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Pressemitteilung vom 24.07.2026
Rheinland-Pfalz
Kontroverse um PETA-Auszeichnung: BWV hebt regionale Landwirtschaft hervor
Die Auszeichnung von REWE durch PETA in der Kategorie "Beste vegane Vielfalt" hat beim Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau (BWV) kritische Stimmen laut werden lassen. Der Verband betont die Bedeutung einer vielfältigen, regionalen Lebensmittelversorgung und plant ein Gespräch mit REWE.
Symbolbild. (Quelle: Pixabay)Koblenz. Der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau (BWV) hat die Auszeichnung von REWE durch PETA zum Anlass genommen, die Wichtigkeit einer vielfältigen und krisenfesten Lebensmittelversorgung zu unterstreichen. PETA hatte REWE für die "Beste vegane Vielfalt" geehrt. Der BWV sieht diese Anerkennung als unzureichend an, da sie die Bedeutung regional erzeugter Lebensmittel, der Nutztierhaltung und landwirtschaftlicher Kreisläufe nicht ausreichend würdige.

Eine leistungsfähige regionale Landwirtschaft bilde laut BWV die Grundlage für Versorgungssicherheit und Ernährungssouveränität. Vor allem in Zeiten geopolitischer Krisen, instabiler Lieferketten und zunehmender Wetterextreme zeige sich die Wichtigkeit heimischer Lebensmittelproduktion. Die Landwirtschaft in Rheinland-Pfalz versorgt Verbraucher täglich mit hochwertigen pflanzlichen und tierischen Lebensmitteln aus der Region. Diese Vielfalt trage nicht nur zu einer abwechslungsreichen und ausgewogenen Ernährung bei, sondern sie stärke auch die regionale Wertschöpfung, reduziere Transportwege und fördere die Unabhängigkeit von Importen.

Vielfalt statt Einseitigkeit
Obst, Gemüse, Getreide und Hülsenfrüchte gehören ebenso zu einer gesunden Ernährung wie Milch, Fleisch und Eier. Tierische Lebensmittel liefern wertvolles Eiweiß sowie wichtige Nährstoffe wie Vitamin B12, Calcium und Spurenelemente wie Jod, Eisen und Zink. Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) betont, dass tierische Lebensmittel weltweit einen wichtigen Beitrag zur Ernährungssicherheit leisten und ihre Nährstoffzusammensetzung nur teilweise durch pflanzliche Alternativen ersetzt werden kann.

Der BWV kritisiert die Auszeichnung "Beste vegane Vielfalt", da sie den Eindruck vermittelt, eine nachhaltige und gesunde Ernährung sei ausschließlich pflanzlich. Eine zukunftsfähige Ernährung basiere jedoch auf Vielfalt – sowohl auf dem Teller als auch in der Landwirtschaft.

Tierhaltung ist Kern einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft
Für den BWV ist die Nutztierhaltung ein unverzichtbarer Bestandteil einer nachhaltigen Landwirtschaft. Besonders in den Grünlandregionen von Rheinland-Pfalz können viele Flächen nicht ackerbaulich genutzt werden. Wiederkäuer machen diese Flächen durch die Umwandlung von Gras in hochwertige Lebensmittel nutzbar. Gleichzeitig schließt die Tierhaltung natürliche Stoffkreisläufe: Gülle und Mist liefern wertvolle organische Nährstoffe, fördern die Bodenfruchtbarkeit und ersetzen mineralischen Dünger. Wirtschaftsdünger und pflanzliche Reststoffe werden zudem in Biogasanlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energie genutzt. Die landwirtschaftliche Kreislaufwirtschaft verbindet damit Lebensmittelproduktion, Bodenfruchtbarkeit, Klimaschutz und Energieversorgung.

Regional einkaufen stärkt Landwirtschaft und Versorgung
Der BWV appelliert an die Verbraucher, beim Einkauf bewusst auf die Herkunft der Lebensmittel zu achten. Wer sich für Kartoffeln aus der Eifel statt für Importware aus Ägypten oder für Rindfleisch aus dem Hunsrück statt aus Übersee entscheidet, stärkt regionale Betriebe, sichert Arbeitsplätze, verkürzt Transportwege und leistet einen Beitrag zur Versorgungssicherheit. "Regionale Landwirtschaft bedeutet Vielfalt. Sie liefert pflanzliche und tierische Lebensmittel gleichermaßen und verbindet Ernährung, Umwelt- und Klimaschutz mit einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft. Diese Leistungen verdienen mehr öffentliche Anerkennung", betont der BWV.

Verband kündigt Gespräch mit REWE an
Der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau wird in den kommenden Tagen das Gespräch mit der REWE Group suchen. Ziel sei es, die Bedeutung regional erzeugter Lebensmittel für stabile Lieferketten, Ernährungssicherheit und nachhaltige Kreislaufwirtschaft zu erörtern. Der Verband wirbt für einen ausgewogenen Dialog, der die Leistungen der heimischen Landwirtschaft in ihrer gesamten Vielfalt anerkennt und die regionale Erzeugung als unverzichtbaren Bestandteil einer zukunftsfähigen Lebensmittelversorgung stärkt. (PM/Red)
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