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Ehrenamtliche werden für die Hospizbegleitung gesucht
Es waren viele unterschiedliche private Erlebnisse, die Katharina Bungarten aus dem Neustädter Ortsteil Rahms darin bestärkt haben, sterbende Menschen zu begleiten. „Ich habe erfahren, dass der Tod ein Teil des Lebens sein muss“, sagt Katharina Bungarten.
Katharina Bungarten engagiert sich schon lange als Hospizbegleiterin. Foto: Beate ChristKreisgebiet. Sie ist eine von rund 90 ehrenamtlich tätigen Männern und Frauen, die schwerstkranken und sterbenden Menschen und deren Angehörigen im Kreis Neuwied zur Seite stehen. Sie kommen aus ganz unterschiedlichen Berufen und engagieren sich aus vielfältigen Beweggründen, um zu ermöglichen, dass Menschen zu Hause oder wie zu Hause sterben können. Schon bevor der Neuwieder Hospizverein im Jahr 1997 gegründet wurde, begleitete Katharina Bungarten Menschen auf dem letzten Stück ihres Lebensweges. „Mein Motto war und ist es, so lange mit den Menschen zu gehen, bis das Leben Flügel hat“, sagt sie. Eher durch einen Zufall erfuhr sie vor fast zehn Jahren durch die Zeitung, dass der Neuwieder Hospizverein Ehrenamtliche für die Sterbebegleitung suchte. „Genau so etwas wollte ich immer tun“, erinnert sich Katharina Bungarten. Sie schloss sich dem Verein an und absolvierte im Jahr 2008 einen Befähigungskurs zur Hospizbegleiterin.

Zu ihrer Aufgabe sagt sie: „Es ist nicht immer nur Elend am Ende des Lebens. Für mich ist der Tod etwas Natürliches“. Und mit dieser offenen Haltung gewinnt die heute 73-Jährige das Vertrauen jener Menschen, denen sie zur Seite gestellt wird. „In den Begleitungen, die ich gemacht habe, habe ich viele wertvolle Momente erlebt“, berichtet Bungarten. Ganz gleich, ob sie den Männern und Frauen, die sie besucht, einfach nur zuhört, ihnen schweigend die Hand hält oder mit ihnen betet- „Die Menschen spüren, dass da jemand ist, der die Verantwortung für sie übernimmt und einen Teil ihrer Last mit trägt“, sagt sie. Sätze, wie „Ich fühle mich so geborgen bei ihnen“, geben Katharina Bungarten Kraft und Motivation, sich Jahr für Jahr für schwerkranke und sterbende Menschen einzusetzen. Rückhalt findet sie im Hospizverein, im Austausch mit anderen Ehrenamtlichen. „Hier habe ich schon viele Kontakte geknüpft“, sagt sie. Es sind Menschen, wie Katharina Bungarten, die der Hospizbewegung im Kreis Neuwied ein Gesicht geben und die die Würde und Selbstbestimmung Sterbender in den Mittelpunkt ihres Handelns stellen.

Seit über 15 Jahren schon bildet der Neuwieder Hospiz-Verein Menschen aus, die ehrenamtlich sterbende Menschen und deren Angehörige begleiten. Und diese Aufgabe wird immer wichtiger. „Bei einer stetig steigenden Zahl von Sterbebegleitungen benötigen wir auch weiterhin Menschen, die uns unterstützen möchten“, macht die Bildungsreferentin des Neuwieder Hospizvereins, Heidi Hahnemann, deutlich. Sie weist auf die neuen Befähigungskurse, die im September 2017 und Januar 2018 beginnen, hin. Interessierte Männer und Frauen, die sich dieser Herausforderung stellen möchten, sind hier herzlich willkommen. Informationen gibt es im Internet unter www.neuwieder-hospiz.de oder telefonisch unter 02631/344 214.
Nachricht vom 29.07.2017 www.nr-kurier.de