NR-Kurier
Ihre Internetzeitung für den Kreis Neuwied
Nachricht vom 17.10.2026
Kultur
Mit Farben gegen Barrieren: Die inspirierende Kunst von Kim Keller
Eine beachtenswerte Ausstellung selbst gemalter Bilder von Kim Keller, die aufgrund spastischer Lähmungen im Rollstuhl sitzt, ist Beispiel für die vielfältigen Hilfsangebote der Franziskanerbrüder vom Heiligen Kreuz. In der Geschäftsstelle am Dierdorfer Marktplatz trafen sich am Freitag zahlreiche Betreuerinnen und Freunde der jungen Künstlerin, die trotz ihrer Behinderung voller Mut und Freude im Leben steht.
Fotos: Helmi Tischler-VenterDierdorf. Lebensmut und Selbstständigkeit zu fördern, ist das Anliegen der Betreuerinnen. In Kims Fall leisten sie Freizeitassistenz. Kim ist für die Unterstützung sehr dankbar, die es ihr ermöglicht, „mir meine Freizeit so zu gestalten, wie ich es mir wünsche – ob beim Malen, Basteln, Kochen, Freunde treffen, Ausflügen, oder einfach mal beim Abschalten vom Alltag. Es geht hierbei nicht nur um schöne Momente für mich, sondern auch um die Entlastung und Unterstützung meiner Mutter. Franziskaner mobil gibt mir diese Möglichkeit.“ Und: „Zwischen Farben und Pinselstrichen entsteht mehr als ein Bild: Zufriedenheit und ein kleines Stück Glück.“

Ihre Freizeitassistentin Michaela Kaballo erzählt, dass lange Zeit viel Energie in das Malen geflossen ist, weil Kim es liebt, mit Farben zu experimentieren und sich mit ihren Ideen auszuprobieren. Auf dem Tisch in der Geschäftsstelle liegen Blätter mit Erläuterungen zu den Acrylgemälden, denn Kims tiefschürfende Überlegungen zu den Arbeiten wurden aufgeschrieben. Ein Gemälde im Hochformat zeigt einen gebogenen Sandweg mit Steinen, der zwischen Blättern hindurchführt. Das Bild trägt den Titel „Mein Weg“. Die Anzahl der blockierenden Steine nimmt im Verlauf des Weges ab.

Bei der Vernissage konnten Standortleiterin Tanja Peters und Kim Keller zahlreiche Freunde und Weggefährten begrüßen, die allesamt von der Qualität der Arbeiten beeindruckt waren. Für Kim war es ein besonderer Tag. Ein kleiner Hund auf ihrem Schoß half ihr bei der Ansprache über ihre Nervosität hinweg. Sie sagte, sie habe einen Spruch gelesen: Der weiseste und edelste Lehrmeister ist die Natur selbst (Leonardo da Vinci). „Das passt zu den Bildern, die meine Geschichte darstellen sollen.“ Die ausdrucksstarken Gemälde wurden gegen eine Spende, die einem besonderen Verein zugutekommen soll, abgegeben.

Im Rahmen der Eingliederungshilfe betreut der Verein der mobilen Franziskaner 80 bis 90 Menschen mit geistigen, seelischen oder körperlichen Behinderungen. Auftrags- und Geldgeber ist die Kreisverwaltung Neuwied. Hilfe kann dort, über Institutionen oder Betreuer beantragt werden. Der individuelle Bedarf wird ermittelt und mit dem Ziel, die Selbstständigkeit der Klienten zu erhalten und zu fördern, personell darauf reagiert. Bis ein Erfolg festzustellen ist, sind viele kleine und große Schritte nötig. Dann kann eine Krise in Kraft umgewandelt werden.

Sie erreichen den Verein am Standort Dierdorf, Hauptstraße 15, über die Leiterin Tanja Peters, Telefon: (02689) 6970980, mobil: (0160) 6829027 und per E-Mail: tanja.peters@franziskaner-mobil.de. htv
Nachricht vom 17.10.2026 www.nr-kurier.de