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Nachricht vom 03.10.2026
Region
Höchste Landesehrung für Melanie Gödtner, Ute Görgens und Hartmut Schmitz
Drei außergewöhnliche Menschen, drei völlig verschiedene Lebenswege, aber eine gemeinsame, zutiefst menschenfreundliche Haltung: Im Roentgen-Museum Neuwied wurden am Freitagnachmittag Melanie Gödtner, Ute Görgens und Hartmut Schmitz mit der Ehrennadel des Landes Rheinland-Pfalz ausgezeichnet. Landrat Achim Hallerbach und die kommunale Familie würdigten das Engagement.
Die Preisträger mit Landrat Achim Hallerbach: Melanie Gödtner, Ute Görgens und Hartmut Schmitz. Fotos: Wolfgang TischlerNeuwied. Sie schenken ihre Freizeit, übernehmen Verantwortung und bewegen etwas für andere: Am Freitagnachmittag, den 2. Oktober 2026, hat Landrat Achim Hallerbach im feierlichen Rahmen des Roentgen-Museums Neuwied drei herausragende Persönlichkeiten des Landkreises mit der Ehrennadel des Landes Rheinland-Pfalz ausgezeichnet. Melanie Gödtner, Ute Görgens und Hartmut Schmitz erhielten die staatliche Ehrung für ihr langjähriges, unentgeltliches Engagement, das laut Hallerbach „wie Mörtel für die Fugen des Bauwerks unserer Gesellschaft wirkt“.

In Zeiten von Dauerkrisen und mentalem Stress setzten die drei Geehrten ein starkes Zeichen für Stabilität und Zuversicht. Obwohl ihre Einsatzgebiete – vom Gardetanz über die kirchliche Jugendarbeit bis zum Fußball – gänzlich unterschiedlich sind, verbindet sie ein gemeinsames Ziel: die Förderung junger Menschen und die Schaffung von Gemeinschaft. Musikalisch feierlich umrahmt wurde die Veranstaltung durch Ruth Zimmermann sowie Johannes Weiß am Piano und Wilfried Bellinghausen am Vibraphon mit passenden Liedbeiträgen.

Melanie Gödtner: Ein Multitalent im Tanzsport
Eine echte Premiere gab es bei der ersten Ehrung des Tages. Während die Landesehrennadel meist als Würdigung eines langen Lebenswerks vergeben wird, stand mit Melanie Gödtner eine junge Frau im Rampenlicht, die trotz ihrer familiären und beruflichen Verpflichtungen bereits eine beeindruckende Bilanz vorweisen kann.

Ihr Herz schlägt für den technisch und konditionell fordernden Gardetanz. Bei den Kölsch-Büllesbacher Grün-Weißen Funken vom Zippchen e. V. übernahm sie schon früh Verantwortung weit über das eigene Tanzen hinaus. Als Vorstandsmitglied professionalisierte sie Vereinsstrukturen. Zudem formte sie als Trainerin die Formation „Johnny Carachos“ über zehn Jahre zu einer regionalen Größe. Mittlerweile leitet sie im 13. Jahr mit viel pädagogischem Geschick die „Jungfunken“. Landrat Hallerbach würdigte sie als „erfrischenden Gegenentwurf zu einer Gesellschaft voller Individualisten“ und als absoluten Glücksfall für die Region Asbach.

Ute Görgens: Der verlässliche Stabilitätsanker aus Niederbreitbach
Mit Ute Görgens wurde eine Frau geehrt, die in Niederbreitbach und Umgebung schlichtweg als Institution gilt, wenn es um die Arbeit mit Kindern und Familien geht. Sagenhafte 30 Jahre lang leitete sie die Eltern-Kind-Gruppe der Familienbildungsstätte Linz und war zudem zwei Jahrzehnte als Übungsleiterin beim Kinderturnen der SG Wiedtal Niederbreitbach e. V. aktiv.

Ganze Generationen von Kindern verdanken ihr unvergessliche Erinnerungen an Ostern, Nikolaus und Weihnachten, die sie mit kulturellen Angeboten bereicherte. Ihr Engagement erstreckte sich zudem auf die Elternbeiräte der Kita Regenbogenland, der Neuerburgschule und des Wiedtal-Gymnasiums. Auch in der Pfarrgemeinde hinterließ sie tiefe Spuren: bei der Erstkommunion- und Firmvorbereitung, als Lektorin und langjährige Vorsitzende des Kirchenchors „Cäcilia“. Aktuell steckt sie bereits in den Vorbereitungen für den lebendigen Adventskalender im Ort – ein Projekt, das in unruhigen Zeiten Raum für Begegnung und Heimat schafft.

Hartmut Schmitz: Der „Fels in der Brandung“ des FV Rheinbrohl
Während im Profifußball Trainer kommen und gehen, steht ein Name beim FV Rheinbrohl seit Jahrzehnten für absolute Kontinuität: Hartmut Schmitz. Seit 1986 ist er Mitglied im Verein und fungiert dort als der sprichwörtliche Fels in der Brandung.

Nach seiner aktiven Spielerzeit leitete er über 30 Jahre lang die Jugendabteilung und bildete als Trainer Generationen von Kindern aus. Auf dem Fußballplatz vermittelte er weit mehr als nur Technik und Taktik: Bei ihm lernten die Jugendlichen Respekt, Disziplin und Teamgeist. Bis heute organisiert er die beliebten Ferien-Fußballfreizeiten in den Oster- und Herbstferien. Unter seiner Regie entwickelte sich der FV Rheinbrohl zu einer echten regionalen Talentschmiede, die sogar Spielern den Weg in den Profibereich ebnete. Neben dem Sport engagiert sich Schmitz zudem leidenschaftlich für die Erinnerungskultur: Er zeichnet für die Pflege und den Erhalt der Kriegsgräber auf dem Rheinbrohler Friedhof verantwortlich, um diese als mahnendes Denkmal zu bewahren.

Dank der Heimat-Verbandsgemeinden und emotionaler Abschluss
Die hohe Wertschätzung der Geehrten in ihren jeweiligen Heimatregionen spiegelte sich auch in den Worten der kommunalen Vertreter wider. Pierre Fischer, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Rengsdorf-Waldbreitbach, Jan Ermtraud, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Bad Hönningen, und der Erste Beigeordnete der Verbandsgemeinde Asbach, Markus Harf (in Vertretung für Bürgermeister Michael Christ), richteten persönliche Worte des Dankes an die Ausgezeichneten. Sie unterstrichen die unersetzliche Bedeutung dieses Engagements für das Zusammenleben vor Ort und überreichten als Zeichen der Anerkennung Blumen und Geschenke.

Zum Abschluss der feierlichen Stunde ergriffen die Geehrten selbst das Wort. Sie bedankten sich sichtlich bewegt für die staatliche Auszeichnung. In einem waren sich alle drei einig: Ein solches Engagement ist niemals eine Einzelleistung. Sie gaben die Ehre des Tages direkt an ihre Ehepartner, Unterstützer sowie langjährigen Weggefährten weiter, ohne deren Rückhalt und Verständnis dieser unermüdliche Einsatz über Jahrzehnte hinweg nicht möglich gewesen wäre. woti
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