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Pressemitteilung vom 08.08.2026
Region
Unkel: Historische Gebäude in Gefahr - Neue Strategien gefordert
Die Sperrung der Frankfurter Straße in Unkel wegen des maroden Mies-Hauses verdeutlicht die dringende Notwendigkeit neuer Ansätze zum Erhalt historischer Bausubstanz. Der Regionalverband Unteres Mittelrheintal von Stadtbild Deutschland e.V. fordert ein Umdenken, um ähnliche Fälle in Zukunft zu verhindern.
Aktueller Zustand in Unkel. (Foto: Thomas Napp)Unkel. Im August wurde die Frankfurter Straße in Unkel gesperrt, da das dortige Mies-Haus eine Gefährdung darstellen würde. Dies lenkt erneut den Blick auf die Notwendigkeit neuer Strategien für den Erhalt historischer Gebäude. Der Regionalverband Unteres Mittelrheintal von Stadtbild Deutschland e.V. betont, dass das Mies-Haus kein Anlass sei, den Eigentümer zu kritisieren. Vielmehr habe dieser in der Vergangenheit versucht, das Gebäude zu verkaufen, was die Komplexität solcher Situationen verdeutlicht.

Thomas Napp, Regionalverbandsvorsitzender, erklärt: "Es darf nicht unsere Strategie sein, historische Gebäude so lange verfallen zu lassen, bis der Denkmalschutz gegenüber der Gefahrenabwehr kaum noch durchsetzbar ist. Wir müssen viel früher ansetzen." Die aktuelle Straßensperrung sei nur ein Symptom dafür, was passiert, wenn historische Gebäude keine tragfähige Perspektive erhalten.

Käufer sind verunsichert
Ein weiteres Problem sieht der Verband in der Unsicherheit potenzieller Käufer, die oft vor den Kosten und technischen Herausforderungen einer Sanierung zurückschrecken. Steuerliche Anreize wie die Denkmalabschreibung könnten hier Abhilfe schaffen. Zudem geht handwerkliches Wissen über traditionelle Bauweisen verloren, was den Denkmalschutz zusätzlich erschwert.

Der Regionalverband hat vorgeschlagen, eine gGmbH oder ähnliche Struktur zu gründen, die gefährdete Gebäude erwirbt, saniert und weiterveräußert. Diese Initiative stieß bereits auf positive Resonanz, doch es bedarf weiterer Unterstützung und finanzieller Mittel, um solch ein Konzept umzusetzen. Eine politische Diskussion über Fördermöglichkeiten seitens des Landes Rheinland-Pfalz wird als notwendig erachtet.

Thomas Napp fasst zusammen: "Wir können nicht darauf warten, bis die Standsicherheit eines historischen Gebäudes gefährdet ist, und anschließend feststellen, dass der Erhalt zu schwierig geworden ist. Denkmalschutz braucht eine aktive Erhaltungsstrategie." (PM/Red)
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