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Nachricht vom 18.12.2018
Kultur
Op dem Weihnachtsmaat in Bochholz do weed et keinem kalt
Das Moderatorenteam Herr Reiner und Frau Anja zeigten schon am Anfang der Veranstaltung, dass es mit den Beiden in den kommenden Stunden noch viel Spaß geben wird. Heimlich hatte Köbes Reiner statt einem Chor eine Bläsergruppe engagiert und hoffte, dass die Chefin damit zufrieden sein wird – aber weit gefehlt. Sie hatte es nicht vergessen, dass sie ihn beauftragt hatte, einen Chor zu bestellen, der die Gäste unterhalten soll. Was nun?
Tino Selbach links und Reiner Besgen rechts. Fotos: Peter Smolka und Reiner BesgenBuchholz. Mit ihrem Spruch: Na ja, Männer sind halt nit wie wir Minsche... zog sie los, um den Fauxpas ihres Angestellten wieder ins Lot zu bringen und kam mit den Marktfrauen singend in den Saal, die nun den Chor ersetzen sollten. „Op dem Weihnachtsmaat en Bochholz“ war das Lied, bei dem die Gäste schon gleich anfingen, mitzuklatschen, was für die Sänger des Chores sehr schön war. Da konnten sie mit „Frohe Weihnacht“ gleich von Herzen das Publikum willkommen heißen. Doch dass hier auch das Publikum gefordert sein wird, kündigten sie gleich mit dem Lied „Jeder kann jet dunn“ an.

Die Geschichte über einen Weihnachtsstern war dann der Beginn für die folgenden Lieder: „Am Himmel stonn die Stääne“ nach der Melodie „Dream a little Dream“ und „Für dich leuchten die Stääne“ aus der Feder von Karin Katharina Köppen, sich selber auf der Gitarre begleitete und vom Chor und Akkordeonbegleitung unterstützt wurde. „Medden in Kölle am Rhing“, „Wo bist du“ und „Ne rude Schlitte“ präsentierte dann Karin Katharina Köppen allein, beziehungsweise unterstützt von Chefin Anja (Ehrhardt) als Backgroundsängerin. Zwischendurch gab es wieder weihnachtliche Akzente von der Bläsergruppe des Blasorchesters Buchholz, die auch beim Mitsingteil mitwirkten, denn: Jeder kann jet dunn... das hatte der Chor ja schon angekündigt. Dann bedankte sich Moderator und Köbes Herr Reiner noch einmal bei der Bläsergruppe, die sich mit einem letzten Medley nun aus der Veranstaltung verabschiedeten.

Der angekündigte kölsche Tenor Tino Selbach zeigte mit seinem Programm, dass es auch bei einer Weihnachtsveranstaltung mal anders zugehen kann, als man es erwartet: Da ja am 11.11. die Karnevalssession beginnt, die dann – von Karnevalisten gern so bezeichnet – brutal von der Adventszeit unterbrochen wird, zeigte Tino Selbach, dass man den Bogen von Karneval bis hin zur Weihnachtszeit gut darstellen kann. Er holte spontan den Moderator und Geschäftsführer des Chores, Reiner Besgen, für ein Duett auf die Bühne, das Reiner Besgen schon in den Vorjahren mit Kingsize Dick gesungen hatte: Die kölsche Weihnacht. Obwohl die Zwei es noch nie zusammen geprobt oder gesungen hatten, waren die Zuschauer begeistert von diesem zwar spontanen, aber ausgezeichnet vorgetragenen Duett.

„Kauft Printe bei mir!“ „Waffele mit Liebe jemaat“ – Die Püngelcher-Gruppe präsentierte a capella ein musikalisches Duell der Marktfrauen, die ihre Waren anboten, und dann gemeinsam dazu aufriefen: „Lück kauft schön Dinge!“ „Dä Baum nadelt“ – Chaos bei der Familie Breitlinger. Schorsch und Erna stellen verzweifelt fest, dass ihr Baum gerade kurz vor dem Christfest anfängt, zu nadeln. Nachbarn, die Presse und der Professor mit seinen Studenten kommen, um sich dieses Naturschauspiel anzusehen. Dieses Hörspiel wurde von einigen Chormitgliedern vorgetragen und belustigte das Publikum im Saal.

Wie Weihnachten in aller Welt gefeiert wird, war der Einstieg für die folgenden Stücke, die der Chor präsentierte, nämlich weihnachtliche Stücke aus aller Welt, die mit einem kölschen Text versehen wurden. Das französische Stück „Belle quitien ma vie“ – Pavane wurde von der a capella-Gruppe im Originaltext vorgetragen. Mit der Geschichte von Martin, der es wohl nicht versteht, den Nikolaus mit „Sie“ anzureden gab es dann noch einige Lacher – um dann am Ende zu bemerken, dass er es sehr wohl verstanden hat, aber mit seiner kindlich-naiven Fragerei einfach erreichen wollte, dass er sein Gedicht nicht aufsagen muss. „Heimat“ von Karin Katharina Köppen, wieder mit Gitarre, Akkordeon und Chor war dann der Einstieg in die „Endrunde“ mit den ruhigeren Stücken der Weihnachtslieder: „Sidd höösch leev Lück, sidd still“, „Met jedem neue Levve“ und „Hellije Naach“. So führte der Chor zu späterer Stunde nun in den besinnlichen Abschluss. Mit dem Stück „Dat schönste Jeschenk“ kam noch einmal Stille in den Saal, um den wunderschönen Text auch mitzubekommen. „Kutt jot heim“ war der Wunsch des Chores an sein Publikum, das nun den Heimweg antrat. Mit dem Abgang des Chores mit „Op dem Weihnachtsmaat in Bochholz“ wie schon beim Anfang waren die Zuhörer nicht einverstanden und so musste der Chor noch einmal auf die Bühne zurückkommen. Damit jeder auch sicher und gut nach Hause kommt, wünschte der Chor dann noch einmal „Für dich leuchten die Stääne am Himmelszelt“. Text: Angela Stohwasser
   
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