| NR-Kurier |
| Ihre Internetzeitung für den Kreis Neuwied |
|
| Nachricht vom 14.10.2026 |
|
| Rheinland-Pfalz |
| Steigende Semesterbeiträge in Rheinland-Pfalz belasten Studierende |
|
| Die Erhöhung der Semesterbeiträge an Hochschulen in Rheinland-Pfalz sorgt für Unmut unter den Studierenden. Besonders das Semesterticket verursacht erhebliche Mehrkosten, die viele Studierende vor finanzielle Herausforderungen stellen. |
|
Mainz. Die Entwicklung der Semesterbeiträge in Rheinland-Pfalz zeigt seit geraumer Zeit nur eine Richtung: nach oben. Zum Wintersemester 2026/27 wurden erneut Erhöhungen verzeichnet. Hauptursache ist der gestiegene Preis des Deutschland-Semestertickets. Dieses ermöglicht es Studierenden, 40 Prozent günstiger zu reisen als mit dem regulären Deutschlandticket. Nachdem der Ticketpreis Anfang des Jahres auf 63 Euro monatlich angehoben wurde, zahlen Studierende nun 226,80 Euro pro Semester - ein Anstieg von 18 Euro im Vergleich zum Vorjahr.
An der Johannes Gutenberg-Universität Mainz stiegen die Beiträge seit Einführung des Deutschland-Semestertickets 2024 um ein Fünftel von 305,55 Euro auf 366,90 Euro. Die Universität Koblenz verzeichnete einen Anstieg von mehr als 100 Euro innerhalb von zwei Jahren, während die Rheinland-Pfälzische Technische Universität in Kaiserslautern jetzt 381,80 Euro statt zuvor 300,40 Euro verlangt.
Unmut aus der Studierendenschaft
Paul Busch vom Allgemeinen Studierendenausschuss (Asta) der RPTU Kaiserslautern äußerte sich besorgt über die steigenden Belastungen durch höhere Semesterbeiträge. "Wir würden uns wünschen, dass die Erhöhungen nicht notwendig sind." 2024 hatten 97,8 Prozent der Studierenden dem Deutschland-Semesterticket zugestimmt, doch der Preis stieg seither um über 50 Euro. Busch fordert politische Lösungen, wie ein individuell abbestellbares, vergünstigtes Ticket für Studierende und Auszubildende. Auch der Asta der JGU in Mainz wünscht sich mehr Unterstützung seitens der Politik.
Nicht nur das Semesterticket erhöht die Beiträge
Neben dem Semesterticket tragen auch andere Komponenten zu den gestiegenen Beiträgen bei, wie der Beitrag für den Asta oder das Studierendenwerk. Das Studierendenwerk Koblenz erhöhte seinen Sozialbeitrag erstmals seit 2014 um 15 Euro. Gründe hierfür sind gestiegene Personal- und Betriebskosten, die ohne Landeszuschüsse getragen werden müssen. Der Asta der RPTU musste aufgrund rückläufiger Studierendenzahlen und Inflation seinen Anteil am Semesterbeitrag um 20 Euro erhöhen. In Mainz fließen die Mehrkosten ausschließlich in das Deutschland-Semesterticket.
Aufstockung der Essenszuschüsse?
Nele Hölscher und Michelle Müller vom Studierendenausschuss in Mainz berichten von Sparmaßnahmen und der Notwendigkeit, vorhandenes Geld besser zu verteilen. Ziel sei es, Studierende nicht weiter zu belasten und dennoch Angebote und Services zu garantieren. Paul Busch sieht die Politik in der Pflicht, die Essenszuschüsse für Studierendenwerke zu erhöhen, da diese seit 2016 nur leicht gestiegen seien. Das Wissenschaftsministerium hat bereits eine Erhöhung der Zuschüsse um 150.000 Euro auf 5,8 Millionen Euro angekündigt.
Hilfe aus der Studierendenschaft
Der Mainzer Asta erhält regelmäßig Anträge auf finanzielle Unterstützung. Studierende können Darlehen oder Zuschüsse beantragen, wenn sie unverschuldet in Not geraten. In bestimmten Fällen wird auch das Semesterticket erstattet oder bezuschusst. In Kaiserslautern vermittelt der Asta Unterstützungsangebote und gewährt zinslose Sozialdarlehen. Hölscher und Müller betonen, dass finanzielle Probleme nicht ausschließlich durch den Semesterbeitrag entstehen, sondern auch durch hohe Lebenshaltungskosten und Mieten. Viele Studierende können ihr Leben nicht allein mit Bafög finanzieren. (dpa/bearbeitet durch Red)
|
|
| Nachricht vom 14.10.2026 |
www.nr-kurier.de |
|
|
|
|
|
|