NR-Kurier
Ihre Internetzeitung für den Kreis Neuwied
Kultur
Neue Kurse bei der städtischen Musikschule
Carla mag am liebsten singen, Jonathan bevorzugt die Instrumente und Frederik steht am meisten auf rhythmische Bewegung. Alle aber haben sie eines gemeinsam: den Spaß an der Musik, am Singen und an den Bewegungsspielen im Musikgarten.
Neuwied. Die Idee des „Musikgarten” kommt ursprünglich aus den USA. Hier hat Lorna Lutz-Heyge den Bedarf an musikalischer Früherziehung erkannt. Sie stellte fest, dass es um das Liedrepertoire der Kleinen schlecht bestellt ist. Schlimmer noch: indem es sich auf einige wenige bekannte Kinderlieder beschränkt, verkümmert die Musik geradezu. Sie kam daher auf die Idee, Kurse mit einem umfangreichen und bunten Programm für Kinder und ihre Eltern anzubieten - und schon war die Idee des „Musikgarten” geboren. Kerngedanke dabei ist, dass in der Familie wieder aktiv musiziert und gesungen werden soll.

Denn Musik fördert die altersgerechte Entwicklung der Kinder. Die Musikschule der Stadt Neuwied bietet diese Kurse ab einem Alter von 6 Monaten bis zu 4 Jahren an. Qualifizierte Lehrkräfte mit pädagogischer und musikalischer Ausbildung unterrichten die musikbegeisterten Kleinen und deren Eltern in Gruppen von bis zu 10 Teilnehmern. Es ist immer wieder erstaunlich, wie selbst die Allerkleinsten schon auf Rhythmen und Klänge reagieren. In den ersten Stunden sind die Kinder oft noch zurückhaltend und auf sich selbst und die Mutter fixiert; nach und nach jedoch nehmen sie immer mehr auf und machen mit Begeisterung mit.

Zur besseren Orientierung sind die Stunden auf Ritualen aufgebaut: Nach einer gesungenen Begrüßungsrunde folgen verschiedene Sing- und Musikspiele. Wenn die Kleinen lange genug im Kreis gesessen sind, werden Tanzspiele mit Tüchern, Reifen oder Ähnlichem gemacht. Für eine kurze, meist willkommene Ruhepause sorgt ein Wiegenlied, bei dem die Kinder mit Mama (Papa, Opa oder Oma) schmusen dürfen oder sich einfach ausruhen können. Den Abschluss der Stunde bildet ebenfalls oft der gleiche, bekannte Vers.

Mit zunehmendem Alter werden die Inhalte immer komplexer und die Instrumente anspruchsvoller. Mit vier Jahren kommen die Kinder alleine ohne Elternteil in die Musikschule und nehmen an der „Musikalischen Früherziehung“ teil. In Zuschaustunden können sie ihren Eltern zeigen, was sie gelernt haben. Und das ist in den nächsten zwei Jahren einiges: Lieder mit Orffschen Instrumentarium begleiten, Einführung in die Notenschrift, später kommen unterschiedliche Instrumente dazu, deren Namen und Handhabung die Kinder kennen lernen. Das Programm bleibt nach wie vor abwechslungsreich: Tänze werden durch entsprechende Schrittkombinationen angereichert und auch nicht deutschsprachige Lieder kommen zum Einsatz, damit die Kinder schon früh auf spielerische Art und Weise mit einer Fremdsprache konfrontiert werden.

Vielleicht ist der eine oder andere skeptisch gegenüber der frühen Musikerziehung. Studien haben aber gezeigt, dass Musik und Musizieren die Lebensqualität und Lebensfreude der Kinder bereichern. Und das gilt für ganz unterschiedliche Lebensbereiche. So fördert die Musikerziehung neben der sozialen Kompetenz auch die Intelligenz, die Konzentration und viele andere Eigenschaften, die im Leben eine große Rolle spielen. Der Musikgarten soll als Einstieg verstanden werden, um bei den Kindern schon früh das Interesse an Musik zu wecken und einen Grundstein zu legen, um ein Instrument schnell erlernen zu können. Denn grundsätzlich kann jeder ein Instrument erlernen. Es gibt jedoch einige Dinge, die man bei der Wahl eines Instrumentes berücksichtigen sollte, da jedes Instrument verschiedene Fähigkeiten verlangt und zum anderen jeder Mensch unterschiedliche Fähigkeiten mitbringt.

Bei der Wahl eines geeigneten Instruments hilft und berät die Musikschule gerne. Häufig wird auch das Angebot der Musikschule im percussiven Bereich angenommen. Trommeln in der Gruppe macht jedem Kind viel Spaß und schult das rhythmische Empfinden für Takt und Zusammenspiel. Wer schon über ein gewisses Können verfügt, hat die Möglichkeit in verschieden Ensembles mitzuspielen. Hier gibt es wie beim Unterricht keine Altersbegrenzung. Weitere Informationen zur Musikschule unter www. Musikschule-Neuwied.de oder unter 02631-398919.
Nachricht vom 07.08.2017 www.nr-kurier.de