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Nachricht vom 03.10.2026
Region
Einzigartige Einsätze und moderne Technik: Die Feuerwehr Rengsdorf-Waldbreitbach beeindruckt Minister Schwickert
Die Freiwillige Feuerwehr Rengsdorf-Waldbreitbach steht aufgrund ihrer Topografie und Verkehrswege vor besonderen technischen Herausforderungen. Bei einem Vor-Ort-Termin informierte sich der rheinland-pfälzische Innenminister Achim Schwickert über das Spezialkonzept der Wehr und sprach sich für eine bedarfsgerechte Ausstattung aus.
Wehrleiter Peter Schäfer stellt die Besonderheiten der Freiwilligen Feuerwehr Rengsdorf-Waldbreitbach vor. Fotos: Wolfgang TischlerRengsdorf. Hoher politischer Besuch in der Fahrzeughalle der Freiwilligen Feuerwehr: Der rheinland-pfälzische Innenminister Achim Schwickert besuchte die Freiwillige Feuerwehr Rengsdorf. Im Fokus des Treffens standen die topografischen und technischen Herausforderungen der fusionierten Verbandsgemeinde (VG) Rengsdorf-Waldbreitbach. Wehrleiter Peter Schäfer und Bürgermeister Pierre Fischer empfingen den Gast gemeinsam mit politischen Vertretern sowie Abordnungen der Wehren aus der gesamten Verbandsgemeinde.

Extremes Gelände: Von Paraglidern im Baum bis zur Tierrettung
In der Fahrzeughalle präsentierte Wehrleiter Peter Schäfer ein beeindruckendes Spektrum an Aufgaben, die weit über den klassischen Brandschutz hinausgehen. Die geografische Lage bringt enorme logistische Herausforderungen mit sich, da sich die Verbandsgemeinde über extreme Höhenunterschiede von 94 bis zu 400 Metern über dem Meeresspiegel erstreckt.

Zu den absoluten Besonderheiten der Wehr gehört die Spezialausrüstung zur Rettung von Paraglidern (Gleitschirmfliegern). Solche Einsätze zählen technisch zu den anspruchsvollsten Aufgaben im Bereich der Hilfeleistung. Meistens führen Fehlstarts, unvorhergesehene Windböen oder Thermikprobleme dazu, dass Piloten in Baumkronen, an Steilhängen oder Masten hängen bleiben.

Ein weiteres wichtiges Aufgabenfeld ist die Großtierrettung. Erst kürzlich mussten die Einsatzkräfte ein Pferd befreien, das in einem engen Mühlengraben eingesunken war und sich nicht mehr aus eigener Kraft retten konnte.

Technisch ist die Wehr hervorragend aufgestellt. Schäfer hob besonders eine hochmoderne Drohne hervor. Das Gerät, das von einem Mitbürger aus der VG gespendet wurde, kommt regelmäßig bei der Personensuche zum Einsatz. Dies ist im Wiedtal eine wichtige Unterstützung, da sich im Raum Waldbreitbach mehrere Spezialkliniken befinden, aus denen immer wieder orientierungslose Patienten vermisst gemeldet werden.

Ferner trägt die VG-Feuerwehr die Verantwortung für Teilabschnitte der stark frequentierten Autobahn A 3 sowie der ICE-Schnellfahrstrecke – was im Ernstfall hochkomplexe Rettungsszenarien erfordert. Auch für den Hochwasserschutz im Wiedtal ist gesorgt: Die Wehr hält permanent gefüllte Sandsäcke sowie eine eigene Sandsack-Abfüllmaschine bereit.

Einigkeit in der Politik: Voller Rückhalt für das Fahrzeugkonzept
Bürgermeister Pierre Fischer gab dem Innenminister einen Einblick aus Sicht der Kommunalpolitik. Er betonte, dass der Verbandsgemeinderat geschlossen hinter seinen Brandschützern steht: Alle Beschlüsse zur Feuerwehr seien im Rat bisher einstimmig gefasst worden. Das Sicherheitsgefühl der Bürger habe oberste Priorität, weshalb das bestehende, zukunftsfähige Fahrzeug- und Gebäudekonzept konsequent weiter umgesetzt wird.

Wehrleiter Schäfer zeigte sich zudem stolz auf den menschlichen Erfolg der vergangenen Jahre: Die Feuerwehren der ehemals zwei Verbandsgemeinden seien komplett zusammengewachsen. Insgesamt stehen für die Sicherheit der Region rund 400 aktive Einsatzkräfte bereit. Der Nachwuchs wird erfolgreich in den zwei Jugendfeuerwehr-Standorten Kurtscheid und Breitscheid gefördert.

Minister plädiert für maßgeschneiderte Ausstattung statt Pauschalen
Innenminister Achim Schwickert zeigte sich sichtlich beeindruckt von der Leistungsfähigkeit und der enormen Bandbreite der Feuerwehr Rengsdorf-Waldbreitbach. Er sprach sich klar gegen starre, landesweit pauschalisierte Vorgaben aus: „Die Ausstattung darf nicht pauschal vom Land geregelt werden. Sie muss immer die individuellen Besonderheiten und geografischen Gegebenheiten der einzelnen Verbandsgemeinden berücksichtigen“, erklärte er.

Bürgermeister Fischer nutzte das offene Ohr des Ministers und gab ihm einen konkreten Wunsch mit auf den Weg nach Mainz: Er forderte eine Erhöhung der zugewiesenen pauschalen Landesmittel, um die finanzielle Last der Kommunen bei der Unterhaltung der Wehren zu lindern.

Zum Abschluss des konstruktiven Austauschs ging Schwickert auf das Thema Ausbildung ein: Er versprach, dass die Schulungsmaßnahmen an der Landesfeuerwehr- und Katastrophenschutzakademie (LFKA) in Zukunft weiter ausgebaut und intensiviert werden, um die Einsatzkräfte optimal auf diese hoch spezialisierten Aufgaben vorzubereiten. woti
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