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Pressemitteilung vom 19.08.2026
Region
3. Aktualisierung: Aufräumarbeiten nach schwerem Unwetter im Westerwaldkreis dauern an
Ein schweres Unwetter mit Starkregen und Sturmböen hat am Mittwochabend, 19. August, im Westerwaldkreis erhebliche Schäden verursacht. Am Donnerstagmorgen dauern die Arbeiten insbesondere in Höhr-Grenzhausen weiter an. Dort bestehen weiterhin Stromausfälle und mehrere Bereiche bleiben aus Sicherheitsgründen gesperrt.
Beschädigtes Haus in Höhr-Grenzhausen. Fotos: Uwe SchumannWesterwaldkreis. Nach dem schweren Unwetter waren am Mittwochabend zahlreiche Feuerwehren und weitere Hilfsorganisationen im Einsatz. Nach Angaben des Westerwaldkreises arbeiteten rund 550 Kräfte etwa 160 gemeldete Einsatzstellen nach Dringlichkeit ab. In mehreren Bereichen wurden Gebäude beschädigt, zudem kam es teilweise zu Stromausfällen.

Während eines Einsatzes wurde ein Feuerwehrmann durch einen Stromschlag verletzt. Er wurde nach Angaben vom Mittwochabend im Krankenhaus versorgt.

Besonders betroffen waren die Verbandsgemeinden Höhr-Grenzhausen, Montabaur, Ransbach-Baumbach, Wallmerod und Wirges. Aufgrund der Vielzahl der eingegangenen Meldungen wurden die Einsatzstellen nach Dringlichkeit priorisiert und sukzessive abgearbeitet.

Aktuelle Lage in Höhr-Grenzhausen
Am Donnerstagmorgen, 20. August 2026, sind die Einsatzkräfte in der Verbandsgemeinde Höhr-Grenzhausen weiterhin mit der Bewältigung der zahlreichen Schäden beschäftigt. Im gesamten Gebiet der Verbandsgemeinde läuft nach Angaben der Verwaltung die Bestandsaufnahme. Zunächst sollen die dringendsten und sicherheitsrelevanten Schäden abgearbeitet werden.

Bei der Stromversorgung bestehen weiterhin Einschränkungen. Kammerforst und Grenzau sind nach aktuellem Stand weiterhin ohne Strom. In Hilgert konnte die Stromversorgung teilweise wiederhergestellt werden, sie ist dort jedoch noch nicht vollständig hergestellt. Der Energieversorger kann derzeit noch keine verlässliche Aussage dazu treffen, wann die Versorgung in den betroffenen Bereichen wieder vollständig funktioniert.

Aufgrund der weiterhin bestehenden Gefahren sind alle Spielplätze und Friedhöfe in der Stadt bis auf Weiteres gesperrt. Die Verbandsgemeinde bittet außerdem dringend darum, derzeit auf Spaziergänge in Wäldern und in der Nähe von Bäumen zu verzichten. Durch den Sturm können Bäume und Äste beschädigt oder instabil sein und auch nachträglich noch umstürzen beziehungsweise herabfallen.

Die Bevölkerung soll sich zudem von den Einsatzstellen fernhalten und bestehende Absperrungen beachten. Auch im Bereich beschädigter Gebäude ist weiterhin besondere Vorsicht geboten. Teile von Dächern und Fassaden können sich noch lösen und herabstürzen. Die Aufräum-, Sicherungs- und Kontrollarbeiten werden nach Angaben der Verbandsgemeinde noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

Erhebliche Schäden im Stadtteil Höhr
n Höhr-Grenzhausen richtete der Sturm erhebliche Schäden an Gebäuden an. Nach Angaben eines dpa-Reporters vor Ort wurden an mindestens zwei Bauwerken Wände herausgerissen. Zudem kam es zu Schäden durch herabstürzende Fassadenteile und umherfliegende Gegenstände. Zahlreiche Bäume stürzten um.

Besonders betroffen ist die Rathausstraße im Stadtteil Höhr. Sie soll zwischen der Einmündung Am Grübchen und der Töpferstraße mindestens bis Donnerstag, 20. August 2026, komplett gesperrt bleiben. Vor der Fassade eines Wohn- und Geschäftshauses hängt eine großflächige Flachdacheindeckung, die abzustürzen droht. An einem gegenüberliegenden Gebäude wurde zudem die Leuchtreklame durch den Sturm aus der Fassade gerissen und droht ebenfalls abzustürzen.

Neben den Feuerwehren aus Höhr-Grenzhausen, Hillscheid und Hilgert waren auch die Kameraden aus Bendorf/Vallendar mit ihrer knickfähigen Drehleiter und zahlreiche weitere Einsatzkräfte zur Unterstützung ausgerückt.

Die Sachschäden an Gebäuden, Grünflächen, Fahrzeugen und Hausrat im Stadtteil Höhr sind erheblich. Dort wurde jedoch niemand durch das Unwetter verletzt.

Auch Bannberscheid wurde von dem Unwetter getroffen. Dort wurden Teile der Fassade der Aubachhalle weggeweht. Zudem fiel in der Gemeinde großflächig der Strom aus.

Warnung vor beschädigten Gebäuden und Stromleitungen
Der Westerwaldkreis warnte bereits am Mittwochabend davor, dass von beschädigten Dächern, Fassaden und Bäumen weiterhin Gefahren ausgehen können. Insbesondere wurde vor herabfallenden oder umherliegenden Teilen gewarnt. Die Bevölkerung wurde gebeten, sich nicht unnötig im Freien aufzuhalten. Personen in den betroffenen Gebieten sollten nach Möglichkeit in ihren Wohnungen bleiben beziehungsweise ein sicheres Gebäude aufsuchen.

Von eigenständigen Aufräum-, Sicherungs- oder Reparaturarbeiten an beschädigten Gebäuden wurde ausdrücklich abgeraten. Dies gilt insbesondere für Arbeiten auf Dächern sowie in Bereichen, in denen Gegenstände herabfallen oder beschädigte Gebäudeteile ihre Stabilität verlieren könnten.

Für Donnerstagmorgen war vorgesehen, die beschädigten Gebäude durch Sachverständige bewerten zu lassen.

Auch vor beschädigten Stromleitungen oder elektrischen Anlagen wurde gewarnt. Von ihnen kann Lebensgefahr ausgehen. Entsprechende Gefahrenstellen dürfen nicht betreten oder berührt werden.

"Feuerwehren und weitere Hilfsorganisationen sind mit umfangreichen Kräften im Einsatz", teilte der Westerwaldkreis am Mittwochabend mit.

Die Bevölkerung wurde zudem gebeten, betroffene Bereiche zu meiden, Zufahrtswege für Einsatzfahrzeuge freizuhalten und den Anweisungen der Einsatzkräfte Folge zu leisten. "Von eigenständigen Aufräumarbeiten an beschädigten Gebäuden oder in der Nähe möglicher Gefahrenstellen wird dringend abgeraten", so ein Sprecher der Einsatzkräfte.

Technische Einsatzleitung koordinierte die Maßnahmen
Die Technische Einsatzleitung des Westerwaldkreises war unter der Leitung von Brand- und Katastrophenschutzinspekteur Tobias Haubrich im Einsatz und bewertete die Lage fortlaufend. Die Erste Kreisbeigeordnete Gabriele Wieland machte sich vor Ort ein Bild von der Lage.

Auch Kräfte des Landesamtes für Brand- und Katastrophenschutz sowie die Landesfacheinheit Presse- und Medienarbeit unterstützten vor Ort.

Schäden auch in weiteren Teilen des nördlichen Rheinland-Pfalz
Auch außerhalb des Westerwaldkreises sorgten Starkregen und Sturmböen für zahlreiche Schäden. Nach Angaben des Polizeipräsidiums Koblenz gab es flächendeckend umgestürzte Bäume und Sturmschäden an Bauwerken.

"Wir sind noch dabei, uns einen Überblick über die Lage zu verschaffen", sagte eine Polizeisprecherin in Montabaur am Mittwochabend. Das gesamte Ausmaß der Schäden sei zu diesem Zeitpunkt noch nicht absehbar gewesen.

Im Bereich der Polizeidirektion Mayen wurden zwei Menschen durch einen umstürzenden Baum schwer verletzt. Nähere Angaben lagen zunächst nicht vor. Im Bereich des Polizeipräsidiums Trier wurden ebenfalls mehrere umgestürzte Bäume gemeldet. In Sankt Thomas im Eifelkreis Bitburg-Prüm fiel ein Baum auf eine Straße und die Bahngleise. Dort waren nach Angaben der Polizei keine Verletzten bekannt.

Auf der A61 stürzte zudem ein Lastwagen infolge der Sturmböen um. Der Deutsche Wetterdienst hatte am Mittwochabend vor schweren Unwettern insbesondere im Norden von Rheinland-Pfalz gewarnt. Die Warnung wurde später aufgehoben. PM/dpa/Red
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