| NR-Kurier |
| Ihre Internetzeitung für den Kreis Neuwied |
|
| Nachricht vom 08.11.2026 |
|
| Kultur |
| Onkelz-Tribute "Heilige Bruehder" crashen den Westerwälder Legends Club |
|
| Ausverkauft, laut und textsicher bis in die letzten Reihen: Die Böhse-Onkelz-Tribute-Band "Heilige Bruehder" gastierte am Samstagabend (7. November) erstmals im Westerwälder Legends Club in Montabaur-Elgendorf. Rund 300 Besucher erlebten zweieinhalb Stunden lang Rock, Punk und Metal ohne Pause. |
|
Montabaur-Elgendorf. Der "Westerwälder Legends Club" hat längst Legendenstatus erlangt und darf sich mit Recht "Rocktempel" nennen. Zum Relaxen ist er sicher nichts für zartbesaitete Besucher, denn im Club sind überwiegend Hardrock, Metal und Punk angesagt. Die Besucherkapazität ist klein, doch gerade das scheint den Fans zu gefallen: In drängender Enge genießen sie den knallharten Sound noch intensiver.
Legends Club war restlos ausverkauft
Am Samstagabend (7. November) testeten dort erstmals die "Heilige Bruehder" die Stabilität des Gemäuers. Die fünf Musiker aus der Pfalz haben sich mit Leib und Seele ihren großen Vorbildern "Böhse Onkelz" verschrieben, und das war in jeder Sekunde des Konzerts spürbar. Pauschal lässt sich sagen: Sie agierten nah am Original, bewahrten dabei ihre eigene Authentizität und legten damit den Grundstein für ein famoses Konzert.
Mit knapp 300 Besuchern war der Club restlos ausverkauft. Trotzdem wurde getanzt und bewegt, denn niemand im Saal hatte Berührungsangst. Die Fans zeigten sich als verschworene Gemeinschaft, die der Band bedingungslos folgte.
Deutsch ist die Sprache des Konzerts. Alle Songs der Setlist wurden verständlich interpretiert und von einem hundertfachen Chor textsicher begleitet. So entstand ein unglaublich verbindendes Gefühl, eine Inspiration zwischen der Band und ihren Anhängern, zwischen denen praktisch kein Blatt passte. Die physische Nähe verstärkte diese Symbiose noch, denn ganz vorne Stehende durften manchmal sogar ins Mikrofon singen.
Von der ersten Minute an legte das Quintett ein gewaltiges Tempo vor. Mit einem rasanten Mix aus sattem Rock, krachendem Punk und treibendem Metal traf es genau den Nerv der feiernden Menge. Was folgte, war keine gewöhnliche Show, sondern eine zweieinhalbstündige Live-Performance, rastlos und ohne Pause. Die Band schien große Freude daran zu haben, ihr Publikum etwas zu "quälen", denn so mancher lechzte nach einer Verschnaufpause. Doch die Musiker gingen mit gutem Beispiel voran und spielten "volle Pulle", Lied nach Lied.
30 Songs, die den Legends Club berauschten
Die Band powerte sich total aus, schien dabei aber schmerzfrei zu sein. Sie fand offenbar sogar Freude daran, dass bei einigen im Publikum die Kondition nachließ. Es hört sich übertrieben an, aber die Musiker gönnten sich und ihren Zuhörern kaum Zeit, um einmal ruhig durchzuatmen. Große Freude bereiteten den Anhängern unter anderem "Terpentin", "Nichts ist für die Ewigkeit", "Kirche", "Das Geheimnis meiner Kraft", "Zeit zu gehen", "Finde die Wahrheit" und "Bin ich nur glücklich". Gerade der zuletzt genannte Song zeigt, dass die Band auch nachdenklich und gefühlvoll spielen kann.
Details zur Band
Die "Heilige Bruehder" spielten in der folgenden Originalbesetzung: Marco Coberger (Schlagzeug), Dave Hetzel (Gesang), Nico Kuhn (Gitarre), Ralph Peeß (Gitarre und Gesang) und Christian Zorn (Bass und Gesang).
Fünf absolut unterschiedliche Musiker, jeder für sich ausgesprochen effektiv und auf hohem Niveau, standen auf der Bühne. Gitarristen und Schlagzeuger überließen Dave Hetzel die Show neidlos. Er konnte sich als echte "Rampensau" nach Herzenslust austoben, während seine Bandkollegen sich verhältnismäßig ruhig verhielten und seine schweißtreibenden Aktionen dennoch musikalisch intensiv untermauerten. Der Ausdruck "Rampensau" ist in der Rockszene keine Beleidigung, sondern eine anerkennende Bezeichnung für Leadsänger wie Freddie Mercury (Queen), Mick Jagger (Rolling Stones) und Lemmy Kilmister (Motörhead). Dave Hetzel nutzte praktisch jeden Quadratzentimeter der Bühne, um sein "Unwesen" zu treiben.
Zum Ende des Konzerts ließ Hetzel hin und wieder erkennen, dass die Band Durst hatte (Flüssigkeitsverlust), und zwar nicht nur Sehnsucht nach Cola und Wasser. Die Musiker wollten nach dem Konzert gemeinsam mit ihren Fans im Lokal des Legends Clubs feiern. Trotz des Wunsches nach herzhaften Drinks ließ sich die Band nicht zweimal bitten und spielte noch zwei heftig umjubelte Songs.
Im Anschluss zeigte sie sich überwältigt von der phänomenalen Resonanz der Westerwälder Fans. Was bleibt, ist die Tatsache, dass die Besucher einen außergewöhnlichen Abend erlebt haben, der noch lange nachklingen dürfte. |
|
| Nachricht vom 08.11.2026 |
www.nr-kurier.de |
|
|
|
|
|
|