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Kultur
Sonne und gute Laune beim Pfingstspectaculum Bad Hönningen
Allerley Gaukeley und Specereyen bietet das alljährliche Pfingstspectaculum am Rheinufer in Bad Hönningen. Das beliebte Volksfest zog auch in diesem Jahr wieder Besuchermassen an, sodass Parkplätze Mangelware waren. Keinen Mangel gab es an Antik- und Flohmarktartikeln und historischem Lagerleben. In der weißen Zeltstadt erlebte man emsiges Treiben, authentisch gewandete Bewohner, gute Laune und originelle Unterhaltung.
Fotos: Helmi Tischler-Venter
Video: Wolfgang TischlerBad Hönningen. Ritter in glänzenden Rüstungen, Bauernvolk in einfacher Kleidung, wilde gelbhäutige Mongolen mit langen Zöpfen auf glattrasierten Schädeln, Schotten in Röcken, Söldner mit Ahlspießen oder Rossschindern und Markthändler in historischer Gewandung, die sprachlich angepasst ihre Specereyen gegen „Silberlinge“ abgaben, ließen die bereitwilligen Besucher ins Mittelalter abtauchen.

Eine Attraktion waren wie immer die Schwert- und Axtkämpfe der Ritter, bei denen es nicht nur knallende Schläge auf die Schilde gab, sondern auch lautstarke Sprüche und Gegröle, unterstützt durch Sympathiebekundungen der Zuschauer, die die Vorführungen mit viel Handgeklapper belohnten. Solches wurde auch den Musikern auf der Bühne neben den Ständen für Speis und Trank zuteil. Zu leckerem Schweinefleisch gab es musikalische Unterhaltung vom Schweinsleder: Die Sauenscheucher Porcae pellere unterhielten mit Trommeln, Dudelsäcken, Gesang und Jonglage, Bänkelsänger forderten zum Mitsingen von Shanties auf.

Die historischen Gruppen gaben sich große Mühe, dem Publikum ein authentisches mittelalterliches Lagerleben vorzuführen. Die Zelte waren offen, so konnte man deren Ausstattung begutachten und fast vergessene handwerkliche Tätigkeiten beobachten wie Bänder weben, spinnen, schmieden, schnitzen, Trommeln herstellen und sieden. Für die Kinder wurde wieder das kleinste Riesenrad der Welt mit Muskelkraft gedreht, sie konnten beim Mäuserennen einen wunderwirksamen Stein und einen geheimen Preis gewinnen und mit Pfeil und Bogen einen hölzernen Auerhahn oder gar einen Drachen erlegen. Die im Lager lebenden Kinder spielten mit einem Plumpsack und lernten die Bedeutungen von Runen.

Viele kleine Jungen fühlten sich ritterlich nach dem Kauf eines hölzernen Schwerts oder eines Blechhelms. Für die Mädchen standen wunderschöne Kleider und passender Kopf- und Silberschmuck zum Kauf. Mittelalterliche Gewandung konnten auch die Erwachsenen erwerben, daneben Schaffelle und Lederwaren, duftende Seifen, Met, Liköre und orientalische Leckereien sowie Besonderheiten wie „Erblühtee“, kandierten Ingwer und süße Maulbeerbaumfrüchte.

Sehr zufrieden zogen die Besucher heimwärts, die nicht bis zum Feuerwerk bei Dunkelheit bleiben konnten oder wollten. Am Pfingstmontag ist noch einmal der Besuch des faszinierenden Spectaculums möglich. htv


Wir waren mit der Filmkamera dabei




       
       
       
       
       
       
       
       
       
Nachricht vom 10.06.2019 www.nr-kurier.de