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Nachricht vom 03.11.2026
Region
Wählergruppe Etscheidt kritisiert Windkraftpläne für den Heimbacher Wald
Die Wählergruppe Etscheidt warnt vor möglichen Folgen geplanter Windenergieanlagen im Heimbacher Wald. Anlass sind anstehende Beratungen über die Einleitung einer Änderung des Flächennutzungsplans.
Symbolfoto: Wolfgang TischlerNeuwied. In den betroffenen Ortsbeiräten, Ausschüssen und im Stadtrat steht nach Angaben der Wählergruppe Etscheidt eine erste Vorentscheidung über mögliche Windenergieanlagen im Heimbacher Wald an. Beraten werde über die Einleitung einer Änderung des Flächennutzungsplans, mit der Flächen als Sonderbaufläche für Windenergie ausgewiesen werden sollen. Baurecht entstehe dadurch bislang nicht.

Die Wählergruppe wertet das Verfahren dennoch als entscheidenden ersten Schritt und fordert, mögliche Folgen für Natur, Anwohner und Erholung frühzeitig zu berücksichtigen. Nach ihrer Darstellung werde das Thema bislang von der Bevölkerung kaum wahrgenommen.

Flächen an Stadtwerke übertragen
Der Neuwieder Stadtrat hatte am 4. September 2024 mehrheitlich beschlossen, die betreffenden Flächen im Heimbacher Wald kostenlos an die Stadtwerke Neuwied GmbH (SWN) zu übertragen. Zuvor befanden sie sich nach Angaben der Wählergruppe im Eigentum der Stadt. Die SWN gründeten gemeinsam mit der Energieversorgung Mittelrhein in Koblenz das Gemeinschaftsunternehmen Erneuerbare Energien Neuwied GmbH (een), das dort Windenergieanlagen errichten will.

Die genaue Zahl der geplanten Anlagen oberhalb von Gladbach und Heimbach-Weis steht laut Wählergruppe bisher nicht fest. Im Gespräch seien fünf bis acht Windräder mit einer Gesamthöhe von jeweils 280 Metern. Zum Vergleich verweist die Gruppe auf den 157 Meter hohen Kölner Dom.

Sorge um Natur und Wasserhaushalt
Der Heimbacher Wald liegt nach Darstellung der Wählergruppe in einer Kernzone des Naturparks Rhein-Westerwald. Er sei Lebensraum zahlreicher Tiere, Erholungsgebiet, Kaltluftproduzent und Wasserspeicher. Einige Bäche entsprängen dort; zudem werde dem Trinkwasserschutzgebiet im Engerser Feld Wasser zugeführt. Durch den Wald verlaufe außerdem der zum UNESCO-Welterbe gehörende Limes.

Nach Angaben der Wählergruppe müssten pro Windenergieanlage etwa 10.000 Quadratmeter Wald gerodet werden. Zum Vergleich nennt sie ein FIFA-Fußballfeld mit einer Fläche von 7.100 Quadratmetern. Zusätzliche Eingriffe seien durch Bauflächen, Zufahrtsstraßen und Stromtrassen zu erwarten.

Die Wählergruppe befürchtet zudem Strömungsgeräusche sowie Auswirkungen auf Waldboden, Wasserhaushalt und Tierwelt. Durch die Bewegung der Rotorblätter könne warme Umgebungsluft bis zum Waldboden gelangen und dessen Austrocknung begünstigen. Dadurch könne die Waldbrandgefahr steigen. Zudem führt die Gruppe mögliche Belastungen durch Getriebeöl an.

Für das Fundament einer einzelnen Anlage seien laut Wählergruppe mehr als 1.000 Kubikmeter Beton erforderlich. Es reiche bis zu vier Meter tief und könne nach ihrer Einschätzung unter- und oberirdische Wasserverläufe beeinflussen. Auch die Rodung Tausender Bäume stehe aus Sicht der Gruppe den Zielen des Klimaschutzes entgegen.

Mögliche Folgen für Wohnumfeld und Erholung
Da zum Limes Abstand gehalten werden müsse, könnten die Windenergieanlagen nach Einschätzung der Wählergruppe näher an Wohnhäuser heranrücken. Sie befürchtet dadurch Nachteile für den Werterhalt der Immobilien. Auch das Golfspielen in naturnaher Umgebung und der Blick in das Neuwieder Becken könnten beeinträchtigt werden. Darin sieht die Gruppe zudem einen möglichen Konflikt mit dem neuen Tourismuskonzept der Stadt.

"Dies alles muss man bedenken, wenn man mit der Einleitung der Änderung des Flächennutzungsplans den Weg ebnet für die Bebauung des Heimbacher Waldes mit Windrädern", fasst Dr. Etscheidt für die Wählergruppe zusammen. Weiterhin stellt die Gruppe die Frage, welchen Nutzen die Neuwieder Bürger von dem Großbauprojekt hätten. Red
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