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| Pressemitteilung vom 04.11.2026 |
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| Region |
| Drei neue Angebote stärken den Schutz gewaltbetroffener Frauen im Kreis Neuwied |
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| Der Kreis Neuwied erweitert die Unterstützung für Frauen, die Gewalt erfahren haben. Drei neue Angebote sollen medizinische Versorgung, Beratung und Schutz verbessern. Dahinter stehen gemeinsame Bemühungen von Landkreis, Fachstellen und weiteren Beteiligten. |
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Kreis Neuwied. Innerhalb weniger Jahre hat der Landkreis Neuwied sein Hilfenetz für gewaltbetroffene Frauen durch drei neue Projekte deutlich erweitert. Den Ausbau haben der Kreis, der Runde Tisch gegen Gewalt und Marienhaus gemeinsam vorangebracht. Die Angebote umfassen spezialisierte Beratung, medizinische Hilfe mit Spurensicherung sowie ein Frauenhaus mit angegliederter Fachberatungsstelle.
Landrat Achim Hallerbach und die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises, Daniela Kiefer, betonen, Gewalt sei in jeder Hinsicht kriminell, nicht hinnehmbar und durch nichts zu rechtfertigen. Dennoch werde Gewalt gegen Frauen weiterhin tabuisiert. Deshalb gebe es neben den bereits erheblichen statistisch erfassten Zahlen eine hohe Dunkelziffer. Der Kreis setze sich engagiert dafür ein, das Thema öffentlich anzusprechen und die Tabuisierung zu überwinden. Die Entwicklung der vergangenen Jahre zeige, dass diese Bemühungen erfolgreich seien.
Frauennotruf bietet spezialisierte Beratung
Zu Beginn des Jahres 2025 nahm der Frauennotruf mit Sitz in der Stadt Neuwied seine Arbeit auf. Träger ist der Verein Frauen gegen Gewalt e.V. Die Fachberatungsstelle ist auf sexuelle Gewalt spezialisiert und unterstützt Betroffene. Außerdem bildet sie Fachkräfte aus anderen Institutionen fort.
Die Finanzierung tragen unter anderem der Kreis und die Stadt Neuwied. Zusätzlich erhält das Angebot eine Förderung des Landes.
Seit Ende 2025 bietet das Marienhausklinikum am Standort St. Elisabeth außerdem die "Vertrauliche Hilfe nach Gewalt" an. Menschen, die Gewalt erlebt haben, können dort medizinische Versorgung erhalten. Ein eigens dafür entwickeltes Kit ermöglicht zugleich, Spuren der Täter zu sichern. Damit bleibt eine mögliche Strafverfolgung auch zu einem späteren Zeitpunkt möglich.
Ein weiteres Angebot soll noch Ende dieses Jahres hinzukommen: die Eröffnung des Frauenhauses im Kreis Neuwied. Die dazugehörige Fachberatungsstelle arbeitet bereits seit April 2026. Sie dient als allgemeine Anlaufstelle für Frauen, die von Gewalt betroffen sind.
Hohe Fallzahlen zeigen den Bedarf an Hilfe
Wie notwendig die deutliche Erweiterung des Hilfesystems ist, verdeutlicht das Lagebild Häusliche Gewalt der Bundeskriminalstatistik. Die Fallzahlen bleiben auf einem hohen Niveau. Im Jahr 2024 waren 171.069 Menschen von Partnerschaftsgewalt betroffen. Knapp 80 Prozent der Opfer waren Frauen. Rund 80 Prozent der Tatverdächtigen waren laut Bundeskriminalstatistik Männer.
Für Gewalt innerhalb von Partnerschaftsbeziehungen weist die Statistik gegenüber dem Vorjahr einen Anstieg um 1,9 Prozent aus. Hinter den Zahlen stehen Menschen, deren Partner oder ehemalige Partner ihre körperliche und seelische Unversehrtheit teilweise schwer verletzt haben.
Häufig liegen den Taten patriarchale Strukturen und der Machtmissbrauch von Männern zugrunde. Dabei betrachten Männer Frauen als ihr Eigentum und empfinden eine Trennung als persönliche Beleidigung.
Kreistag unterstützt den Ausbau seit November 2023
Verschiedene Akteure im Kreis Neuwied arbeiten bereits seit vielen Jahren daran, diesen Zuständen entgegenzuwirken. Die Federführung liegt bei Landrat Achim Hallerbach und Gleichstellungsbeauftragter Daniela Kiefer.
Im November 2023 beschloss der Kreistag einstimmig, die Hilfestrukturen für gewaltbetroffene Frauen im Kreis Neuwied auszubauen. Damit erhielten die schon laufenden Bemühungen die notwendige politische Unterstützung.
Zu den langjährig aktiven Beteiligten gehört der Runde Tisch gegen Gewalt in engen sozialen Beziehungen. Er vernetzt die verschiedenen Stellen im Gewaltschutz. Für die Kreisverwaltung führten Hallerbach und Kiefer Gespräche mit den Landesvertretungen, die den Ausbau der Hilfestrukturen koordinieren.
Zusätzliche Aufmerksamkeit schufen ein Brandbrief des Runden Tisch gegen Gewalt in engen sozialen Beziehungen Rhein-Westerwald und ein Interview der Kreis-Gleichstellungs-Stelle mit dem SWR. Beide trugen dazu bei, das Bewusstsein für das Thema zu stärken.
Schutz und Beratung als gemeinsame Verantwortung
Mit dem Inkrafttreten des Gewalthilfegesetzes soll es künftig einen Rechtsanspruch auf Schutz und Beratung für gewaltbetroffene Frauen geben. Auf kommunaler Ebene hat der Kreis Neuwied die entsprechenden Voraussetzungen bereits geschaffen.
Daniela Kiefer wertet den Zuschlag für das nächste Frauenhaus im Kreis Neuwied als Zeichen dafür, dass das Land die örtlichen Bemühungen wahrgenommen und anerkannt habe. Sie freue sich über diese Entscheidung. Zugleich betont sie, alle trügen Verantwortung dafür, Frauen und ihre Kinder wirksam zu schützen.
Hallerbach führt die erweiterten und neu geschaffenen Hilfen in Stadt und Kreis Neuwied auf die Zusammenarbeit von Politik, Verwaltung und Fachstellen zurück. Der Ausbau sei ihr gemeinsamer Erfolg, auf den die Beteiligten stolz sein könnten.
Damit übernähmen sie Verantwortung, um dem erschreckenden Anstieg der Gewalt, insbesondere gegen Frauen, entgegenzuwirken. Zugleich setzten sie sich aktiv dafür ein, dass Frauen selbstbestimmt und ohne Gewalt leben könnten. (PM/bearbeitet durch Red) |
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