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Pressemitteilung vom 01.11.2026
Wirtschaft
Metall- und Elektroindustrie: Warnstreik bei thyssenkrupp Rasselstein gestartet
Unmittelbar nach dem Ende der Friedenspflicht haben in der Metall- und Elektroindustrie erste Arbeitsniederlegungen begonnen. Bei thyssenkrupp Rasselstein in Andernach traten hunderte Beschäftigte mitten in der Nacht vor das Werkstor, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen.
(Foto: Anna Feuerpeil / IG Metall Neuwied)Andernach. Mit dem Auslaufen der Friedenspflicht in der Nacht zu Sonntag, 1.11., haben die Warnstreiks in der Metall- und Elektroindustrie ihren Anfang genommen. Um Mitternacht legten etwa 300 Mitarbeiter von thyssenkrupp Rasselstein in Andernach gemeinsam mit weiteren Teilnehmern aus umliegenden Firmen für eine begrenzte Zeit die Arbeit nieder.

Kritik am Angebot der Arbeitgeberseite
Vorausgegangen war die zweite Verhandlungsrunde, in der die Arbeitgeber der Mittelgruppe eine Offerte vorgelegt hatten, die von der Gewerkschaft als Minus-Angebot eingestuft und entschieden zurückgewiesen wurde. Jörg Köhlinger, Bezirksleiter der IG Metall Mitte, erklärte bei einer Ansprache vor den Werktoren, dass Prognosen führender Wirtschaftsforschungsinstitute durchaus günstigere Perspektiven aufzeigten. Die Unternehmen ignorierten dies und behandelten das Personal lediglich als reine Kostenfaktoren. Der aktuelle Vorschlag habe den Unmut in den Belegschaften weiter angeheizt. Der mitternächtliche Ausstand bilde daher lediglich den Auftakt zu einer Phase umfassender Warnstreiks.

Markus Eulenbach, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Neuwied, warf den Arbeitgebern vor, mit ihrem Vorschlag erneut den nötigen Respekt gegenüber dem Personal schuldig geblieben zu sein. Nötig sei ein klares Entgegenkommen, um die Kaufkraft der Belegschaften langfristig zu sichern, da sich nur auf diesem Weg auch der wirtschaftlichen Entwicklung insgesamt spürbare Impulse geben ließen.

Forderung nach mehr Entgelt und Beschäftigungssicherung
Marc Winter, Zweiter Bevollmächtigter der IG Metall Neuwied sowie Betriebsratsvorsitzender bei thyssenkrupp Rasselstein, stellte klar, dass neben dem berechtigten Anliegen von fünf Prozent mehr Entgelt für die Dauer von zwölf Monaten vor allem der Erhalt der Arbeitsplätze und eine verlässliche Zukunftsausrichtung von zentraler Bedeutung seien.

Nach der nächtlichen Arbeitsniederlegung in Rheinland-Pfalz stehen in den kommenden Tagen weitere Aktionen im gesamten Tarifgebiet der Mittelgruppe, das Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland umfasst, sowie in Thüringen bevor. Über diese Folgestreiks soll gesondert berichtet werden. (PM/bearbeitet durch Red)
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