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Pressemitteilung vom 03.09.2026
Region
Erhöhtes Risiko: Wildwechsel im Spätsommer und Herbst
Mit der kürzer werdenden Tageszeit steigt auch das Risiko von Wildunfällen auf den Straßen. Besonders in den Morgen- und Abendstunden, wenn der Berufsverkehr zunimmt, sind Autofahrer gefordert, aufmerksam zu sein.
Verkehrszeichen Wildwechsel (Foto: ACE Auto Club Europa e.V./Volker Schork)Region. Mit den kürzer werdenden Tagen nimmt im Spätsommer und Herbst das Risiko von Begegnungen mit Wildtieren im Straßenverkehr zu. Denn die Dämmerungszeiten, in denen die Tiere besonders aktiv sind, fallen sowohl morgens als auch abends zunehmend mit dem Berufsverkehr zusammen. Rund um Wälder, Wiesen und landwirtschaftlich genutzte Flächen ist ab jetzt vermehrt mit Wildwechsel zu rechnen, warnt Daniel Walker der Kreisvorsitzende vom ACE Auto Club Europa.

Warnzeichen frühzeitig erkennen
Das Verkehrszeichen "Wildwechsel" mit dem springenden Hirsch kennzeichnet Strecken, auf denen Tiere besonders häufig die Fahrbahn überqueren. Hier sollten Verkehrsteilnehmende unbedingt ihre Geschwindigkeit reduzieren, die Seitenräume im Blick behalten und jederzeit bremsbereit sein. Aufmerksamkeit ist jedoch nicht nur auf ausgeschilderten Abschnitten erforderlich. Gerade in den frühen Morgenstunden und am Abend können Tiere auch aus nicht gekennzeichneten Waldstücken, Wiesen oder Feldern unvermittelt auf die Straße treten. Hochsitze am Fahrbahnrand oder meist blau reflektierende Wildwarnreflektoren können darauf hindeuten, dass in einem Gebiet regelmäßig Wild unterwegs ist.

Achtung: Anstatt darauf zu vertrauen, dass Wildwarnreflektoren oder Zäune Schutz vor Begegnungen mit Wild bieten, ist hier besondere Vorsicht geboten: Schon kleine Schäden in einer Umzäunung können Tieren den Zugang zur Straße ermöglichen, warnt Walker. Wildwarnreflektoren sollen das Scheinwerferlicht in Bereiche abseits der Fahrbahn lenken und Wildtiere dadurch vom Queren der Straße abhalten. Diese verbreitete Maßnahme ist jedoch umstritten, da Studien die abschreckende Wirkung solcher optischen Reize teilweise nicht bestätigen konnten. Deshalb gilt unabhängig von technischen oder baulichen Schutzmaßnahmen: Um Wildunfälle zu vermeiden, sind eine erhöhte Aufmerksamkeit sowie eine angepasste Geschwindigkeit notwendig. Verkehrsteilnehmende sollten jederzeit bremsbereit sein.

Erntezeit erhöht das Risiko von Wildwechsel
Während der Erntezeit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Wildtiere unvermittelt Straßen queren. Landwirtschaftliche Maschinen können Tiere aus Feldern aufscheuchen. Auch verlieren sie auf abgeernteten Flächen ihre bisherigen Rückzugsräume und suchen anderswo Schutz. Besonders aufmerksam sollten Autofahrende deshalb dort sein, wo Erntearbeiten unmittelbar neben der Straße stattfinden oder hohe Maisbestände die Sicht auf den Fahrbahnrand versperren. Gerade dort, wo der Fahrbahnrand dicht bewachsen ist, können Tiere sehr plötzlich direkt auf die Fahrbahn treten. In entsprechenden Gebieten und vor allem am Rande von Mais- und Getreidefeldern empfiehlt der ACE-Kreisvorsitzende deshalb, vorsorglich die Geschwindigkeit zu reduzieren. Dies gilt insbesondere bei feuchter Witterung oder eingeschränkter Sicht, etwa durch tief stehende Sonne, aber auch Nebel oder Regen, und bei verschmutzten Fahrbahnen, was die Situation zusätzlich verschärfen kann, so der Tipp von Walker.

Bei Wild auf der Fahrbahn: Bremsen statt ausweichen
Wildtiere können die Geschwindigkeit und Entfernung herannahender Fahrzeuge nicht zuverlässig einschätzen, sodass nicht ausgeschlossen ist, dass sie auch unmittelbar vor einem Auto auf die Fahrbahn laufen. Sobald sich ein Tier auf der Straße befindet, sollte unbedingt das Fernlicht ausgeschaltet werden. Geblendete Tiere neigen teils dazu, auf der Straße stehen zu bleiben. Zugleich muss die Geschwindigkeit deutlich verringert werden und es gilt, bremsbereit zu bleiben. Hupen kann dazu beitragen, das Tier von der Fahrbahn zu vertreiben.

Im Notfall ist eine Vollbremsung, wobei das Lenkrad gut festgehalten wird, einem Ausweichmanöver vorzuziehen. Wer riskant ausweicht, kann im schlimmsten Fall in den Gegenverkehr geraten oder gegen einen Baum fahren.

Wichtig: Auf eine Begegnung mit einem Tier folgt häufig eine weitere. Denn Rehe, Hirsche und Wildschweine sind selten allein unterwegs. Auch ist in entsprechenden Gebieten jederzeit damit zu rechnen, dass ein vorausfahrendes Fahrzeug wegen einer Tierquerung unvermittelt stark abbremst. (PM)
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