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Pressemitteilung vom 31.10.2026
Region
Inklusion im Betrieb: Veranstaltung Fachkraft Inklusiv zeigt Wege auf
Die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung eröffnet Betrieben neue Perspektiven. Bei einer Veranstaltung in Neuwied zeigten Fachleute und Arbeitgeber anhand konkreter Beispiele, wie eine dauerhafte Eingliederung in den betrieblichen Arbeitsalltag praktisch gelingt.
v.l.n.r.: Peter Jung, Mario Dieninghoff, Christiane Kahlert, Markus Dreydoppel, Marita Kirst, Sophia Kirst, Frauke Pischl, Elmar Wagner, Michael Jablonski, Björn Ulbricht
(Foto: Katrin Zieger)Neuwied. Zur Veranstaltung "Fachkraft Inklusiv" versammelten sich am vergangenen Dienstagabend etwa 70 Interessierte aus unterschiedlichen Unternehmen und Institutionen im Berufsbildungswerk Neuwied. Unter der Schirmherrschaft von Elmar Wagner, dem Vorsitzenden der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Rhein-Wied-Westerwald, schilderten Betriebe und Menschen mit Behinderungen ihre Erfahrungen aus erster Hand. Das Treffen bot zudem Raum für Gespräche mit erfahrenen Arbeitgebern, Beschäftigten und Fachleuten der Agentur für Arbeit, des Landesamtes für Soziales, Jugend und Versorgung sowie der Einheitlichen Ansprechstellen für Arbeitgeber (EAA).

Frauke Pischl, Leiterin des Bereiches Berufliche Bildung und Integration im Heinrich-Haus, und Mario Dieninghoff, Teamleiter für Berufliche Rehabilitation und Teilhabe bei der Agentur für Arbeit Rhein-Wied-Westerwald, übernahmen die Begrüßung. Schirmherr Elmar Wagner erklärte in seinem Grußwort, ein inklusiver Arbeitsmarkt bedeute Chancengleichheit für Menschen mit und ohne Behinderung. Bis zu diesem Zustand sei noch ein weiter Weg zurückzulegen und es gelte, Barrieren vor allem im Denken abzubauen.

Erfahrungen aus der Praxis der Stadtverwaltung
In der folgenden Diskussionsrunde vertieften Frauke Pischl und Christiane Kahlert, Leiterin des Integrationsmanagements im Heinrich-Haus, zwei konkrete Beispiele aus dem Arbeitsleben. Markus Dreydoppel ist an zwei Tagen in der Woche bei der Neuwieder Stadtverwaltung sowie in der Volkshochschule tätig. Auf dem Podium berichtete er, dass er sich dank der offenen Haltung im Team zügig in das Arbeitsumfeld und seine Pflichten eingearbeitet habe.

Neuwieds Bürgermeister Peter Jung stellte ihn ein und hob hervor, ihm seien nachhaltige sowie authentische Stellen wichtig. Die Verwaltung habe intensiv beraten, wie sich Arbeitsplätze mit regulären Aufgaben schaffen ließen, und den Schritt mit zwei Personen gewagt. Das tägliche Ergebnis bestätige die Richtigkeit dieser Entscheidung.

Sophia Kirst gehört seit fast einem Jahr zum hauswirtschaftlichen Team der städtischen Kindertagesstätte Rommersdorf. Sie bereitet Mahlzeiten vor, faltet Wäsche und schätzt nach eigenen Worten vor allem den Kontakt mit den Mädchen und Jungen. Ihre Mutter Marita Kirst merkte an, die Tochter habe ihren Blickwinkel erweitert und sei glücklich. Der stellvertretende Einrichtungsleiter Björn Ulbricht ergänzte, Kirst sei ein fester Bestandteil der Belegschaft, übernehme Verantwortung und stelle eine spürbare Bereicherung für das Team dar.

Begleitung durch Fachkräfte und Ausblick
Bürgermeister Peter Jung unterstrich, das reibungslose Ankommen auf dem ersten Arbeitsmarkt basiere maßgeblich auf der Hilfe des Heinrich-Hauses. Integrationsbegleiter Michael Jablonski fungiert als fester Ansprechpartner für Arbeitgeber und betreut das gesamte Verfahren. Er formulierte den Wunsch nach mehr Betrieben, die den Mut zu solchen Versuchen aufbringen, da sich dieser Weg auszahle.

Frauke Pischl betonte in ihrem Schlussbeitrag, gelebte Inklusion beginne mit der Bereitschaft, Personen vorurteilslos zu begegnen, persönliche Fähigkeiten wahrzunehmen und gemeinsame Potenziale auszuloten. Beim anschließenden Ausklang im Freizeitforum des Berufsbildungswerkes tauschten sich die Teilnehmer bei Getränken und Imbiss weiter über betriebliche Ideen aus.

Die Informationsveranstaltung fand in dieser Form zum dritten Mal statt. Weiterführende Details sowie zwei Videobeiträge zum beruflichen Alltag von Sophia Kirst und Markus Dreydoppel sind auf der Website www.fachkraft-inklusiv.de abrufbar. (PM/bearbeitet durch Red)
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