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| Nachricht vom 06.11.2026 |
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| Rheinland-Pfalz |
| Tigermücke erobert Rheinland-Pfalz: Rekordausbreitung durch Sommerhitze |
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| Die Asiatische Tigermücke hat sich in diesem Jahr aufgrund der extremen Sommerhitze beispiellos in Rheinland-Pfalz ausgebreitet. Während heimische Stechmücken kaum eine Chance hatten, nutzte der invasive Exot die Bedingungen für seine Vermehrung. |
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Speyer. Der ungewöhnlich trockene Sommer bescherte den Menschen am Oberrhein eine Saison fast ohne heimische Stechmücken. Doch die Asiatische Tigermücke nutzte die Hitze für eine rekordverdächtige Ausbreitung in der Region, wie die Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (Kabs) mitteilte. Die Kabs umfasst Kommunen aus Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Hessen. "Was die Belästigung durch heimische Auwaldstechmücken anbelangt, hatten Menschen der Oberrheinregion ein sehr ruhiges Jahr", sagte eine Kabs-Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur. Die Trockenheit führte zu extrem niedrigen Wasserständen, die auch im November noch nicht wieder normalisiert sind. Dies könnte Auswirkungen auf die nächste Stechmückensaison haben, da die Brutstätten vom Grundwasserspiegel beeinflusst werden.
Anders verhält es sich bei der Tigermücke. "Sie profitierte massiv von den heißen Sommertemperaturen, dem frühen Beginn der Sommertage und der langen Wärme bis in den späten September hinein", erklärte die Sprecherin. Der ehemalige Exot brütet im Siedlungsraum und findet selbst bei größter Trockenheit kleine Wassermengen. Unterirdische Wasseransammlungen oder künstliche Bewässerung bieten ihr ausreichend Brutmöglichkeiten. Ab August seien die Stechmückenjäger mit Sitz in Speyer "von Tigermückenmeldungen regelrecht überschwemmt" worden, schilderte die Sprecherin. "Die Tigermücke war dieses Jahr für viele Menschen der Oberrheinregion ein enormes Problem. Die Nachweise, insbesondere in urbanen Ballungsräumen und Großstädten, nahmen massiv zu."
Aus 62 Kommunen im Südwesten gab es in diesem Jahr Erstfunde. "So viele wie nie zuvor. Der Rekord lag bisher bei 58 in 2023, im vergangenen Jahr waren es nur 35 neue. Aus offiziell 272 Kommunen liegen nun Nachweise vor. Berechnungen zufolge konnte dieses Jahr eine sechste Tigermücken-Generation in der zweiten Septemberhälfte ausfliegen - so früh wie nie zuvor." Tigermückenweibchen können bis zu sechs Wochen leben. "Bis in den November hinein wird es also noch einzelne Exemplare geben. Dieses Jahr wird jedoch eine große Menge Eier überwintern", sagte die Sprecherin. Sie appellierte, Wassergefäße im Außengelände gewissenhaft zu reinigen. "So können wir aktiv gegensteuern." Die tagaktive Tigermücke gilt als potenzieller Krankheitsüberträger und im Stechverhalten als sehr aggressiv.
Die Arbeit der Kabs - einem als gemeinnützig anerkannten Verein - ist aufwendig: Am Boden kämpfen sich die Experten durch dichtes Unterholz, viele Brutstätten werden aus der Luft behandelt. Von einem Helikopter aus verteilt die Kabs den Wirkstoff Bti gegen Larven. (dpa/bearbeitet durch Red) |
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