| NR-Kurier |
| Ihre Internetzeitung für den Kreis Neuwied |
|
| Nachricht vom 01.11.2026 |
|
| Kultur |
| Das 500-Seelen-Dorf Borod feierte die größte Halloween-Party in Rheinland-Pfalz |
|
| Mehr als fünfmal so viele Gäste wie Einwohner: Rund 3.000 Besucher haben am Samstag, 31. Oktober, in Borod im Westerwaldkreis Halloween gefeiert. In drei Musikbereichen sorgten DJs und das Dukes Trio für Stimmung; die Party wurde von M-Eventservice organisiert. Die Nacht verlief friedlich. |
|
Borod. Wer am Samstag, 31. Oktober, dachte, dass ruhige Dörfer im Westerwald Ende Oktober sanft in den Winterschlaf gleiten, hat die Rechnung ohne Borod gemacht. Ein Ort im Westerwaldkreis mit gut 500 Einwohnern ist plötzlich zur unangefochtenen Partyhauptstadt des Landes geworden. Rund 3.000 feierwütige Gestalten strömten zusammen, um auf der wohl spektakulärsten und größten Halloween-Party in Rheinland-Pfalz die Nacht zum Tag zu machen. Um die Dimension zu verdeutlichen: Auf jeden Einwohner fielen rechnerisch mehr als fünf Besucher. Überspitzt gesagt, die Besucher haben Borod “überflutet“.
Schon beim Ankommen war klar, dass es nicht um halbe Sachen ging. Drei Festzelte verwandelten sich in einen Hexenkessel aus wummernden Bässen, Nebel und fantasievollen, innovativen Kostümen. Von blutrünstigen Vampiren über klassische Gruselmonster bis hin zu extrem kreativen Schock-Outfits war alles vertreten, was die Darkness zu bieten hat. Die Stimmung bewegte sich am oberen Anschlag; der Versuch, sie genau zu beschreiben, muss scheitern; man kann sie nur beurteilen, wenn man live dabei gewesen ist.
Internationale DJs legten auf
Musikalisch gab es voll auf die Ohren: Internationales Festival-Feeling brachten DJ Cuebrick (Nature-One-erfahren), DJ Madism und Peter van de Muziek an die Regler, während Lokalmatador DJ Markus Deluxe den Westerwald mit gewohnter Abriss-Garantie zum Beben brachte. Wer es elektronisch und rasant liebte, begab sich ins Rave-Zelt zu DJ Sebastian Groth, DJ Markus Weigelt und DJ Moses. Für den handgemachten, rockigen Kontrast sorgte das regionale Dukes Trio: Die Jungs hauten echten, authentischen Rock und Beat raus, der selbst die Untoten zum Leben erweckt, mit Songs wie “Hier kommt Alex” (Die Toten Hosen), “Rebel Yell” (Billy Idol), “Sonne” (Rammstein), “Ace of Spades” (Motörhead) und “Enter Sandman” (Metallica).
Die Besucher verteilten sich auf alle drei Standorte. Das hatte auch den unschlagbaren Vorteil, dass man jederzeit in das andere Zelt wechseln konnte, um sich anderen Tanzrhythmen hinzugeben – sozusagen ein “Zelt-Hopping“. Die Kenner der Techno-Szene konnten sich an der Vielfalt der Genres erfreuen, denn Acid House, Chicago House, New Beat, EBM, Synthiepop, Detroit Techno, Electro Funk, Acid Techno, Dub-Techno und Hardcore Techno befeuerten die Fans im steten Wechsel.
Wie gesagt, es herrschte ausgelassene Stimmung und ein unterhaltsames Treiben. Auch vor den Zelten versammelten sich viele Gruselfans, die ihrem Körper Frischluft zuführen wollten, was bei kühlen, aber noch verträglichen Außentemperaturen durchaus Sinn ergab.
“Pipi-Flat” war wieder sehr erfolgreich
Um einen hohen Hygienestandard zu gewährleisten, gibt es in Borod die sogenannte “Pipi-Flat“, die sich als sehr erfolgreich erwiesen hat und von den Besuchern sehr gerne in Anspruch genommen wird. Fast jeder Besucher geht nach dem Betreten des Festgeländes sofort in Richtung der WC-Anlage, entrichtet dort bei zwei resoluten Damen einen Obolus von zwei Euro und bekommt dafür einen Stempel auf die Haut gedrückt. Mit diesem Stempel am Körper können die Besucher jederzeit und so oft, wie sie wollen, die Toiletten aufsuchen, ohne sich in endlose Warteschlangen einreihen zu müssen, die bei anderen Veranstaltungen entstehen, wenn pro Toilettengang 50 Cent verlangt werden.
Technofans sind keine Störenfriede
Trotz 3.000 Menschen, krachenden Sounds und ekstatischer Party-Laune blieb die ganze Nacht durchweg friedlich. Kein Ärger, keine Krawalle, einfach nur 100 Prozent Spaß, Tanzen und Lachen, pure Lebensfreude eben.
Ein großes Kompliment gebührt Borod: Ein kleines Dorf hat wieder einmal gezeigt, wie man eine gigantische Party auf die Beine stellen kann. Ein Dorf, das etwas abseits in einem Tal liegt, kann auf viele Menschen magnetisch wirken, wenn man dort bereit ist, gemeinsam etwas Großes auf die Beine zu stellen. Borod sollte anderen Kommunen Mut machen, etwas zu riskieren. Klar, man muss einen Veranstalter wie Swen Metzler haben, selbst wohnhaft in Borod, der mit seinem Team von “M-Eventservice“ die Mega-Sause organisierte und durchführte. Außer einem kurzen Handshake während der Gruselparty war kein Kontakt zu Swen Metzler möglich, da er sich mit vollem Einsatz in sein Event einbrachte. Auch sein Team zeigte Höchstleistungen, denn sowohl an den Kassen als auch bei den Getränkeausgaben gab es kaum Warteschlangen. |
|
| Nachricht vom 01.11.2026 |
www.nr-kurier.de |
|
|
|
|
|
|