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Mehr Sicherheit durch Hygiene und Infektionsschutz
Das Marienhaus Klinikum Bendorf – Neuwied – Waldbreitbach ist zum zweiten Mal mit dem Qualitätssiegel des mre-netz regio rhein-ahr ausgezeichnet worden. In dem Auditierungsverfahren hat das Marienhaus Klinikum erneut den Nachweis erbracht, dass es die Anforderungen des mre-Qualitätssiegels erfüllt.
Freuen sich über die Auszeichnung mit dem mre-Qualitätssiegel: Raimund Ternes, der Hygienebeauftragte des Klinikums, und seine Mitarbeiterin Laura Hager sowie Dr. Knut Schäfer, Oberarzt der Klinik für Innere Medizin und einer der sieben Hygienebeauftragten Ärzte des Klinikums. Foto: Privat
Leutesdorf. In einer Feierstunde Ende Februar in der Jugendherberge in Leutesdorf am Rhein überreichten Prof. Dr. Martin Exner, der Leiter des Institutes für Hygiene und Öffentliche Gesundheit des Universitätsklinikums Bonn, und Achim Hallerbach, der 1. Kreisbeigeordnete des Landkreises Neuwied, die Urkunde. In dem Auditierungsverfahren hat das Marienhaus Klinikum erneut den Nachweis erbracht, dass es die Anforderungen des mre-Qualitätssiegels erfüllt und damit seinen Patienten ein Höchstmaß an Sicherheit durch Hygiene und Infektionsschutz bietet. Mit der Auszeichnung werden die Bemühungen des Klinikums bei der Prävention von multiresistenten Erregern gewürdigt. – Das Qualitätssiegel ist für drei Jahre verliehen.

Multiresistente Erreger, denen auch mit Antibiotika nur schwer beizukommen ist, nehmen in den letzten Jahren dramatisch zu. Das hat seine Ursache nicht zuletzt darin, dass Antibiotika vielfach zu schnell und zu oft verordnet werden und in der Tiermast unkontrolliert zum Einsatz kommen. Damit wächst auch die Gefahr für Patienten, sich im Krankenhaus mit einem solchen Erreger zu infizieren. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, hat man bundesweit Netzwerke gebildet, die von den Gesundheitsämtern der beteiligten Kreise und Kommunen koordiniert werden. Ihre Hauptaufgabe ist es, das infektionshygienische Management multiresistenter Erreger in Gesundheits- und Gemeinschaftseinrichtungen zu koordinieren. Denn ein abgestimmtes Handeln ist gut für eine bessere Prävention.

Aus diesem Grunde arbeitet das Marienhaus Klinikum seit zwei Jahren auch gezielt daran, den Einsatz von Antibiotika zu optimieren. Dr. Andreas Berg und Dr. Martin Reuber, die beide als Oberärzte in der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin tätig sind und sich speziell in Antibiotic Stewardship fortgebildet haben, kümmern sich in ihrer Klinik (die anderen Abteilungen beraten die beiden) darum, dass Antibiotika nur dort angewendet werden, wo sie wirklich notwendig sind, und sie sorgen dafür, dass Patienten, sobald die Krankheitskeime identifiziert sind, exakt das Medikament bekommen, das die Bakterien abtötet. Durch dieses gezielte Antibiotika-Management hat man den Antibiotika-Verbrauch insbesondere auf der Intensivstation spürbar reduzieren können. Gleichzeitig zeigen auch die Patienten weniger Nebenwirkungen auf die Medikamente.
Das mre-netz regio rhein-ahr gibt es seit September 2010. Im November 2013 wurden erstmals Kliniken mit dem mre-Qualitätssiegel ausgezeichnet. Das Marienhaus Klinikum Bendorf – Neuwied – Waldbreitbach gehörte schon damals dazu und zeigt mit der Rezertifizierung, wie ernst die Verantwortlichen den Schutz ihrer Patienten durch konsequente Hygiene- und Infektionsschutz-Maßnahmen nehmen.
Nachricht vom 03.03.2016 www.nr-kurier.de