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Nachricht vom 13.10.2026
Region
Amnesty International in Neuwied informiert über die Todesstrafe
Am 10. Oktober, dem Welttag gegen die Todesstrafe, machte die Amnesty-Gruppe Neuwied in der Innenstadt auf das Thema aufmerksam. Mit einem Informationsstand klärte sie über die weltweite Entwicklung und die Problematik der Todesstrafe auf.
Foto: Barbara Schütt-KerberNeuwied. Am 10. Oktober informierte die Amnesty-Gruppe Neuwied an einem Stand in der Innenstadt über die Todesstrafe und deren weltweite Entwicklung. Jährlich werden weltweit Tausende Menschen staatlich hingerichtet - unter anderem durch Erhängen, Erschießen, Enthaupten oder Vergiften. Besonders betroffen sind finanziell benachteiligte Menschen und Angehörige marginalisierter Gruppen. Seit 1996 hat eine wachsende Zahl von Staaten die Todesstrafe gesetzlich oder in der Praxis abgeschafft. Dennoch erfordern Tausende Todesurteile und Hinrichtungen jährlich weiterhin entschlossenes Handeln. Lichtblicke wie die Abschaffung im Libanon und in Kalifornien sowie weniger Hinrichtungen in Südostasien stehen einem erneuten starken Anstieg im Iran gegenüber.

Amnesty International lehnt die Todesstrafe ausnahmslos ab - unabhängig von Tat, Schuldfrage oder Hinrichtungsmethode. Verbrechen müssen bestraft werden, doch Strafe darf weder das Recht auf Leben noch die Menschenwürde verletzen. Die Todesstrafe gilt als ungerecht, unmenschlich, unwiderruflich und willkürlich. Der Fall Christa Pike verdeutlicht dies: Sie wurde in jungen Jahren wegen Mordes verurteilt, ohne dass ihre Lebensumstände in einem fairen Verfahren angemessen berücksichtigt wurden. Ihr Fall steht beispielhaft für viele Menschen in US-Todeszellen, deren Urteile durch Verfahrensfehler belastet sind.

Neben Tötungsdelikten aus persönlichen Motiven werden politisch oder religiös begründete Taten häufig als Terrorverbrechen verhandelt. In vielen Staaten scheint das Todesurteil dabei schon vor Prozessbeginn festzustehen - meist mit dem Argument der Abschreckung. Dieses gilt jedoch als widerlegt. Amnesty-Mitglied Uwe Krämer erklärt: "Es gibt keinen Beweis dafür, dass die Todesstrafe stärker abschreckt als eine langjährige Haftstrafe." Manfred Kerber ergänzt: "Die Todesstrafe fördert den Irrglauben, es könne außer Notwehr berechtigte Gründe geben, Menschen zu töten."

Am Infostand gab es vorbereitete Briefe, die Passanten verschicken konnten, um gegen mindestens 78 Personen zu protestieren, die im Iran wegen politisch motivierter Anklagen zum Tode verurteilt worden sind. Auch haben die iranischen Behörden mindestens 36 Personen aus denselben Gründen hinrichten lassen.

Für Anfang Dezember ist die Erschießung eines zum Tode verurteilten Attentäters auf einem Militärstützpunkt in Texas geplant, die per Livestream übertragen werden soll. Es wäre die erste US-Militärhinrichtung seit 65 Jahren und die erste öffentliche Exekution im Land seit fast einem Jahrhundert. Red
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