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Nachricht vom 04.08.2026
Rheinland-Pfalz
Rekordtiefststände im Rhein: Auswirkungen auf Schifffahrt und Natur
Die Pegelstände des Rheins haben in mehreren Regionen historische Tiefwerte erreicht. Diese ungewöhnlich frühe Zuspitzung hat weitreichende Folgen für Schifffahrt, Natur und Wirtschaft.
Niedrigwasser Rhein bei Kaub. Foto: Thomas Frey/dpaRegion. Die Pegelstände im Rhein sind an mehreren Orten auf Rekordtiefstwerte gesunken. Laut dem Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) Rhein liegt der Pegelstand in Kaub derzeit bei 24 Zentimetern, ein Zentimeter unter dem bisher niedrigsten Stand seit Messbeginn am 22. Oktober 2018. Ein Pegelstand misst die relative Wasserhöhe von einem festgelegten Punkt aus und zeigt nicht die tatsächliche Wassertiefe an.

In Andernach wurde bereits am Montagnachmittag der Rekord von 24 Zentimetern gebrochen, bevor der Pegelstand bis zum Abend wieder auf 28 Zentimeter stieg. In Worms ist der Wasserstand aktuell nur noch einen Zentimeter über dem bislang bekannten Tiefstwert. Der Pegel in Remagen hat den Tiefstwert von 7 Zentimetern bereits mehrfach erreicht, jedoch nicht unterschritten.

Ungewöhnlich früh
Ein Experte des WSA bezeichnet diese frühe Zuspitzung als ungewöhnlich. Auch die Bundesanstalt für Gewässerkunde bestätigt, dass Spätsommer und Herbst normalerweise typische Niedrigwasserzeiten sind. Die aktuelle Situation mit wenig Wasser im Rhein und anderen Flüssen sei besonders und auf Trockenheit sowie Hitze zurückzuführen. Regionale Schauer könnten nur vorübergehend Abhilfe schaffen.

Angesichts des historischen Niedrigwassers lädt Bundesverkehrsminister Steffen Bilger für Donnerstag zu einer Fachkonferenz in Bonn ein. In Köln wurde bereits am Samstag der niedrigste Pegelstand seit Beginn der Aufzeichnungen gemessen. Auch Düsseldorf und Duisburg meldeten am Wochenende historische Tiefststände.

Folgen für Schifffahrt
Nicht überall stehen Rekordwerte unmittelbar bevor. In Speyer liegt der Stand aktuell 16 Zentimeter über dem Tiefstwert, in Mainz sind es 13 Zentimeter. Am Pegel Koblenz fehlen noch 14 Zentimeter für einen Rekord. Im hessischen Oestrich-Winkel liegt der Pegelstand mit 52 Zentimetern noch deutlich über dem niedrigsten bekannten Wert von 31 Zentimetern aus dem Jahr 1947.

Das Amt weist darauf hin, dass die niedrigen Pegelstände Auswirkungen auf die Schifffahrt haben. "Die Schifffahrt kann weniger zuladen, die Fahrten werden dadurch mit fallendem Pegel unwirtschaftlicher." Weitere Folgen sind freigelegte alte Munition, beeinträchtigte Personenschifffahrt und Rheinfähren sowie ausbleibende Kunden bei Sportbootsverleihen. Hohe Wassertemperaturen verursachen zudem Stress für Lebewesen und eine mangelnde Sauerstoffverfügbarkeit. (dpa/bearbeitet durch Red)
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