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Pressemitteilung vom 30.09.2026
Rheinland-Pfalz
Re-Use-Holzbau: Gebrauchte Bauelemente werden erneut eingesetzt
Ein Forschungsprojekt der RPTU zeigt im Wildpark Westerwald, wie bereits verwendete Holzbauelemente beim Neubau eingesetzt werden können. Eine öffentliche Toilettenanlage dient dabei als Reallabor für ressourcenschonendes und kreislauffähiges Bauen.
Symbolbild. (KI generiert)Rheinland-Pfalz. Die Rheinland-Pfälzische Technische Universität Kaiserslautern-Landau (RPTU) untersucht seit gut drei Jahren im Forschungsprojekt "Re-Use-Holzbauelemente", wie komplexe Holztafelelemente nach ihrer ersten Nutzung als Bauelemente erhalten und in neuen Gebäuden wiederverwendet werden können. Das Forschungsprojekt wird vom Forstministerium über das "Klimabündnis Bauen" mit 688.000 Euro gefördert.

Im Wildpark Westerwald wurden die bisherigen Forschungsergebnisse nun in einem 1:1-Reallabor praktisch umgesetzt. Bereits benutzte Holztafelelemente wurden als Außenwände für eine neu gebaute öffentliche Toilettenanlage eingesetzt. Damit wurde untersucht, ob Re-Use nicht nur für die Nutzung bestehender Gebäude, sondern auch beim Neubau eine Rolle spielen kann.

Holz als Baustoff für den Klimaschutz
Forststaatssekretärin Dr. Kristina Brixius erklärte, mit jedem Gebäude, das mit nachwachsenden Rohstoffen realisiert oder saniert werde, könne ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz geleistet werden. Holz speichere Kohlenstoff und entlaste dadurch die Atmosphäre von CO2. Zudem könne der Holzbau zur regionalen Wertschöpfung beitragen.

Im Forschungsprojekt "Re-Use-Holzbau" sei nun ein weiterer Schritt gegangen worden, indem wissenschaftliche Erkenntnisse in die praktische Anwendung übertragen worden seien.

Gemeinsam mit den Praxispartnern der ZimmerMeisterHaus Gruppe und der Holzbaufirma Kappler GmbH & Co. KG sowie unter Beteiligung des Wildparks Westerwald verfolgen Prof. Dr.-Ing. Jürgen Graf und sein t-lab-Team um den wissenschaftlichen Mitarbeiter Viktor Poteschkin ein langfristiges Ziel. Holztafelelemente sollen bereits bei ihrer Herstellung so konzipiert werden, dass sie mehrfach genutzt werden können. Dadurch sollen Ressourcen geschont, Abfälle vermieden und regionale Wertschöpfung gestärkt werden.

Erfahrungen aus dem Reallabor
Prof. Dr.-Ing. Jürgen Graf erläuterte, dass das Konstruieren für eine spätere Wiederverwendung mit dem Verständnis dafür beginne, wie bestehende Gebäude gefügt seien. Entscheidend sei außerdem, wie Bauelemente zurückgewonnen und an neue Anforderungen angepasst werden könnten.

Diese Vorgehensweise sei nun gemeinsam mit der Praxis im Maßstab eines Bauwerks erprobt worden. Die dabei gewonnenen Erfahrungen zeigten nach Angaben Grafs, welche Möglichkeiten bestehende Konstruktionen für ein kreislauffähiges Bauen bieten könnten.

Gebrauchte Holzelemente vor neuen Herausforderungen
Die direkte Wiederverwendung komplexer Holztafelelemente ist bislang kaum etabliert. Während die Wiederverwendung einzelner Bauteile zunehmend erprobt wird, werden komplexe Holztafelelemente nach ihrem Rückbau überwiegend thermisch verwertet.

Kristina Brixius verwies darauf, dass Holz zwar ein nachwachsender Rohstoff, aber keine unendliche Ressource sei. Eine konsequente Kreislaufwirtschaft sollte deshalb nicht nur die stoffliche Verwertung einzelner Teile berücksichtigen, sondern auch darauf abzielen, bereits produzierte ganze Bauelemente möglichst lange zu nutzen.

Eine zentrale Herausforderung besteht darin, dass gebrauchte Holzbauelemente nur selten exakt den Anforderungen eines neuen Gebäudes entsprechen. Abmessungen, Anschlusspunkte, Toleranzen und bauphysikalische Eigenschaften können voneinander abweichen.

Notwendige Anpassungen durch Zuschnitt oder aufwendige Umbauarbeiten können den Aufwand erhöhen und die Wirtschaftlichkeit einer Wiederverwendung gefährden. Das Projekt "Re-Use-Holzbau" setzt deshalb bei den Rahmenbedingungen an, unter denen gebrauchte Bauelemente erneut eingesetzt werden können.

Untersucht werden dabei Holztafelelemente, wie sie insbesondere im Wohnungsbau und im mehrgeschossigen Holzbau eingesetzt werden. Im Mittelpunkt stehen deren konstruktive und bauphysikalische Eigenschaften, Möglichkeiten für den Rückbau, Strategien zur Anpassung sowie ökologische Auswirkungen und wirtschaftliche Rahmenbedingungen.

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie online.(PM/bearbeitet durch Red)
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