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Wirtschaft
Geschäftsführer stellt regionale Eifeler Dachmarke vor
Es war ein Wunsch aus der Landwirtschaft. Gerne wollten sich die Bauern in einer Runde mit den Vertretern des Naturschutzes zusammensetzen und Themen gemeinsam besprechen. Der Einladung des 1. Beigeordneten des Landkreises Neuwied, Achim Hallerbach, folgten rund 75 Personen.
Geschäftsführer Markus Pfeifer (Zweiter von rechts) gab auf dem Rehhof einen authentischen Einblick in die Entwicklung und Strukturierung der erfolgreichen Regionalmarke Eifel. Foto: PrivatRüscheid. Der Rehhof in Rüscheid bot dazu einen guten Rahmen. Matthias Quiring, Betriebsinhaber und Agraringenieur erläuterte seinen Kollegen und den Vertretern aus dem Naturschutz die praktizierte artgerechte Rinderhaltung mit viel Bewegungsspielraum in dem neuen hellen und luftigen Rinderstall und den dazugehörigen Viehweiden für die Tiere. Tierwohl ist auf dem Hof durchaus kompatibel mit Hightech. Die Kühe werden von zwei Milchrobotern nach modernster Technik gemolken.

Als Impuls bot Referent Markus Pfeifer, Geschäftsführer der Eifelmarke in seinem Referat einen Blick in das Marketing der in Rheinland-Pfalz erfolgreichsten Regionalmarke Eifel. Die Eifelmarke ist das Paradebeispiel für geschlossene Qualitätsmanagementsysteme bei regionalen Produkten und Dienstleistungen. Die Anwesenden hörten einen offenen und realistischen Vortrag des EIFEL- Markenmanagements. Unter der „Regionalmarke Eifel" zusammengefasst bieten lokale Unternehmen Qualitätsprodukte und -dienstleistungen in den Bereichen Holz, Lebensmittel und Tourismus an. Die Palette reicht von Bier über Fleisch, Fisch, Honig, Kartoffeln, Kräuter bis zum Wein. Eifel Produkte stehen für Wertschöpfung in und Verantwortung für die Region, nachhaltiges Wirtschaften und Handeln in Kombination mit der Förderung einer intakten Kulturlandschaft.

Das Fazit von Markus Pfeiffer: „Es ist viel unternehmerischer Elan und eigene Verantwortung bei den Produzenten notwendig. Eine Dachmarke kann Marketing betreiben, aber nicht die Produktions- und Vermarktungskette verantworten. Seiner Erfahrung nach sind es nicht unbedingt die speziellen Premiumprodukte, die solch eine Marke tragen, sondern eher alltägliche Lebensmittel. Insbesondere die Entwicklungen bei regionalen Fleischprodukten sind sehr beeindruckend. Trotz allem sind hier dicke Bretter zu bohren, um Regionalmarketing erfolgreich aufzustellen. Förderungen können da nur einen Anschub bringen. Offenheit und Interesse für regionale Vermarktung war bei den zahlreichen Teilnehmern deutlich wahrzunehmen. Auch Pfeifer freute sich über den regionalübergreifenden Interessensaustausch. Für eine stilgerechte regionale Bewirtung sorgte der Kreisverband der Landfrauen.

In der anschließenden Diskussion zum Thema sah Herr Ulrich Schreiber, Kreisvorsitzender des Bauern- und Winzerverbandes durchaus Spielräume für ein gemeinsames Vorgehen mit dem Naturschutz, zum Beispiel um Ausgleichsflächen des Naturschutzes durch Landwirte zu bewirtschaften. Die Diskussionsteilnehmer waren sich einig, dass Lösungen vor Ort individuell gefunden werden müssen. Das neue Naturschutzgesetz bietet dazu Spielräume. Dr. Paul Bergweiler vom Naturschutzverein „Anual“ stellte ein neues gemeinsames Beweidungsprojekt mit dem örtlichen
Landwirt Thomas Wilsberg im Wahler Bachtal vor. Achim Hallerbach begrüßte die auf beiden Seiten zu spürende Bereitschaft im Sinne der Region aufeinander zuzugehen und versprach diesen Weg durch die Kreisverwaltung konstruktiv weiter zu begleiten.
Nachricht vom 29.01.2017 www.nr-kurier.de