in Neuwied der Öffentlichkeit vorgestellt wird. Fotos: Wolfgang TischlerNeuwied. Die Duckomenta ist eine durch ganz Europa tourende Wanderausstellung, deren Name eine Parodie auf die documenta in Kassel ist. In ihr werden Bilder und Plastiken ausgestellt, die berühmten Werken der Kunstgeschichte nachempfunden sind, nur dass die dargestellten Figuren Enten im Stil von Donald Duck sind. Die Duckomenta präsentiert in Neuwied unter dem Motto „MomENTE“ rund 150 „MeisterENTEN“ aus fast allen geschichtlichen Epochen, von der Steinzeit bis zur Neuzeit.

„Duckomenta“-Geschäftsführerin Anke Doepner erläuterte, dass sie in den 80er Jahren als Studentin zum Kunstsoziologie-Professor Eckhart Bauer kam, dem Initiator der „interDuck“, der die Frage stellte, ob wir noch so stark von amerikanischer Kultur vereinnahmt werden, dass die Disney-Figuren auch die Kultur übernehmen werden. Als ironische Antwort malten Studenten Werke zur „VerEntung“ der Welt, die 1986 im Comic-Salon Erlangen ausgestellt wurden. Die Ausstellung wurde zum Erfolg und ging durch ganz Europa auf Tournee. Im Jahr 2.000 wurde der Grundstein gelegt für eine alternative Kulturgeschichte mit Enten, losgelöst vom sozialkritischen Ansatz des Professors. Die Duckomenta hat eine Welle losgetreten zwischen Kunst und Comic. Der spielerische Ansatz, sich mit Kulturgeschichte und Kunst auseinanderzusetzen, bringt Menschen ins Museum, weil er Spaß macht.

Fünf Künstler gestalten nach hohen Qualitätsstandards Bilder in allen Stilen der Kunstgeschichte und für jeden Ausstellungsort werden neue Kunstwerke erstellt. Die Enten erzählen eine eigene Geschichte: Für Neuwied tauchte eine Vorstudie auf zum berühmten Guernica-Bild von Pablo Picassos natürlichem Bruder Pablo Incasso, gemalt auf altes Leinen.

Ansonsten sind in Neuwied die Highlights der 500 Gemälde und Grafiken ausgestellt. So ist beispielsweise die weltberühmte Mona Lisa als Ente dargestellt, auch Goethe und Schiller sind schnabelverziert, ebenso Mozart und Gutenberg. Edvard Munchs berühmter „Schrei“ kommt aus einem Entenmund und flotte Porträts zeigen Vincent van Dugh, Che Duckevara oder Elvis Ducksley. Die Ente in Monets Seerosenteich muss man suchen und die US-Freiheitsstatue sieht auch mit Entenkopf imposant aus. Sehr anmutig wirkt der arme Entenpoet, die niedlichen Entchen passen nahtlos in die Gemälde der Romantiker im ersten Stock der Stadt-Galerie.

Die Ausstellung ist wegen des hohen Humorfaktors auch für Museumsmuffel geeignet, zudem gibt es ein attraktives Rahmenprogramm wie den „Enten-Marsch“ an jedem 1. Sonntag im Monat oder die „Entenjagd“ für Großeltern und Enkel am 22. September und 2. Februar 2020. „Enten-Kunst und Kulinaria“ gibt es am 15. Oktober: Führung durch die Ausstellung mit anschließendem Überraschungsmenü. „Duckomenta und Wein“ am 15. November zeigt bei einer Schlenderweinprobe die Vorliebe der Enten für ein edles Tröpfchen. Am 4. Dezember wird ein Film über Donald Duck gezeigt, der „kein Superheld“ war und Boris Weber interpretiert am 15. Dezember Comic- und Originaltexte der Enten neu.

Petra Neuendorf, Chefin des Stadtmarketings ergänzte, man habe eine Mona Lisa mit Schnabel gefunden, mit der man sich mittels Selfie selbst in diese Welt hineinkatapultieren könne. Eine neue Neuwieder Facette der „MeisterENTEN“, futuristisch digital erstellt statt handgemalt.

Die Werke sind vom 15. August bis 16. Februar 2020 zu sehen, die Vernissage steht für Mittwoch, 14. August, 19 Uhr auf dem Programm. Anwesend sind dann „Duckomenta“-Initiator Eckhart Bauer und „Duckomenta“-Geschäftsführerin Anke Doepner. Für den musikalischen Rahmen sorgt Saxofonist Alexander Reffgen, das Grußwort spricht Oberbürgermeister Jan Einig. ENTlich geht es los!

Geöffnet ist die Stadt-Galerie Neuwied in der ehemaligen Mennonitenkirche aus dem Jahr 1768 mittwochs von 12 bis 17 Uhr, donnerstags bis samstags von 14 bis 17 Uhr, sonn- und feiertags von 11 bis 17 Uhr, Gruppen nach Vereinbarung. Weitere Informationen: Schlossstraße 2, 56564 Neuwied (für Navis: Deichstraße 1), Telefon 02631 20687 oder E-Mail stadtgalerie@neuwied.de. htv
       
       
       
Nachricht vom 04.08.2019 www.nr-kurier.de