NR-Kurier
Ihre Internetzeitung für den Kreis Neuwied
Nachricht vom 07.08.2026
Rheinland-Pfalz
Hitze in Rheinland-Pfalz: Geografie und Alter als Risikofaktoren
Rheinland-Pfalz ist besonders von den Auswirkungen extremer Hitze betroffen. Gesundheitsminister Clemens Hoch erläutert die Gründe und gibt Empfehlungen, um gesundheitliche Risiken zu minimieren.
Symbolbild. (Quelle: Pixabay)Mainz. Rheinland-Pfalz leidet aufgrund seiner geografischen Lage und der Altersstruktur der Bevölkerung besonders unter extremer Hitze. Die Rheinebene und die Vorderpfalz gehören zu den wärmsten Regionen Deutschlands, erklärte Gesundheitsminister Clemens Hoch (SPD) der Deutschen Presse-Agentur. "Dort treten überdurchschnittlich viele heiße Tage und tropische Nächte auf, wodurch die gesundheitliche Belastung durch anhaltende Hitze besonders hoch ist." Gerade ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen seien empfindlich gegenüber Hitzebelastungen und trügen wesentlich zur hitzebedingten Übersterblichkeit bei, so Hoch.

Schon jetzt sind 1.500 Menschen an der Folge der Hitze gestorben
Sozialministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) fügte hinzu: "Hitze stellt eine ernstzunehmende gesundheitliche Belastung dar, insbesondere für ältere und pflegebedürftige Menschen."

Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) sind in Rheinland-Pfalz in diesem Jahr bisher rund 1.500 Menschen an den Folgen von Hitze gestorben. Diese Zahl übersteigt bereits die Gesamtjahreswerte seit 2016, was vor allem an der extrem heißen Woche Ende Juni liegt. Bundesweit belaufen sich die Schätzungen auf etwa 11.900 hitzebedingte Todesfälle. Der bisherige Höchststand in Rheinland-Pfalz lag bei 630 Hitzetoten im Sommer 2018.

Kontakt zu gefährdeten Menschen herstellen
Um gesundheitliche Risiken zu verringern, betont Hoch die Bedeutung von Vorsorge und gegenseitiger Unterstützung. Er empfiehlt, ausreichend zu trinken, direkte Mittagshitze zu meiden, Wohnräume kühl zu halten und körperliche Anstrengungen auf kühlere Tageszeiten zu verlegen. Auch der persönliche Kontakt zu älteren und gefährdeten Menschen sei wichtig – oft könnten schon ein Anruf oder ein kurzer Besuch helfen.

Das Land hat einen Hitzeaktionsplan erarbeitet, der Kommunen als Orientierung dienen soll. Dieser Plan umfasst Maßnahmen zur Vorbereitung auf extreme Hitzeereignisse. "Damit liefert die Landesregierung für die Kommunen den Handlungsrahmen, damit vor Ort – wo das Wissen über die konkreten Bedarfe liegt – die richtigen und wirksamsten Entscheidungen getroffen werden können", sagte Hoch.

Neubauten sollen kühler werden
Laut Hoch achte das Gesundheitsministerium darauf, dass bei Investitionen in Krankenhausneubauten nicht nur OP-Säle und Technik gekühlt sind, sondern auch Patientenzimmer. "Hitzeschutz muss umfänglich Berücksichtigung finden", mahnte Hoch. Zu einer Klimatisierung der bestehenden Krankenhäuser, in deren Patientenzimmern sich die Hitze oft staut, sagte Hoch nichts. Arbeits- und Sozialministerin Bätzing-Lichtenthäler mahnte, dass Risiken in Pflegeeinrichtungen und am Arbeitsplatz erkannt und geeignete Schutzmaßnahmen getroffen werden müssen. (dpa/bearbeitet durch Red)
Nachricht vom 07.08.2026 www.nr-kurier.de