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| Nachricht vom 17.08.2026 |
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| Politik |
| Neuwied zieht positive Bilanz zur "Kinderfreundlichen Kommune" |
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| Drei Jahre nach der Verleihung des Siegels "Kinderfreundliche Kommune" kann Neuwied auf zahlreiche Erfolge zurückblicken. Zwölf von vierzehn geplanten Maßnahmen wurden vollständig umgesetzt, was zu dauerhaften Strukturen und einer stärkeren Beteiligung von Kindern und Jugendlichen geführt hat. |
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Neuwied. Im September 2023 erhielt Neuwied als erste Stadt in Rheinland-Pfalz das Siegel "Kinderfreundliche Kommune". Die Umsetzung des Aktionsplans mit 14 Maßnahmen war ein wichtiger Schritt, um die Perspektiven von Kindern und Jugendlichen stärker in den Fokus zu rücken. Oberbürgermeister Jan Einig betont: "Wir haben in diesen drei Jahren Strukturen verändert und die Perspektive von Kindern und Jugendlichen stärker in unserer Stadt verankert. Heute fragen wir bei vielen Entscheidungen selbstverständlicher als früher: Was bedeutet das eigentlich für Kinder und Jugendliche? Genau darin liegt für mich der größte Erfolg der ersten Siegelphase."
Dabei ging es nicht nur um zusätzliche Angebote. Kinder und Jugendliche sollten stärker an Entscheidungen beteiligt werden, die ihre Lebenswelt betreffen. „Kinder und Jugendliche sind Experten ihrer eigenen Lebenswelt“, sagte Bürgermeister Peter Jung. „Sie sehen Dinge, die Erwachsene anders oder manchmal überhaupt nicht wahrnehmen. Kinderfreundlich wird eine Stadt deshalb nicht, dass wir nur etwas für junge Menschen tun. Wir müssen Dinge gemeinsam mit ihnen entwickeln und ihnen echte Möglichkeiten geben, Einfluss zu nehmen.“
„Kinderfreundlichkeit ist keine Aufgabe eines einzelnen Amtes“, unterstreicht Beigeordneter Ralf Seemann. „Wenn wir sie ernst nehmen, betrifft sie Verkehrsplanung und Stadtentwicklung genauso wie Jugendhilfe, Finanzen oder öffentliche Räume. Kinder wachsen schließlich nicht in Verwaltungszuständigkeiten auf. Deshalb müssen auch wir über Zuständigkeitsgrenzen hinweg denken.“
Der Aktionsplan gliederte sich in vier Schwerpunkte: Vorrang des Kindeswohls, kinderfreundliche Rahmenbedingungen, Beteiligung von Kindern und Jugendlichen sowie das Recht auf Information und Monitoring. Projekte wie "Frag doch mal den Bürgermeister" und "Check dein Viertel" fördern die direkte Beteiligung junger Menschen an städtischen Entscheidungen. Auch das Jugendbudget "Lasst uns mal ran!" ermöglicht es ihnen, eigene Projektideen finanziell zu verwirklichen.
Ein herausragendes Ergebnis ist der "Neuwieder Weg", ein Fördermodell, das 60.000 Euro für Projekte in sozial belasteten Quartieren bereitstellte. Mehr als 1000 Kinder und Jugendliche profitierten von Angeboten in Bewegung, Gesundheit und Kultur. Zudem entstanden drei Familiengrundschulzentren, die Erkenntnisse aus dem Programm aufgreifen.
Die Zusammenarbeit innerhalb der Stadtverwaltung wurde durch die Taskforce "Kinder und Jugendliche im Mittelpunkt" gestärkt. Diese Struktur ermöglicht eine fachübergreifende Zusammenarbeit, um Kinderrechte als Querschnittsaufgabe zu verstehen. Zwei der 14 Maßnahmen konnten jedoch nicht vollständig umgesetzt werden, darunter der Kita-Ausbau und die Verkehrssicherheit zu Kitas und Schulen. Dennoch bleibt der Ausbau der Kindertagesbetreuung eine zentrale Aufgabe.
Projektkoordinatorin Sonja Jensen hebt hervor, dass über die ursprünglichen Maßnahmen hinaus neue Kooperationen und Verfahren entstanden sind. Die Fortsetzung des Programms wird von der Stadtverwaltung befürwortet, die Entscheidung darüber liegt beim Stadtrat.
Am 25. August werden die Ergebnisse der ersten Siegelphase im Amalie-Raiffeisen-Saal der Volkshochschule Neuwied vorgestellt. Die Öffentlichkeit ist ab 17 Uhr eingeladen, die Ausstellung zu besichtigen und mit den Projektverantwortlichen zu sprechen. Der Stadtrat wird über die Fortsetzung des Programms entscheiden, wobei ein zweiter Aktionsplan gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen entwickelt werden könnte. Eine Verlängerung des Siegels wäre dann für 2027 vorgesehen. woti
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