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Nachricht vom 01.09.2026
Region
Sanierung der Faultürme im Klärwerk Neuwied beginnt
Am 9. September starten die Servicebetriebe Neuwied mit der schrittweisen Stilllegung eines Faulturms in der Kläranlage 1. Diese Maßnahme ist Teil eines Projekts zur energetischen Optimierung, das bis 2027 mehr als die Hälfte des Energiebedarfs der Anlage decken soll.
Rund drei Jahre sind für die Sanierung der beiden Faultürme im Klärwerk 1 angesetzt. Am Ende sollen statt der bisherigen 600.000 Kilowattstunden 1,6 Millionen Kilowattstunden Strom aus Klärgas produziert werden. Neuwied. Die Servicebetriebe Neuwied beginnen am 9. September mit der schrittweisen Stilllegung eines der beiden Faultürme der Kläranlage 1. Dieses Vorhaben ist ein wichtiger Schritt zur energetischen Optimierung der Anlage, die bis 2027 über die Hälfte ihres Energiebedarfs selbst decken soll. Die Europäische Union verlangt gemäß der Kommunalen Abwasser-Richtlinie, dass Kläranlagen bis 2045 energieautark und klimaneutral arbeiten. Bis Ende 2030 sollen 20 Prozent des Energiebedarfs aus erneuerbaren Quellen stammen, bis 2035 sind es 40 Prozent und bis 2040 dann 70 Prozent.

"Die Marke von 2030 haben wir auf der Kläranlage 1 bereits erreicht", erklärt Zacharias Grätz, Projektleiter für die energetische Optimierung. Der jährliche Energiebedarf der Anlage beträgt drei Millionen Kilowattstunden. Derzeit werden 180.000 Kilowattstunden durch eine Photovoltaikanlage und weitere 600.000 Kilowattstunden aus Klärgas gewonnen, was 26 Prozent des Gesamtbedarfs entspricht. Nach Abschluss der Sanierung in drei Jahren wird dieser Anteil auf 60 Prozent steigen.

Die Kläranlage verfügt über zwei Faultürme, die organisches Material unter Ausschluss von Sauerstoff abbauen, wobei Methan als Energieträger entsteht. Während der Sanierungsarbeiten bleibt Faulturm 1 in Betrieb. Die Verbindung zwischen den Türmen wurde getrennt, und Faulturm 2 wird kontrolliert heruntergefahren. "Ein Faulturm ist das Herzstück der Schlammbehandlung", betont Grätz. "Methan ist ein wertvoller Energieträger, darf aber nicht unkontrolliert entweichen."

Am 9. und 10. September wird der Gasdom des Faulturms geöffnet und der Deckel mit einem Baukran entfernt. Im Gasdom befinden sich 14 Kubikmeter Methan, die dosiert entweichen. Dieser Vorgang wurde behördlich genehmigt. "Wir öffnen nicht alle Rohrleitungen gleichzeitig", erläutert Grätz. "Einzelne Leitungen werden nacheinander geöffnet, um die Emissionen zu minimieren."

Ab dem 14. September beginnt die Entleerung des Faulturms, die etwa zwei Wochen dauern wird. Der Turm fasst 1400 Kubikmeter Schlamm. Geruchsbelästigungen sind bei ungünstiger Wetterlage möglich. Nach der Entleerung wird Anfang Oktober ein Gerüst im Inneren des Turms aufgebaut, um die Instandsetzungsarbeiten zu beginnen. Das Methan aus den Faultürmen soll zukünftig in einem neuen Blockheizkraftwerk genutzt werden. Red
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