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Konfettiregen über Rock am Ring 2019
Über 85.000 verkaufte Karten, unzählige Konfettikanonen, atemberaubende neue Bühnenbilder mit riesigen Leinwänden und nicht zuletzt eine Vielzahl an hochwertigen Künstlern, die die drei Bühnen am Wochenende füllten: Dies war das Resümee des diesjährigen Rock am Ring-Wochenendes.
Mit „Casteria“ feierten die Festivalbesucher einen gelungenen Abschluss des Wochenendes. Bilder: LJSNürburg. „Junge, warum hast du nichts gelernt?“ Neben dem Headliner, über den seit der Veröffentlichung im letzten Jahr alle sprachen, konnte das Festival wie gewohnt auch mit weiteren musikalischen Highlights aufwarten. Nachdem ein Großteil der Festivalbesucher bereits Dienstag bis Donnerstag angereist waren, öffnete das Gelände am Freitagmittag seine Pforten. Trotz des launischen Wetters mit kräftigen Sturmböen, kurzen Schauern und niedrigen Temperaturen, konnte die sich aufheizende Stimmung nicht getrübt werden: Bereits beim Auftritt von der US-amerikanischen Rockband „Welshly Arms“ grölten die Fans Hits wie „Legendary“ oder „Sanctuary“ lauthals mit.

Ein ganz anderes Musikgenre, jedoch mit nicht weniger begeisterten Zuschauern, erfüllte das Musikerduo „SDP“, bestehend aus Vincent Stein und Dag-Alexis Kopplin auf der Beck’s Crater Stage. Diese überzeugten mit einer Mischung aus altbekannten Hits wie „Ne Leiche“ und Liedern aus ihrem neuesten Album, untermalt mit einer Vielzahl an Funkenfontänen, Konfettikanonen und einer gewohnt witzigen und abwechslungsreichen Show. Mit „Slash und Miles Kennedy“ ging es auf der Volcano Stage weiter, vor der sich bereits viele Besucher versammelt hatten, um ihren Idolen zujubeln zu können. „Tool“ als Headliner des Tages vervollständigten den Festivalauftakt und rockten mit Sänger Maynard James ganze eineinhalb Stunden die Hauptbühne.

Bereits am zweiten Festivaltag versprach das Wetter besser zu werden, der Wind hatte nachgelassen, die Temperaturen waren angestiegen und lediglich kürzere Regenschauer trübten das Gesamtbild. Bereits früh am Nachmittag war der Zuschauerbereich vor der Hauptbühne so gefüllt, das kein Einlass in die ersten und zweiten Wellenbrecher mehr war. Dies lag nicht zuletzt an der Reihe vielversprechender Acts, beginnend mit der Politpunkband „Feine Sahne Fischfilet“, die sich darauf verstanden, das Publikum anzuheizen, den 1996 gegründeten „Dropkick Murphys“ mit ihrem Folk-Punk-Stil, und anschließend der britischen Band „Bring Me The Horizon“, deren Sänger Oliver Sykes mit Hits wie „Medicine“, „Drown“ und „Mantra“ auf der Bühne alles gab.

Als letzter Act der Hauptbühne stand der Headliner auf dem Programm auf den alle heiß ersehnt gewartet hatten: „Die Ärzte“. Mit einer gewohnt witzigen Show und einer Performance der bekanntesten Lieder brachten diese einen Jeden zum Mitsingen und stiegen so nach langer Pause zu altbekannter Größe auf. Eine schwierige Entscheidung der Festivalbesucher war an diesem Abend trotz alledem zu treffen, da parallel zu den Ärzten der zweite Headliner „Slayer“, eine ebenfalls sehr bekannte Trash-Metal-Band aus Kalifornien auf der Beck’s Crater Stage auftrat.

Für die, die den Abend tanzend ausklingen lassen wollten, gab es in den frühen Morgenstunden die Möglichkeit, vor der Alternastage DJ „Alle Farben“ zu lauschen und im Konfettiregen zu Hits wie „Fading“, „She Moves“ oder „Please Tell Rosie“ Spaß zu haben. Allein dieser Abend spiegelte die große Bandbreite der einzelnen Musikstile wieder, die Rock am Ring ein jedes Jahr kreiert. Sowohl alle Altersklassen, als auch alle Geschmäcker der Musikfans wurden versorgt, was auch am letzten Festivaltag erneut bewiesen wurde.

Mit Sonnenstrahlen startete am Sonntag der Ausklang des Wochenendes, und versprach mit warmen Temperaturen ein gelungenes Ende. Insbesondere auf der Beck’s Crater Stage waren an diesem Tag zahlreiche Künstler untergebracht, deren Genre sich von Rock unterschied, die jedoch trotzdem den Zuschauerbereich bis auf den letzten Zentimeter füllten. Mit den deutschen Rappern „KC Rebell“ und „Kontra K“ wurden viele Songs aus den deutschen Charts wiedergegeben, wodurch ein Großteil der Anwesenden die Texte gerne mitgrölte. Anschließend trat mit Rapper „Alligatoah“ ein Multitalent auf, dessen Bühnenshow und schauspielerische Einlagen allein faszinierten und begeisterten, und nur von seiner Musik übertroffen wurden, die aus neuen Hits wie „Zuhause“ oder „Hass“ und Altbewährtem wie „Willst du“ bestanden.

Anschließend fand sich die vierköpfige britische Indie-Rockband „Bastille“ aus London dort ein und begeisterte mit abwechslungsreichen Klängen und einzigartigen Lichteffekten. Währenddessen trat auf der Volcano Stage der Headliner des Tages, „Slipknot“, auf. Die US-amerikanische Alternative-Metal-Band war insbesondere wegen ihrer gesichtsverhüllenden, und auf den ersten Blick sehr einschüchternden, Masken unverkennbar und überzeugte ihre Fans, die wild in Circle Pits feierten, auf ganzer Linie.

Einen von vielen Besuchern als krönenden Festivalabschluss bezeichneten Auftritt absolvierten „Casper“ und „Marteria“, oder kurz „Casteria“ von den Fans genannt, als Closing auf der Beck’s Crater Stage. Die zwei deutschen Rapper, welche vor kurzem ihr gemeinsames Album „1982“ veröffentlichten, performten eine gelungene Mischung aus gemeinsamen Hits und einigen ihrer bekanntesten eigenen Songs, wovon sich viele Anwesende begeistert zeigten. Neben Funkenregen und Feuerwerk am Ende der Show war für die Meisten auch der zeitweise Auftritt auf einem Monstertruck in der Menge ein absolutes Highlight, und daher ein gelungenes Ende für das lange Wochenende.

Der Vorverkaufsstart für Rock am Ring 2020 beginnt am 11. Juni um 12 Uhr und trotz der Tatsache, dass noch keine Headliner bekannt gegeben wurden, verspricht es Großes: ganze 35 Jahre Rock am Ring werden vom 5. bis zum 7. Juni 2020 gefeiert. LJS
       
       
       
 
Nachricht vom 10.06.2019 www.nr-kurier.de