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Politik
FWG Neuwied: "Ausbau von Kindertagesstätten beschleunigen"
Der Ausbau der Kindertagesbetreuung ist schon seit Jahren ein brennendes Thema in Neuwied. Bei einem Besuch im Kinderhaus St. Matthias machte sich nun die Freie Wählergruppe Neuwied vor Ort ein Bild von der aktuellen Situation. Einrichtungsleiter Thomas Bläsche informierte die Besucher nach einem Rundgang durch die Räume über die Arbeit in der Einrichtung, die Anmeldelage und die vorgesehen Änderungen im Kindertagesstättengesetz von Rheinland Pfalz.
Die Freie Wählergruppe Neuwied war zu Gast im Kinderhaus St. Matthias. Foto: PrivatNeuwied. Im Kinderhaus St. Matthias werden zurzeit 98 Plätze für Kinder von 8 Wochen bis zum Schuleintritt angeboten. Davon stehen 75 Plätze als Ganztagesangebot zur Verfügung. Das Kinderhaus besuchen Kinder aus über 20 Nationen. Doch das Angebot reicht bei weitem nicht aus, weiß Thomas Bläsche zu berichten. Auf seiner Warteliste stehen aktuell weit mehr als 200 Kinder.

„Vor allem im Bereich der Innenstadt hinkt die Stadt dem Bedarf deutlich hinterher“, stellt der Fraktionsvorsitzende der FWG Karl-Josef Heinrichs fest. Bereits im letzten Kindertagesstättenbedarfsplan vom Frühjahr dieses Jahres werden alleine bei den Kindern über 3 Jahre 227 Plätze für die Innenstadt als Fehlbedarf aufgeführt. Nach dem Plan fehlen im gesamten Stadtgebiet 300 Plätze für Kinder über 3 Jahre und 310 Plätze für Kinder unter 3 Jahre. Schon vor fünf Jahren wurde die damalige Versorgungsquote von 35% von vielen Fachleuten, auch vom Städtetag, in Frage gestellt. Man ging schon damals von wesentlich höheren Prozentzahlen aus.

Hier muss nach Ansicht der Freien Wählergruppe kurzfristig eine Lösung gefunden werden um negative Folgewirkungen z.B. im Spracherwerb oder in der Schulvorbereitung vorzubeugen. „Die Stadt ist auf dem Weg, aber bei weitem noch nicht in der Nähe des Zieles.“, stellt die FWG fest. „Das Tempo ist leider zu langsam und muss deutlich beschleunigt werden.“

Auch das neue Landes-Kindergartengesetz war Thema in der Runde. Es hat einige positive Ansätze aber auch noch viele Ungereimtheiten. So soll nun für alle Kindergartenkinder ein Mittagessen verpflichtend angeboten werden. Aber die Frage der räumlichen Voraussetzungen für ein solches Angebot und auch die Kostenfrage sind noch nicht beantwortet. Die FWG sieht hier wieder die Gefahr, dass das Land Dinge beschließt und Vorgaben mit auf den Weg gibt und im Nachgang die Kommunen wieder für die Lösung gerade stehen sollen und auf den Kosten sitzen bleiben.
Nachricht vom 15.08.2018 www.nr-kurier.de