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| Nachricht vom 19.09.2026 |
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| Rheinland-Pfalz |
| Erstmals treffen Luxemburger Nachfahren auf Diezer - Ein Gedenkort mit tiefer Bedeutung |
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| In einem bewegenden Moment der Geschichte haben sich die Nachfahren von 16 im Zweiten Weltkrieg in Diez erschossenen Luxemburgern erstmals mit den Einwohnern der Stadt getroffen. Diese Begegnung markiert einen bedeutenden Schritt im gemeinsamen Erinnern und Gedenken. |
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Diez. Fast 30 Jahre nach dem Beginn einer privaten Initiative zur Erinnerung an 16 im Zweiten Weltkrieg in Diez hingerichtete Luxemburger sind deren Nachfahren erstmals mit Menschen aus der Stadt zusammengekommen. Die Familien der Opfer reisten dafür aus Luxemburg für eine Gedenkfeier nach Diez, wie die Kulturstiftung Diez im Rhein-Lahn-Kreis mitteilte. Eine gemeinsame Gedenkfeier hatte es zuvor nicht gegeben.
Nach Angaben der Kulturstiftung waren die 16 jungen Luxemburger in Diez hingerichtet worden, nachdem sie sich geweigert hatten, für die deutsche Wehrmacht zu kämpfen.
Verbrecherische Hinrichtung
Nach der Besetzung Luxemburgs durch die deutsche Wehrmacht führten die Nationalsozialisten 1942 völkerrechtswidrig die zwangsweise Wehrpflicht für junge Luxemburger ein. Wer sich weigerte, für Deutschland zu kämpfen, wurde unbarmherzig verfolgt. Viele dieser jungen Männer wurden als politische Gefangene unter anderem in die überbelegte Strafanstalt Freiendiez (die heutige JVA Diez) verschleppt.
Im Herbst 1944 wurden insgesamt 16 junge Luxemburger in einer nahe gelegenen Kiesgrube erschossen (zwischen dem 19. September und 26. Oktober 1944). Über Jahrzehnte gerieten die Männer und ihr Schicksal weitgehend in Vergessenheit. Vor fast 30 Jahren machten Diezer Bürger auf das Schicksal der Opfer aufmerksam.
Vorwurf an die Stadt
Der Kulturstiftung zufolge warfen die Bürger der Stadt vor, die Erinnerung an die Ermordeten verdrängt zu haben. Während noch darüber diskutiert wurde, ob und wo eine Gedenkplakette angebracht werden sollte, schufen zwei Diezer ein digitales Denkmal. Die damals neuartige Internetseite mit historischen Quellen ist bis heute abrufbar.
Nun ist aus der Erinnerung eine persönliche Begegnung geworden, wie die Stiftung mitteilte. Für einige Nachfahren sei Diez bislang vor allem "der Hinrichtungsort unseres Großonkels" oder "der fremde deutsche Ortsname auf dem Grabstein" gewesen.
Erinnerung an die Hinrichtung
Anlass der Begegnung war nach Angaben der Kulturstiftung unter anderem die Enthüllung eines restaurierten Engels im Ruhepark Robert Heck, der an die NS-Opfer erinnern soll. "Doch unser kleiner Erinnerungsengel wurde zum Anlass für eine europäische Gedenkfeier", sagte der Vorsitzende der Kulturstiftung Diez, Georg Pick, laut Mitteilung. Auch das Musée National d'Histoire Militaire Luxembourg war vertreten.
Pick zufolge ist aus dem früheren Hinrichtungsort damit ein Ort der Begegnung zwischen Nachfahren und heutigen Diezern sowie zwischen Luxemburg und Deutschland geworden. Die Feier zeige die europäische Bedeutung des Erinnerungsortes, sagte der Kunsthistoriker. (dpa/bearbeitet durch Red)
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