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Nachricht vom 03.08.2026
Wirtschaft
Vom Lehrling zur Unternehmenschefin - Birgit Lenz blickt auf 50 Jahre im selben Unternehmen zurück
Ein halbes Jahrhundert in ein und demselben Unternehmen – eine Laufbahn, die heute nur noch ganz selten anzutreffen ist. Birgit Lenz kann auf 50 Jahre bei der SZ Verkehrs- und Touristik-Management GmbH & Co. KG zurückblicken. Was 1976 mit einer Ausbildung zur Bürokauffrau begann, entwickelte sich zu einer außergewöhnlichen Karriere an der Spitze eines der größten privaten Omnibusunternehmen Deutschlands.
Die Eigentümerfamilie mit Birgit Lenz (dritte von rechts) und ihrem Partner. Foto: Wolfgang TischlerDernbach. Als Auszubildende – damals noch als „Lehrmädchen“ bezeichnet – lernte Birgit Lenz die kaufmännische Arbeit von Grund auf kennen. Neben den klassischen Büroaufgaben sammelte sie im Austausch mit einem Steuerbüro früh Erfahrungen, die ihr Verständnis für buchhalterische Genauigkeit und steuerliche Korrektheit nachhaltig prägten. In dem damals noch mittelständisch geprägten Familienunternehmen wurde sie schnell zur engen Vertrauten von Geschäftsführer Horst Daubländer.

Schon während ihrer Ausbildungszeit übernahm sie Verantwortung weit über das übliche Maß hinaus. Ob Disposition, Unterstützung beim Aufbau der Reisebüros oder Arbeiten dort, wo kurzfristig Hilfe benötigt wurde – sie packte überall mit an. Gleichzeitig schrieb sie auf der Schreibmaschine wissenschaftliche Manuskripte ab, die vom Miteigentümer Prof. Dr. Rüdiger Sterzenbach, handschriftlich verfasst worden waren.

Mit der Sach- und Fachkundeprüfung für den Straßenpersonenverkehr legte sie 1983 den Grundstein für weitere Führungsaufgaben. Bereits 1989 übernahm sie gemeinsam mit Horst Daubländer die Geschäftsführung des Unternehmens. Ein Jahr später folgte die Ausbildereignungsprüfung, damit sie auch den Nachwuchs ausbilden konnte.

In den folgenden Jahren trug Birgit Lenz als alleinvertretungsberechtigte Geschäftsführerin Verantwortung für eine Unternehmensgruppe mit mehr als 350 Fahrzeugen, rund 500 Mitarbeitenden und sieben eigenständigen Verkehrsbetrieben. Über Beteiligungen war sie zudem am täglichen Einsatz von rund 1.000 Omnibussen beteiligt. Die charakteristischen orange-gelben Busse waren weit über den Westerwald hinaus im Rheinland, der Eifel, im Taunus sowie in Nordrhein-Westfalen und Hessen unterwegs und beförderten jährlich Millionen Fahrgäste.

Unter ihrer Leitung wuchs die Unternehmensgruppe weiter. Kommunale Verkehrsbetriebe wurden übernommen, privatisiert und erfolgreich weitergeführt. Zudem war das Unternehmen an Deutschlands erstem Konzessionswettbewerb beteiligt und arbeitete im Rahmen einer Public-Private-Partnership eng mit den Stadtwerken Bonn zusammen. In ihrer Verantwortung lagen zeitweise 64 Linienkonzessionen mit rund 1.800 Linienkilometern sowie Werkstatt- und Reisebürobetriebe.

Trotz dieser Verantwortung hebt Birgit Lenz bis heute stets die Leistungen ihrer Wegbegleiter hervor. Den Erfolg, so betont sie immer wieder, verdanke sie insbesondere einem engagierten Team. Stellvertretend nennt sie ihren langjährigen Weggefährten Horst Daubländer sowie die Geschäftsführer der operativen Betriebe Rudi Hardt, Stefan Degen und Andreas Vetter.

Nach dem Verkauf der Verkehrsbetriebe im Jahr 2006, der durch das Bundeskartellamt bestätigt wurde, eröffnete sich für Birgit Lenz ein neues Tätigkeitsfeld. Mit der Gründung der SZ-Immobilien im Jahr 2008 widmete sie sich dem Immobilienbereich und setzte ihre unternehmerische Laufbahn erfolgreich fort.

Fünf Jahrzehnte in einem Unternehmen – vom Lehrling bis zur Unternehmenschefin – stehen für außergewöhnliche Loyalität, Kontinuität und unternehmerisches Engagement. Eine Karriere, die in dieser Form heute nur noch selten zu finden ist. woti

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