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| Pressemitteilung vom 08.09.2026 |
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| Politik |
| Landrat Hallerbach fordert Kurswechsel bei doppelter Staatsbürgerschaft |
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| Im Landkreis Neuwied steigen die Einbürgerungszahlen auf Rekordniveau. Landrat Achim Hallerbach sieht darin Anlass, die Kriterien für die doppelte Staatsbürgerschaft zu überdenken. Seine Forderungen zielen auf einen grundlegenden Wandel ab. |
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Kreis Neuwied. Angesichts der stetig steigenden Einbürgerungen im Landkreis Neuwied spricht sich Landrat Achim Hallerbach - neben der kritischen Überprüfung der Beurteilungskriterien (wir berichteten) - für ein Umdenken in der Frage der doppelten Staatsbürgerschaft aus. Er stellt in Frage, ob die doppelte Staatsbürgerschaft förderlich für die Integration ist: "Wir brauchen einen grundlegenden Kurswechsel. Die doppelte Staatsbürgerschaft kann sich als ein Hindernis für die Identifikation mit unserem Land und somit ein Hemmnis für die Integration erweisen. Grundsätzlich gilt: Entweder entscheide ich mich für mein Ursprungsland oder für Deutschland", so Hallerbach.
Hallerbach betont, dass Kommunen zunehmend die Lasten von bundes- und landespolitischen Entscheidungen tragen und daher Verantwortung übernehmen müssen: "Wenn die Kommunen am Ende der Kette immer mehr Lasten aufgrund von bundes- und landespolitischen Weichenstellungen zu tragen haben, stehen die kommunalen Spitzen in der Verantwortung, Entscheidungen auf diesen Ebenen kritisch zu hinterfragen."
Doppelte Staatsbürgerschaft seit 2024
Die Novellierung des Staatsangehörigkeitsrechts durch die Ampel-Regierung im Jahr 2024 hat die Möglichkeit zur doppelten Staatsbürgerschaft geschaffen. Zuvor war die Aufgabe der ursprünglichen Staatsbürgerschaft Voraussetzung für eine Einbürgerung. Hallerbach kritisiert, dass die Einbürgerung oft nicht aus einem inneren Bedürfnis erfolgt: "Dabei ist der Kern, nämlich der Zweck einer Einbürgerung als Ergebnis einer persönlichen und wirtschaftlichen Integration in die aufnehmende Gesellschaft, völlig außer Acht gelassen worden."
Er warnt davor, dass die deutsche Staatsbürgerschaft vorrangig wegen ihrer Vorteile wie Reiseerleichterungen genutzt wird, während die tatsächliche Identifikation mit dem deutschen Staat zweitrangig bleibt. Dennoch betont Hallerbach: "Bei der ganz überwiegenden Mehrheit handelt es sich um anständige und gutwillige Menschen."
Anstieg an Einbürgerungen
Im Jahr 2025 haben so viele Menschen wie nie zuvor die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten. Allein in 14 Bundesländern wurden mindestens 309.852 Personen eingebürgert - ein neuer Rekord. Zum Vergleich: Im Jahr 2024 lag die Zahl bei 291.955. Experten führen den Anstieg der Einbürgerungen auf drei Hauptfaktoren zurück: verkürzte Wartezeiten, die Entwicklung der Flüchtlingszahlen aus den Jahren 2015 und 2016 sowie die Akzeptanz der Mehrstaatigkeit.
Im Kreis Neuwied sind bis Ende Juli 2026 bereits 815 Anträge eingegangen, während es im gesamten Jahr 2025 insgesamt 1.146 waren. Das Einbürgerungs-Referat der Kreisverwaltung betont, dass der Kreis Neuwied auch in den Vorjahren hohe Einbürgerungszahlen verzeichnete. Aufgrund des erwarteten Anstiegs bereiten sich Behörden wie die Kreisverwaltung Neuwied darauf vor, dass ab dem kommenden Jahr verstärkt Menschen aus der Ukraine den deutschen Pass beantragen könnten, sofern sie alle Voraussetzungen erfüllen.
Landrat Achim Hallerbach fordert angesichts dieser Entwicklungen eine Neubewertung der Kriterien für die doppelte Staatsbürgerschaft. Er erklärt: "Die doppelte Staatsbürgerschaft darf bei künftigen Einbürgerungen nicht länger Standard sein, sondern muss wieder zur Ausnahme werden." Zudem spricht er sich dafür aus, dass der deutsche Pass bei straffälligen Personen mit doppelter Staatsangehörigkeit schneller entzogen werden sollte. Hallerbach betont: "Unsere Freiheit, unsere Werte und der Schutz unserer Bürgerinnen und Bürger müssen stärker sein als falsch verstandene Toleranz." (PM/KI/Red) |
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| Pressemitteilung vom 08.09.2026 |
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