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Nachricht vom 27.09.2026
Kultur
Historische Instrumente und große Stimmen: Ein unvergessliches Konzert in der Abteikirche Marienstatt
Der renommierte Kammerchor Marienstatt brachte unter der Leitung von Veronika Zilles Gioachino Rossinis Meisterwerk "Petite Messe solennelle" zur Aufführung. In der voll besetzten, lichtdurchfluteten Kirche verschmolzen tiefe Spiritualität, historische Originalinstrumente und hochkarätige Solisten zu einem Konzerterlebnis, das das Publikum am Ende zu stehenden Ovationen hinriss.
Applaus der Solisten für den Chor. Fotos: Wolfgang TischlerMarienstatt. Einen glanzvollen musikalischen Höhepunkt erlebten die zahlreichen Besucher der voll besetzten Abteikirche Marienstatt am Sonntag, dem 27. September: Der Kammerchor Marienstatt brachte unter der Leitung von Veronika Zilles Gioachino Rossinis berühmte „Petite Messe solennelle“ zur Aufführung. An diesem sonnigen Tag präsentierte sich der geschichtsträchtige Kirchenraum als lichtdurchfluteter Konzertsaal, der den idealen Rahmen für ein Zusammentreffen von tiefer Spiritualität und italienischer Lebensfreude bot.

Ein historischer Rückblick

Frater Gregor hieß die Gäste herzlich willkommen und schlug in seiner Begrüßung den Bogen zur Historie des Ortes: Bereits vor genau 20 Jahren hatte schon einmal ein Rossini-Konzert in der Abteikirche stattgefunden. Dass sich dieses Ereignis nun in einer so hochkarätigen Besetzung wiederholte, verlieh dem Nachmittag eine ganz besondere Note. Veronika Zilles führte das Publikum vorab charmant und fachkundig in das Leben und Wirken des italienischen Komponisten ein, bevor die ersten Töne des Kyrie eleison erklangen.

Klangpracht auf Originalinstrumenten
Das absolute Alleinstellungsmerkmal dieser Aufführung war das historische Instrumentarium aus der Epoche Rossinis, ausgeliehen aus der Sammlung von Simon Buser. Der unverwechselbare, authentische Klangcharakter entstand durch das Zusammenspiel des historischen Flügels Nr. 42270 von Sébastien Érard und des Kunstharmoniums Nr. 140 von Victor Mustel.

Die georgische Pianistin Sofi Simeonidis, mehrfache Preisträgerin internationaler Wettbewerbe, zog das Publikum von der ersten Minute an in ihren Bann. Mit voller Leidenschaft, elegantem Körpereinsatz und einer ausdrucksstarken Mimik meisterte sie den anspruchsvollen Part. Dabei hielt sie stets exzellenten Blickkontakt zu den Solisten und dem Chor. Am historischen Kunstharmonium glänzte der vielseitige Musiker und Dozent Michael Weiger, dessen Spezialgebiet die historische Aufführungspraxis ist.

Gänsehautmomente dank starker Solisten
Der rund 30-köpfige Kammerchor Marienstatt, der bereits seit 2005 von Veronika Zilles erfolgreich geleitet wird, zeigte sich in absoluter Bestform. Die komplexen Chorpassagen wie das Cum Sancto Spiritu oder das Et vitam venturi saeculi wurden präzise und stimmgewaltig vorgetragen. Ergänzt wurde das Ensemble durch vier herausragende Gesangssolisten, die für echte Gänsehautmomente sorgten:

Edith Lorans (Sopran): Die erfahrene französische Opernsängerin brillierte unter anderem beim berührenden Solo Crucifixus und dem O salutaris hostia.
Birgit Schmickler (Alt): Die vielseitige Mezzosopranistin überzeugte mit warmem Timbre im finalen, tiefgründigen Agnus Dei.
Maximilian Fieth (Tenor): Der gebürtige Kölner und gefragte Oratoriensänger meisterte das anspruchsvolle Tenor-Solo Domine Deus mit Bravour.
Konstantin Paganetti (Bass): Der etablierte Konzertsänger verlieh dem Quoniam tu solus Sanctus das nötige, kraftvolle Fundament.

Das Zusammenspiel aller Akteure gipfelte in einem mitreißenden Finale. Am Ende hielt es das Publikum nicht mehr auf den Bänken: Mit stehenden Ovationen und lang anhaltendem Applaus feierten die Zuhörer die Musiker. Das Ensemble bedankte sich für den fulminanten Applaus mit einer passenden Zugabe – dem ebenfalls von Rossini stammenden, ergreifenden Ave Maria. Ein Konzertnachmittag, der den Besuchern sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben wird. woti
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