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Gründungstreffen einer Selbsthilfegruppe Borderline
„Reise in einem rasenden Zug – ohne Notbremse“, so beschreibt ein Betroffener in einem Buch seine Borderline-Erkrankung. Menschen mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung leiden. Sie sind impulsiv, ihre zwischenmenschlichen Beziehungen, ihre Stimmungen und ihr Selbstbild sind instabil. Weit mehr als Gesunde erleben an Borderline Erkrankte negative und positive Gefühle so intensiv, dass sich diese Störung auch in ihrem Verhalten zeigt. Als Auswirkung hiervon kommt es oft zu Depressionen und auch zu selbstverletzendem Verhalten.
Viele Borderliner ritzen sich. SymbolfotoNeuwied. Wissenschaftler haben festgestellt, dass an Borderline Erkrankte sieben bis acht Mal so intensive Gefühle haben. Auf zum Beispiel Wut hochgerechnet ist es immens was dann im Erkrankten brodelt. Es gibt sehr viele Varianten, viele Borderliner die sich ritzen. Dies machen aber nicht zwangsweise Alle. Es gibt viele Formen von Selbstschädigendem Verhalten.

Hier zum Beispiel Essstörungen, übermäßiges Geld ausgeben, Alkohol und Drogenmissbrauch, Diebstahl, Rücksichtsloses Fahren oder Rasen, häufig wechselnde sexuelle Kontakte, Schlucken von Medikamenten oder Chemikalien, selbst Schlagen, Haare, Nägel ausreißen, Auspowern bis fast zur Bewusstlosigkeit und vieles mehr. Borderline Erkrankte sind aufgrund dieser besonderen Situation oftmals einer starken Belastung und Sorge ausgesetzt.

In dieser Selbsthilfegruppe können sich Betroffene in einem geschützten Rahmen über die Auswirkungen der Erkrankung austauschen, sich gegenseitig unterstützen und gegebenenfalls Strategien zur Bewältigung und Methoden zur Symptomlinderung teilen sowie durch gemeinsame Aktivitäten zu einer Steigerung der Lebensfreude gelangen. Hier soll Betroffenen die Möglichkeit gegeben werden, einfach mal sein Leid, seine Sorgen, Ängste und Probleme von der Seele zu reden und Gleichgesinnte zu finden.

Der Austausch untereinander und die Erfahrung, nicht allein mit seinen Problemen zu sein, ist oft eine große Hilfe bei der Bewältigung. Auf Anregung einer Betroffenen möchte die Neuwieder Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe in Kooperation mit der St. Antonius Tagesklinik Neuwied eine Selbsthilfegruppe zum Thema Borderline gründen.

Am Dienstag, den 15. Januar 2019 findet um 18 Uhr das Gründungstreffen statt. Die Gruppentreffen finden fortlaufend jeden 2. Dienstag in den ungeraden Wochen in der St. Antonius Tagesklinik, Willi- Brückner Str. 8 in Neuwied statt. Die Gruppe beginnt um 18 Uhr und endet gegen 19:30 Uhr.

Die Teilnahme ist kostenlos. Interessierte sind herzlich willkommen. Nähere Auskünfte erteilt Frau Dill (Gruppenleitung) unter Telefon 02631/ 9012117 oder per Mail borderline-shg-neuwied@mail.de oder bei NEKIS, Jens Arbeiter unter Telefon 02631 / 803 797 oder per mail nekis.caritas@kreis-neuwied.de.
Nachricht vom 18.12.2018 www.nr-kurier.de