NR-Kurier
Ihre Internetzeitung für den Kreis Neuwied
Region
Wenn Lauch zum Wohlgeruch wird
Auch in den Gärten der Region finden sich einige Raritäten: Der "Allium suaveolens" ist so eine Pflanze. Der "Wohlriechende Lauch" mit weißen bis rosa Blüten ist ein Verwandter des Bärlauch und des Schnittlauch und entpuppt sich als wahrer Insektenmagnet.
Ein seltener Verwandter des Schnittlauchs: Der Wohlriechende Lauch. Foto: PrivatNeuwied. Der Sommer neigt sich zwar dem Ende zu, aber noch immer können Naturinteressierte in Neuwieder Gärten nicht alltägliche botanische Schönheiten entdecken. Daher stellt Jürgen Moritz als Autor der Serie über "Raritäten in der Neuwieder Natur", die seit Jahren regen Zuspruch erfährt, mit diesem Beitrag noch einmal eine seltene Pflanze vor: den „Wohlriechenden Lauch“ oder, wie er botanisch korrekt heißt, „Allium suaveolens“.

Er ist eine sehr seltene, in Deutschland nur im Süden vereinzelt vorkommende Lauchart, die hauptsächlich auf Sumpfwiesen, in Niedermooren und entlang von Bächen und Flüssen wächst. Seine Blütezeit ist August bis September. Die Blüten duften leicht und die Farbe variiert von weiß bis rosa und ist manchmal sogar ein wenig lila. Im „Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen “ sind für Deutschland mehr als ein Dutzend wild wachsende Verwandte von ihm aufgeführt, von denen der Bärlauch und der Schnittlauch wohl die bekanntesten sind, da beide auch Eingang in unsere Kochbücher gefunden haben.
Vor einigen Jahren präsentierte Jürgen Moritz in seiner Serie den „Schönen Lauch“, den er als Gartenflüchtling bei einem Spaziergang entdeckt hatte und der im Sommer seine zahlreichen kleinen Blüten Bienen und Hummeln als Nahrung anbietet. Auch der Wohlriechende Lauch ist ein wahrer Insektenmagnet und der aufmerksame Naturbeobachter wird neben Honigbienen zahlreiche Schwebfliegen entdecken, die sich am süßen Nektar der Pflanzen laben.
Der Name Wohlriechender Lauch lässt schon erahnen, dass die weiß-rosa Blüten angenehm duften. Eine wichtige Voraussetzung für das Wahrnehmen des dezenten honigartigen Dufts ist jedoch, dass die Blätter der Pflanze nicht verletzt sind. Bei Verletzungen wird nämlich der typische, starke Lauchduft frei gesetzt, der ansonsten nur dezent zu registrieren ist.
Der wohlriechende Lauch stellt im Garten eine Bereicherung für den Teichrand dar, weil er später blüht als die meisten Wasserpflanzen und so im Spätsommer noch einen schönen Akzent im heimischen Grün setzt. Man kann ihn durch Samen vermehren, wobei man beachten sollte, dass er zu den sogenannten „Kaltkeimern“ gehört. Die Pflanze lässt sich aber auch durch Teilung im Frühjahr oder Herbst vermehren.
Übrigens sind in unserer Region ebenfalls „wilde“ Arten aus der großen Allium-Familie zu finden. Der Neuwieder Botaniker Wilhelm Neinhaus benennt in seiner „Flora von Neuwied und Umgegend“ aus dem Jahr 1864 mehr als ein halbes Dutzend Arten, darunter den Schlangen-, den Runden - und den Weinbergslauch. Letzteren kann man bei Spaziergängen am Rheinufer auch heute noch entdecken.
Nachricht vom 21.09.2014 www.nr-kurier.de