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| Nachricht vom 25.09.2026 |
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| Rheinland-Pfalz |
| Kampf um kommunale Finanzen in Rheinland-Pfalz: Gericht soll Klarheit bringen |
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| Der Streit um die Finanzausstattung der rheinland-pfälzischen Kommunen schwelt seit Jahren. Jetzt könnte ein Gerichtsurteil endlich Klarheit schaffen. |
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Mainz. Endlose Debatten, Verhandlungen und Proteste bestimmen seit Jahren den Konflikt zwischen rheinland-pfälzischen Kommunen und dem Land über die finanzielle Ausstattung von Städten, Kreisen und Gemeinden. Nun steht eine juristische Auseinandersetzung vor dem Verwaltungsgericht Neustadt/Weinstraße an. Die Stadt Pirmasens und der Landkreis Südwestpfalz klagen gegen Schlüsselzuweisungsbescheide des Landes, die Mittel aus dem kommunalen Finanzausgleich (KFA) betreffen. Eine Grundsatzentscheidung über die Zukunft des KFA wird erwartet.
Die rheinland-pfälzischen Kommunen stehen finanziell unter Druck und schreiben rote Zahlen. Trotz einer Neuordnung des KFA wächst die Lücke zwischen Einnahmen und Ausgaben weiter, was zu Rekorddefiziten führt. Der Hauptgrund für die hohen Ausgaben sind die steigenden Sozialkosten und Eingliederungshilfen. Weitere Belastungen ergeben sich durch wachsende Ausgaben für Kitas, den ÖPNV und die Schülerbeförderung. Auch Personalkosten durch Tarif- und Besoldungserhöhungen belasten die Haushalte.
Defizite der Kommunen innerhalb eines Jahres verdoppelt!
Im vergangenen Jahr verzeichneten die Kommunen in Rheinland-Pfalz ein Defizit von rund 1,3 Milliarden Euro - mehr als doppelt so hoch wie im Jahr 2024 mit 630 Millionen Euro. Während die Steuereinnahmen um 3,2 Prozent auf 16,7 Milliarden Euro stiegen, erhöhten sich die Ausgaben um 7,0 Prozent auf 18,0 Milliarden Euro. Bundesweit erwarten die kommunalen Spitzenverbände für das laufende Jahr ein Defizit von 29,7 Milliarden Euro.
Nur jeder dritte kommunale Haushalt ausgeglichen
Besonders dynamisch entwickelten sich die Ausgaben für Sozialleistungen, Personal und Baumaßnahmen. Der Fehlbedarf im Bereich Soziales und Jugend ist bei zwölf kreisfreien und acht großen kreisangehörigen Städten von 688 Millionen Euro im Jahr 2014 auf rund 1,1 Milliarden Euro im Jahr 2024 gestiegen. Diese Ausgaben machen inzwischen etwa die Hälfte der gesamten Haushaltsaufwendungen vieler Städte aus.
Nur 882 von 2.453 Kommunen in Rheinland-Pfalz erreichen nach den aktuellen Planungen einen ausgeglichenen Haushalt. Fast zwei Drittel der Kommunen bleiben im Defizit, darunter alle kreisfreien Städte.
Die kommunalen Spitzenverbände fordern eine zügige Evaluation des KFA. Für ungedeckte Kosten im Jugend- und Sozialbereich solle es ein eigenständiges Finanzierungs- oder Kompensationssystem geben. Die Berechnung der Sozialkosten müsse pauschalisiert werden, sodass Versorgungseinrichtungen eine feste Summe pro betreuter Person erhalten.
Schnieder fordert mehr finanzielle Verantwortung vom Bund
Ministerpräsident Gordon Schnieder (CDU) versichert immer wieder die Unterstützung der Landesregierung, auch im künftigen Doppelhaushalt 2027/28. Er betont jedoch, dass auch der Bund Verantwortung übernehmen müsse, insbesondere bei den Sozialkosten im Bereich der Jugendhilfe.
Der KFA soll strukturelle Unterschiede im Land ausgleichen und gleiche Lebensverhältnisse schaffen. In diesem Jahr beträgt er rund 4,3 Milliarden Euro. Eine Überprüfung des Systems läuft bereits und soll bis Ende des Jahres abgeschlossen sein, um 2028 umgesetzt zu werden.
Die Klagen der Stadt Pirmasens und des Landkreises Südwestpfalz haben grundsätzliche Bedeutung für die finanzielle Ausstattung der Kommunen in ganz Rheinland-Pfalz. Sie wurden in enger Abstimmung mit dem Städtetag und dem Landkreistag Rheinland-Pfalz eingereicht, da diese Verbände selbst nicht klageberechtigt sind. (dpa/bearbeitet durch Red) |
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