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| Nachricht vom 10.08.2026 |
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| Rheinland-Pfalz |
| Rhein-Niedrigwasser trifft Binnenschifffahrt erheblich |
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| Der anhaltend niedrige Wasserstand im Rhein hat die Binnenschifffahrt in Rheinland-Pfalz erheblich beeinträchtigt. Die Auswirkungen sind weitreichend und fordern kreative Lösungsansätze, um Lieferketten aufrechtzuerhalten. |
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Mainz. Das historische Niedrigwasser am Rhein belastet die deutsche Wirtschaft erheblich. Schiffe können weniger Ladung aufnehmen, was die Transportkosten erhöht und Lieferketten unter Druck setzt. Der Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt erwartet, dass bei weiter sinkenden Pegelständen keine durchgehende Schifffahrt mehr möglich ist. "Dann macht gewerbliche Schifffahrt einfach keinen Sinn", so Geschäftsführer Jens Schwanen.
Wegen des anhaltenden Niedrigwassers am Rhein hat Rheinland-Pfalz, neben Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen, das Fahrverbot für Lkw an Sonn- und Feiertagen bereits seit dem vergangenen Wochenende gelockert. Diese Maßnahme soll helfen, die Transportengpässe zu lindern, obwohl sie das grundsätzliche Kapazitätsproblem im Straßengüterverkehr nicht löst.
Fracht lässt sich nur begrenzt verlagern
Der Präsident des Bundesverbands Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung, Dirk Engelhardt, sagte: "Sie schafft jedoch keine zusätzlichen Fahrerkapazitäten. Auch bei einer Aufhebung des Fahrverbots müssen die gesetzlichen Lenk-, Pausen- und Ruhezeiten vollständig eingehalten werden." In Deutschland fehlen seit Jahren mehr als 100.000 Fahrer.
Da ein Binnenschiff das Transportvolumen von 150 Lkw aufnehmen kann, lässt sich die Fracht nur begrenzt auf Straße und Schiene verlagern. Unterschiedliche Fahrzeugtypen sind nötig, da Binnenschiffe Container und Schüttgüter transportieren. Thorsten Hölser vom Speditions- und Logistikverband Hessen/Rheinland-Pfalz (SLV) betonte, dass das Niedrigwasser «alle Unternehmen in der Binnenschifffahrt massiv» treffe. Längere Lagerzeiten und knappere Umschlagkapazitäten zwingen dazu, Transportketten kurzfristig neu zu organisieren, was die Kosten für die Speditionsbranche und die Industrie in die Höhe treibt.
Es drohen Produktionsausfälle
NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer erklärte, dass die Maßnahme zu mehr Lkw-Verkehr auf den Autobahnen geführt habe, jedoch ohne größere zusätzliche Staus. Für eine belastbare Bilanz sei es aber noch zu früh. Die Ausnahme müsse auf das notwendige Maß begrenzt bleiben. "Sobald es die Situation auf dem Rhein wieder zulässt, müssen die Güter zurück auf die Wasserstraße", betonte er.
Thorsten Hölser kritisierte die vernachlässigten Investitionen in die Infrastruktur der vergangenen Jahre, insbesondere die ausstehende Mittelrheinvertiefung, Probleme mit dem Schienenweg und fehlende Lkw-Parkplätze.
Wichtige Rohstoffe wie Erze, Öl, Chemieprodukte und Kohle werden über Flüsse befördert. Eine Studie der DZ Bank warnt, dass sich Transportengpässe und Mehrkosten summieren, je länger das Niedrigwasser anhält. Produktionsdrosselungen könnten erforderlich werden, und Produktionsausfälle lassen sich später schwer nachholen. (dpa/bearbeitet durch Red) |
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