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| Nachricht vom 25.10.2026 |
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| Kultur |
| Kulturpreis für Peter Siebenmorgen: "Bleib so, wie du bist!" |
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| In der Sayner Hütte wurde Peter Siebenmorgen für mehr als vier Jahrzehnte Engagement für Heimat, Kultur und Ehrenamt ausgezeichnet. Die Redner würdigten einen Mann, der Ideen verwirklicht, Geschichte bewahrt, Vereine unterstützt und Menschen zusammenbringt – mit Herz, Tatkraft und einem ausgeprägten Dickkopf. |
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Bendorf. Mit „Oh, happy day!“ sorgten die „Boos Bar Bubscher“ für einen schwungvollen Auftakt, bevor in der Sayner Hütte ein Mann im Mittelpunkt stand, der das kulturelle und gesellschaftliche Leben seiner Heimatstadt seit mehr als vier Jahrzehnten mitprägt: Peter Siebenmorgen erhielt am 24. Oktober den Kulturpreis der Stadt Bendorf. Die von Herzlichkeit, persönlichen Erinnerungen und viel Anerkennung geprägte Feier machte deutlich, dass es dabei um weit mehr als einzelne Projekte geht. Geehrt wurde ein leidenschaftlicher Heimatforscher, Journalist, Kulturorganisator und Ehrenamtler, der andere begeistert und immer wieder zum Mitmachen bewegt.
Kultur ist das Fundament einer lebendigen Gesellschaft
Bürgermeister Christoph Mohr freute sich bei der Begrüßung über den voll besetzten Saal und die vielen gekommenen Menschen, um Siebenmorgen zu würdigen. Gerade in einer Zeit tiefgreifender Veränderungen und zunehmender Sparzwänge stelle sich die Frage, welchen Stellenwert Kultur habe. Mohrs Antwort fiel eindeutig aus: „Kultur ist das Fundament und das Lebenselixier einer freien und demokratischen Gesellschaft.“ Auch die Vereinskultur sei unverzichtbar. Peter Siebenmorgen stehe für eine lebendige, offene und mutige Kultur, die in Bendorf geschätzt werde.
Bundestagsabgeordneter Dr. Thorsten Rudolph unterstrich die Bedeutung von Kultur und Ehrenamt für das gesellschaftliche Miteinander. Beides habe einen unschätzbaren Wert und trage entscheidend dazu bei, dass Gemeinden lebendig blieben.
Schirmherrin Sabine Bätzing-Lichtenthäler, Staatsministerin und stellvertretende Ministerpräsidentin des Landes Rheinland-Pfalz, bezeichnete es als große Ehre, an diesem besonderen Tag dabei sein zu dürfen. Als Freundin der Mühlen und von Peter Siebenmorgen liegt ihr die Ehrung besonders am Herzen.
Ein Dickkopf mit Herz für seine Heimat
Wie sehr Siebenmorgen in den Vereinen und im Leben seiner Heimatstadt verwurzelt ist, wurde im Laufe des Abends immer wieder deutlich. Die Redner zeichneten das Bild eines Mannes, der überall dort anzutreffen ist, wo etwas bewegt, bewahrt oder neu auf den Weg gebracht werden soll. Ein „Hans Dampf in allen Gassen“ – hilfsbereit, ideenreich, mitunter eigensinnig und mit einem Dickkopf, der sich nicht so leicht von einem Vorhaben abbringen lässt.
Die Laudatorin Dr. Ute Stuhlträger-Fatehpour brachte sein Wirken auf den Punkt: „Peter ist einer von den Menschen, die man vielleicht nicht immer vorn auf der Bühne sieht, der aber dafür sorgt, dass die Bühne überhaupt existiert.“ Siebenmorgen fotografiere, dokumentiere, sammle und bewahre. Vor allem aber bringe er Menschen zusammen und sorge dafür, dass die Geschichten seiner Heimat nicht in Vergessenheit gerieten.
Schon früh zeichnete sich sein Weg ab. 1984, mit gerade einmal 15 Jahren, wurde er Vorstandsmitglied einer Karnevalsgesellschaft. Im selben Jahr begann seine journalistische Tätigkeit. Er berichtete über Vereine, Veranstaltungen, Jubiläen und die Menschen, die das Leben vor Ort prägen. Damit hielt er fest, was sonst möglicherweise längst vergessen wäre.
Im Laufe der Jahrzehnte kamen zahlreiche weitere Aufgaben hinzu: Heimatforschung, die Betreuung eines umfangreichen Archivs, die Unterstützung von Vereinen und sozialen Initiativen sowie die Organisation von Veranstaltungen. Siebenmorgen entwickelte Gestaltungsideen, knüpfte Kontakte und half dabei, Projekte Wirklichkeit werden zu lassen.
Die Mühle als Ort für Begegnungen und Kultur
Ein besonderer Schwerpunkt seines Engagements ist die Hein’s Mühle. Was zunächst mit der Beschäftigung mit ihrer Geschichte und fotografischen Dokumentationen begann, entwickelte sich zu einer langjährigen Aufgabe. Heute steht die Mühle nicht nur für den Erhalt eines historischen Bauwerks, sondern auch für einen lebendigen Kulturort mit Musik, Kunst, Lesungen und Begegnungen.
Für Siebenmorgen ist Heimat nichts, das einfach unverändert bewahrt werden kann. Sie müsse gelebt werden, Geschichte müsse erzählt und Tradition müsse an kommende Generationen weitergegeben werden. Dazu gehört für ihn auch, neue Ideen zuzulassen und jungen Menschen eigene Wege zu ermöglichen.
Sein Einsatz reicht dabei weit über die Kulturarbeit hinaus. Ob Karneval, Heimatvereine, Feuerwehr, Technisches Hilfswerk oder soziale und familienbezogene Projekte: Immer wieder engagierte er sich dort, wo Menschen Unterstützung benötigten oder Gemeinschaft entstehen konnte.
Eine Hommage an „Sään“
Dass Siebenmorgen auch im Karneval tiefe Spuren hinterlassen hat, zeigte Christoph Hahn vom Kirmes- und Karnevalsverein Bendorf mit einer „Hommage an Sään“. Er verband seine Gratulation mit dem Lied „Ich wär gern ein Sayner“ und dem Wunsch, dass Bendorfs Zukunft in den Händen jener Menschen bleiben möge, die Brücken bauen, statt sie einzureißen.
Auch die „Boos Bar Bubscher“ setzten musikalische Akzente. Vor der offiziellen Urkundenverleihung durch Bürgermeister Christoph Mohr sang der Chor eine passende Hymne, anschließend ein Loblied auf Bendorf und „The Lion Sleeps Tonight“. So verband sich die feierliche Ehrung mit jener Portion Humor und Heimatverbundenheit, die den Abend prägte.
Nach der Verleihung gratulierten Vertreter der Fraktionen sowie zahlreiche Wegbegleiter aus Vereinen und Institutionen. Dazu gehörten der Förderkreis Hein’s Mühle, der Frauenchor Sayn, die KG 1937 Sayn, die „Familie Sayn“, die Sayner Schlosswache, der Festausschuss Bendorfer Karneval und der Förderkreis Abtei Sayn. Die vielen Glückwünsche zeigten, wie breit Siebenmorgen in seiner Heimat vernetzt ist.
„Ich sehe Menschen, ich sehe Freunde“
Emotional wurde es, als Peter Siebenmorgen selbst das Wort ergriff. In seiner Dankesrede ließ er sein Leben Revue passieren, richtete den Blick dabei aber weniger auf die Zahl der Jahre als auf die Menschen, die ihn begleitet hatten.
„Wenn ich heute hier stehe oder sitze und in diesen Saal schaue, dann sehe ich nicht 40 Jahre, ich sehe Menschen“, sagte er. Er sehe Freunde, Wegbegleiter und Menschen, mit denen er gelacht und diskutiert habe, die ihn unterstützt, aber auch wieder auf den Boden zurückgeholt hätten.
Vieles von dem, was ihn heute ausmache, habe er von anderen Menschen gelernt: Menschenliebe, Loyalität, Respekt, Gemeinschaft und die Bedeutung von Traditionen. Seine Eltern hätten ihm diese Werte nicht nur erklärt, sondern vorgelebt. Früh habe er gelernt, hinter jedem alten Haus, jedem Foto und jeder Tradition eine Geschichte zu entdecken. Und hinter jedem Verein stünden Menschen, die sich mit ihrer Zeit und ihren Ideen einbrächten. Ausdrücklich dankte Siebenmorgen deshalb auch jenen, die bei Veranstaltungen im Hintergrund arbeiteten.
Der Kulturpreis ist auch ein Dank an die Wegbegleiter
Für Siebenmorgen ist die Auszeichnung deshalb nicht allein eine persönliche Ehrung. Sie steht zugleich für die gemeinsame Arbeit vieler Menschen, die Ideen unterstützt, Türen geöffnet und Projekte mitgetragen haben. Ob die Rettung eines historischen Gebäudes, eine kulturelle Veranstaltung oder die Weitergabe einer Geschichte: Aus einer einzelnen Idee könne etwas entstehen, das die Stadt über Generationen präge.
Doch der Blick des Geehrten richtete sich nicht nur zurück. „Es gibt noch Ideen, Projekte, Geschichten, die erzählt werden wollen“, versprach er. Heimat müsse sich weiterentwickeln dürfen, Traditionen müssten weitergegeben und junge Menschen ermutigt werden, eigene Vorstellungen umzusetzen. Das eigentliche Vermächtnis bestehe nicht nur darin, was man selbst geschaffen habe, sondern auch darin, was man anderen zutraue.
Bürgermeister Christoph Mohr brachte die persönlichen Glückwünsche zum Abschluss auf den Punkt: „Bleib so, wie du bist!“ Ein Wunsch, der an diesem Abend viele Menschen im Saal zusammengeführt haben dürfte – und der zugleich die Wertschätzung für einen Mann ausdrückte, dessen Engagement weit über einzelne Vereine und Projekte hinausreicht. htv
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