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Kultur
Sehr vergnüglicher „Tratsch im Treppenhaus“ in Bonefeld
Sobald der Vorhang der Theatergruppe in der Verbandsgemeinde Rengsdorf-Waldbreitbach aufgeht und den Blick auf die Bühnenkulisse mit fünf Türen frei gibt, ist klar: Das Geschehen wird turbulent werden. Ursache für alle theatralischen Turbulenzen ist die Mieterin Meta Boldt, die allen übrigen Mietern im Mehrfamilienhaus mit Kontrollzwang und hinterhältigem Tratsch das Leben schwer macht.
Impressionen des Theaterstückes. Fotos: Wolfgang TischlerBonefeld. Meta Boldt hat ständig das Treppenhaus im Blick. So stellt sie schnell fest, dass Frau Knoop in der zweiten Etage ein Zimmer untervermietet hat, gegen die Regeln des Mietvertrags. Da muss doch schleunigst der Hauswirt Bernhard Tramsen durchgreifen, zumal die laute Musik der Untermieterin den Nachbarn Ewald Brummer, Steuerinspektor a. D., stört. Doch beide Herren kapitulieren sofort angesichts des Charmes der bezaubernden jungen Untermieterin Susi Seefeldt. Als dann auch noch Brummers Neffe Markus auf der Flucht vor seinem uneinsichtigen Vater in Onkels Kammer Unterschlupf findet, steigern sich die Verwicklungen. Schließlich taucht auch noch ein Heilsarmist oder Kriminalist auf, der sich als Susis Vater entpuppt.

Eine mächtige Aufgabe hatte sich die Theatergruppe in der Verbandsgemeinde Rengsdorf-Waldbreitbach vorgenommen, denn „Tratsch im Treppenhaus“ ist durch die Fernsehaufführungen des Ohnsorg-Theaters mit Heidi Kabel und Henry Vahl äußerst bekannt. Aber das Ensemble verfügt auch über die passenden Schauspieler. Die Rollen sind genial besetzt mit Dagmar Schmidt als Tratschtante Meta Boldt und Werner Hoffmann als Ewald Brummer. Die beiden jungen Untermieter werden von Josi und Maximilian Voß passend verkörpert, Christiane Schulz-Voß spielt überzeugend Frau Knoop, Frank Reinhard tritt als Herr Seefeld auf und Regisseur Christian Spliethofe stellt – physiognomisch passend - Hauswirt und Metzgermeister Bernhard Tramsen dar.

Zum Schreien komisch ist die Wandlung des Kaninchen züchtenden Miesepeters Ewald Brummer zum verliebten, alles bewundernden Gockel, dessen Kleidung und Gehabe immer schriller werden. Eine Paraderolle für den erfahrenen Mimen Werner Hoffmann. Auch der Metzgermeister alias Christian Spliethofe macht eine Kehrtwende von streng zu tolerant und versucht mit Schick, Rosen und Wurst bei der schönen Susi zu punkten. Diese meint: „Ich mag korpulente Männer, die haben sowas Gemütliches an sich.“ Sehr ungemütlich wird es am Ende für die hinterhältige Meta Boldt, von Dagmar Schmidt so überzeugend gespielt, dass man überlegt, ob die Frau etwa immer so ist. Eine wichtige Rolle kommt auch Christiane Schulz-Voß als Frau Knoop zu, die ihrem Herzen folgt und dafür am Ende belohnt wird. Sie gewinnt nicht nur Nordeuropas besten Rammler. Auch für das Paar Markus Brummer und Susi Seefeld lösen sich mit Vater Seefelds Hilfe alle Probleme in Wohlgefallen auf.

Die sieben Schauspieler kommen während des Vierakters von allen Seiten auf die Bühne, auch durch den Zuschauerraum. Dadurch wird das Publikum direkt einbezogen. Das hatte bei der Premierenvorstellung am Samstagabend (23. März) im Deichwiesenhof in Bonefeld außerordentlich viel Spaß.

Das turbulente Stück mit Happy End wird noch einige Male gespielt. Aufführungstermine:
24. und 29. März, 5., 6., 12., 26., 27. und 30. April und am 3., 4., 10. und 11. Mai. Alle Vorstellungen beginnen um 20 Uhr, außer am Sonntag, den 24. März. Beginn hier 18 Uhr. Einlass ist immer eine Stunde vorher. Da es wie immer keine Stuhlnummerierungen gibt, gilt: "Wer zuerst kommt, bekommt den besten Platz!"

Karten gibt es in den bekannten Vorverkaufsstellen:
Sternapotheke Rengsdorf, Telefon 02634/1488
ED-Tankstelle Rengsdorf, Telefon 02634/8717
Adler Apotheke, Oberbieber, Telefon 02631/47869
Deichwiesenhof Bonefeld, Telefon 02634/921377
Sabines Geschenkstube Anhausen, Telefon 0175/1933981

Im nächsten Jahr will die Schauspielgruppe anlässlich der 30. Vorstellung im 35. Jubiläumsjahr wieder mehr Darsteller auf die Bühne bringen, ein Grund zur Vorfreude. htv

       
       
       
       
       
       
     
Nachricht vom 24.03.2019 www.nr-kurier.de